Neustart für die Ingelheimer Schöpfungswoche: Neuausrichtung...

Auch 2019 wird es eine Schöpfungswoche geben. Allerdings um eine Woche verkürzt, vom 6. bis zum 14. April. Das Motto steht auch schon, „Keine Angst!?“ soll es heißen....

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INGELHEIM. Auch 2019 wird es eine Schöpfungswoche geben. Allerdings um eine Woche verkürzt, vom 6. bis zum 14. April. Das Motto steht auch schon, „Keine Angst!?“ soll es heißen. Ein Thema, das bewusst offen gewählt ist. Es soll um Zukunftsängste gehen, um Populismus, darum, wie man seinen Alltag vor diesem Hintergrund bestreitet. Und natürlich um die Ingelheimer Glaubensgemeinschaften, die sich Richtung Öffentlichkeit aufmachen. „Die wieder stärker wahrgenommen werden wollen und die zeigen: Wir sind noch da und wir können den Menschen in diesen unsteten Zeiten ein Angebot machen“, es ist genau der frische Wind, den sich Arbeitskreissprecher Dr. Jan E. Peters gewünscht hat.

Der langjährige Koordinator der Schöpfungswoche hatte Anfang des Jahres die Reißleine gezogen (wir berichteten). Das Projekt „Ingelheimer Schöpfungswoche“ hatte sich ausgelaufen. Zumindest in der Form, wie es seit 2008 vom „Arbeitskreis (AK) Glaubensgemeinschaften“ – die letzte noch aktive Gruppe der 1999 in Ingelheim angestoßenen „Lokalen Agenda 21“ – umgesetzt wurde. Alle zwei Jahre hatte der eine zweiwöchige Großveranstaltung zu wechselnden Themenschwerpunkten gestemmt, mit so vielen Events, dass nicht einmal die Organisatoren selbst alle davon besuchen konnten. Die Folge: Die erhoffte Durchmischung bleibt aus, die einzelnen Glaubensgemeinschaften sind bei ihren Veranstaltungen nicht selten unter sich. Auch die Besucher werden weniger. „Die Leute haben uns signalisiert, dass sie mit dem Angebot überfordert sind. Man könne ja nicht zwei Wochen lang jeden Abend woanders sein“, Peters kann das nachvollziehen, will Anfang des Jahres darum die Neuausrichtung.

Engagierte Gruppe von Laien

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Die sei geglückt, berichtet er gut ein halbes Jahr später im AZ-Gespräch. Eine neue Gruppe habe sich zusammengefunden, die sehr engagiert und vor allem mit Lust auf die Schöpfungswoche daran arbeite, das Thema „keine Angst!?“ mit Inhalten zu füllen. „Kein Pfarrer oder Vorsitzender“, stellt Peters klar, „wir gehören alle einer Glaubensgemeinschaft an, aber wir sind Laien.“ Neue Mitglieder gibt es auch zu verzeichnen, seit Kurzem gehören die Mönche der buddhistischen Dhammakaya-Bewegung im ehemaligen Hotel Multatuli dem Arbeitskreis an. Und: Franz Diehl, den Ingelheimern bestens als glühender Sebastian Münster-Streiter bekannt, übernimmt das Management, verrät Peters. Ein Neuling ist Diehl freilich nicht, er arbeitet schon seit gut acht Jahren mit. „Eine tolle Wahl“, ist Peters sicher, zumal er selbst während der Schöpfungswoche im kommenden Jahr gar nicht in Ingelheim sein wird. Der 74-Jährige übernimmt einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule für Südchina in Shanghai, unterrichtet hier Interkulturelle Kommunikation und Ethik in der Wirtschaft. Kurz vor der Schöpfungswoche geht es los. „Aber bis dahin ist alles organisiert“, winkt Peters ab. Der Arbeitskreis ist gerade damit beschäftigt, die Pflöcke für die Schöpfungswoche 2019 einzuschlagen. Räume, Referenten, Ablauf. Ideen gibt es viele, die To-do-Liste ist lang und wird immer länger. „Spruchreif ist noch nichts“, Peters kann noch nicht konkreter werden. Aber so viel steht schon fest: Auch 2019 will man auf fachmännischen Input setzen, bevor es in die Diskussion geht. Praxisorientiert soll es in jedem Fall werden. Und natürlich will man auch weiterhin dem Motto der Lokalen Agenda treu bleiben. „Global denken – lokal handeln“, unter dieser Überschrift wird es weiterhin um Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung und bewussten Umgang mit Ressourcen gehen. Neustart für die Schöpfungswoche – Peters freut sich. „Dass wirklich alle Glaubensgemeinschaften einer Stadt zusammenarbeiten, ist etwas Besonderes. Die Mainzer zum Beispiel beneiden uns darum.“ Dass die Ingelheimer Schöpfungswoche inzwischen als „kulturelles Markenzeichen“ gilt, „das haben alle geschafft, die in den letzten zehn Jahren gemeinsam dafür gearbeitet haben“, bedankt sich Peters.