Mit Klinker und Kalkstein

Das Kreuz markiert die Einfahrt zur Tiefgarage von der Schubertstraße aus. Die Zeichnungen und Skizzen kamen bei den Bürgern, die zur Vorstellung gekommen waren, gut an. Foto: Sigrid Kaselow

Auf dem „Thornschen Gelände“ in Frei-Weinheim sollen 81 Mietwohnungen entstehen. Der Planentwurf wurde vorgestellt und kam bei den Bürgern gut an. Hochhäuser soll es nicht geben.

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FREI-WEINHEIM. „Das wird nett aussehen“ und „Ein Lob an die Architekten, die haben viele Anregungen der Bürger übernommen.“ Überwiegend positiv wurden die gezeigten Skizzen und Zeichnungen zur Bebauung des „Thornsches Geländes“ in Frei-Weinheim von den 70 anwesenden Bürgern beurteilt, die zur Vorstellung des ersten Planentwurfs ins Frei-Weinheimer Bürgerhaus gekommen waren.

„Auf diesem 5500 Quadratmeter großen Bauplatz im Herzen von Frei-Weinheim entstehen 81 Mietwohneinheiten und 83 Pkw-Abstellplätze in einer Tiefgarage unter dem Gelände“ erläuterten WBI-Geschäftsführer Franz Göbel und Vertreter des Planungsbüros. Geplant ist eine lockere Bebauung von Einzel- und Winkelhäusern, maximal zweigeschossig plus Dachgeschoss, mit Zwei-bis Vier-Zimmerwohnungen von 45 bis 110 Quadratmetern. Mindestens zwölf Wohnungen sollen barrierefrei, sieben sogar komplett rollstuhlgerecht angelegt werden. „Es gibt keine Hochhäuser oder Mietblocks“, betonte Göbel. Die Fassaden werden in unterschiedlichen Materialien gestaltet, Klinkerziegel, Holz, eventuell Kalkstein werde verbaut. Es wird kleine, private Gärten geben, einen Spielplatz, Aufenthaltsplätze mit Bänken und viel Grün. Die noch auf dem Gelände stehenden Häuser werden abgerissen, eine Sanierung sei zu aufwendig.

Prägend für das Quartier wird die verbreiterte Sichtachse von der katholischen St. Michaelskirche in der Kirchstraße zur evangelischen Kirche an der Ecke Schubert/Rheinstraße. Die Bebauung in der Kirchstraße wird vor der katholischen Kirche etwas zurückspringen, sodass ein kleiner Platz vor dem Gotteshaus entsteht.

Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt von der Schubertstraße aus, in einigen, aber nicht in allen Häusern sind Aufzüge, die bis in die Tiefgarage reichen, geplant. Hier soll auch ein großer Teil der Fahrrad-Abstellplätze untergebracht werden. „Vor den Häusern wird es nur wenige Auto-und Fahrradplätze geben, in Hinblick auf das von den Anwohnern gewünschte Grün haben wir das so vorgesehen“, erläuterte ein Mitarbeiter des Architektenbüros. Mehrere Fußwege durch das Quartier sind von den umgebenden Straßen aus geplant.

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„Wir nehmen in den nächsten zwei bis drei Monaten noch Ideen auf, Grundsätzliches an der Planung wird aber nicht mehr geändert“, erläuterte Göbel den zeitlichen Ablauf. Etwa Januar/Februar 2020 werde der Bauantrag eingereicht, die Genehmigungsphase dauere erfahrungsgemäß drei bis vier Monate, sodass im Sommer die Ausschreibung erfolge und etwa August/September 2020 mit dem Bau begonnen werden könne. Bei einer geplanten Bauzeit von 14 Monaten dürfte das Thornsche Quartier etwa Ende 2021 bezugsfertig sein.

Fragen der Zuhörer kamen vor allem zur geplanten Tiefgarage. „Frei-Weinheim ist Hochwassergebiet. Säuft die Garage nicht ab?“ Allenfalls bei einem sehr seltenen 200-Jahre-Hochwasser müsse mit einer Flutung der Tiefgarage, die darüber hinaus aus wasserundurchlässigem Beton gebaut werde, gerechnet werden, beruhigte Göbel. „Normalerweise müssen pro neugebauter Wohneinheit 1,5 Autostellplätze gebaut werden. Bei 81 Wohneinheiten sind 83 Stellplätze in der Tiefgarage aber zu wenig“, wurde kritisiert. „Diese Diskrepanz wollen wir durch geplantes Carsharing auffangen“, erläuterte Göbel. Wenn das nicht angenommen werde, müssten eventuelle weitere Stellplätze oberirdisch ausgewiesen werden, das gehe dann allerdings zu Lasten der gewünschten Grünflächen.