Simone Carsten ist neue Präsidentin des Oroptimist Clubs...

Simone Carstens ist Präsidentin des Soroptimist Clubs Ingelheim.Archivfoto:hbz/Judith Wallerius  Foto:

(jul). Simone Carstens ist die neue Vorsitzende des Soroptimist Clubs Ingelheim. Zusammen mit Vize-Präsidentin Vera Kulla, Schriftführerin Nathalie Dennier und dem Club im...

Anzeige

INGELHEIM. Simone Carstens ist die neue Vorsitzende des Soroptimist Clubs Ingelheim. Zusammen mit Vize-Präsidentin Vera Kulla, Schriftführerin Nathalie Dennier und dem Club im Rücken wird sich die Inhaberin der Buchhandlung Wagner in den nächsten zwei Jahren dafür stark machen, Mädchen und Frauen in Deutschland und der Welt den Zugang zu Bildung und lebenslangem Lernen zu erleichtern. Dass Carstens die Inhaberin einer Buchhandlung ist, muss an dieser Stelle übrigens tatsächlich erwähnt werden. Denn Carstens Beruf ist natürlich nicht ganz unschuldig an dem Motto, dass sich die Präsidentin für ihre Amtszeit gegeben hat. Und er ist der Grund, dass Carstens überhaupt Präsidentin der Ingelheimer Soroptimisten ist.

Neue Mitglieder sind immer willkommen

Der Soroptimist International Club ist mit über 80 000 Mitglieder in 13 Ländern die weltweit größte Wohltätigkeits-Organisation berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Sie setzen sich in Clubs für ehrenamtliches Engagement, die Einhaltung der Menschenrechte besonders für Frauen und Mädchen, Frieden und internationale Verständigung ein. Der Soroptimist Club Ingelheim hat derzeit 24 Mitglieder. Sie setzen sich für Projekte in Burkina Faso, Kenia und Benin ein, fördern in Kooperation mit der Binger Fachhochschule ein MINT-Projekt für die naturwissenschaftliche Bildung von Mädchen, ein Musikprojekt für Studenten der Mainzer Hochschule und ein Mädchen-Bildungsprojekt an der syrisch-türkischen Grenze. Gut 5000 Euro hat der Ingelheimer Soroptimist Club vergangenes Jahr in das MINT-Projekt gesteckt, über 2000 Euro konnten sie nach Afrika schicken.

Trotzdem ist dieser Einsatz bisher kaum bekannt. „Ja, so sind wir Frauen“, lacht Carstens. „Wir machen eben nicht so viel Wind um die Dinge. Wir machen es einfach.“ Aber: Das soll sich jetzt ändern. Die neue Präsidentin hat sich nicht nur das Thema Bildung auf die Fahne geschrieben, der Soroptimist Club Ingelheim soll außerdem bekannter werden. Nicht, weil die 24 Frauen so gerne im Mittelpunkt stehen. Wohl aber, weil ein höherer Bekanntheitsgrad mehr Gelder in die Spendenkassen spült.

Anzeige

Ein weibliches Netzwerk, das sich für die Förderung von Frauen und Mädchen einsetzt – braucht man das denn in Deutschland heutzutage noch? Davon ist Carstens überzeugt. Die zweifache Mutter nimmt das Abendprogramm als Beispiel: nur elf Prozent aller Filme, die hier laufen, stammen aus Frauenhand. „Als mir das bewusst wurde, dachte ich, verdammt, da gibt’s noch zu tun“. Carstens tut das seit sechs Jahren im Soroptimist Club Ingelheim. Und der hat noch Luft: Neue Mitglieder sind willkommen. „Wir sind da auch nicht so streng mit der Probephase. Wenn es passt, dann passt es“, lädt Carstens ein. Sie jedenfalls hat hier Freundinnen gefunden. Frauen, die sich für die gleichen Ideale einsetzen, mit denen sie gerne zusammen ist und verreist, unabhängig vom beruflichen Netzwerk. Und darum hat die neue Präsidentin passend zu ihrem Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeits-Motto ein Jahresprogramm gestrickt, dass neben den monatlichen Treffen, Vorträgen und Benefizveranstaltungen auch gemeinsame Ausflüge vorsieht.

Bücherpakete für bedürftige Schüler

Carstens persönliches Projekt heißt übrigens „My Book Buddy“. Eine Idee, die in den Niederlanden entstanden ist. Sie sieht vor, dass bedürftige Schüler oder Klassen Lehrbücher samt Rucksack und Bücherkiste – alles regional gefertigt – zur Verfügung gestellt bekommen. „Genau mein Thema. Das Projekt habe ich gesucht und es hat mich gefunden“, freut sich Carstens. Von „My Book Buddy“ werden die Ingelheimer in den nächsten zwei Jahren also noch mehr hören.