Innige Momente

Silke Brenner zeigt Stillzeit-Fotos im Mütter- und Familienzentrum MütZe. Foto: Thomas Schmidt

Zur Weltstillwoche hat das Ingelheimer Familienzentrum „MütZe“ eine Fotoausstellung organisiert. Gezeigt werden Arbeiten der Fotografin Silke Brenner.

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INGELHEIM. „Stillen, Basis für das Leben“, unter diesem Motto steht die Weltstillwoche vom 1. bis 7. Oktober. Erstmals beteiligt sich daran auch das Mütter- und Familienzentrum „MütZe“ in Ingelheim und zeigt mit der Foto-Ausstellung „Stillmomente“ der Saarbrücker Fotografin Silke Brenner etwas Besonderes: berührende und beeindruckende Fotografien von besonderen Beziehungsmomenten zwischen Mutter und Kind.

„Wichtig, keine Klischees zu bedienen“

Auf die Idee mit Stillbildern kam die frühere Kinderkrankenschwester Brenner bei Fotoshootings für Neugeborene, die sie in ihrem Studio anbietet. „Wenn die Babys Hunger hatten, wurden sie von ihren Müttern ganz unbefangen an die Brust gelegt“, erzählt sie. Warum daraus nicht eine Fotoserie machen? Brenner startete einen Aufruf auf Facebook, wurde von Bewerberinnen schier überrannt, lud einige in ihr Studio ein. „Mir war und ist es wichtig, keine Klischees zu bedienen. Bei vielen Menschen herrscht die Vorstellung, das sind alles Ökotanten, die ihre Kinder stillen. Ich zeige einen Querschnitt von Müttern durch alle Gesellschaftsschichten, die ihre kleinen Kinder auf diese natürlich Art ernähren.“

So sieht man auf ihren Schwarz-Weiß-Fotos junge und ältere Mütter, tätowierte, mit Schmuck behangene, lang- oder kurzhaarige Frauen, mit ganz oder teilweise entblößtem Oberkörper, die liegen, sitzen, hocken oder stehen – mit Baby im Tragetuch, das die Brustwarze im Mund hat. Und Babys: Neugeborene, wenige Monate alte bis zu Kleinkindern, die zielgerichtet die mütterliche Nahrungsquelle ansteuern. Manche schauen hingebungsvoll ins Gesicht der Mutter, andere spielen mit der mütterlichen Haut, wieder andere zeigen Interesse an der Fotografin, flirten beim Trinken regelrecht mir ihr und ihrer Kamera. Auch „Tandem-Stillfotos“ sind dabei, mit dem kleinen Säugling auf der einen und dem Kleinkind auf der anderen Seite, die sich Nahrung und mütterliche Aufmerksamkeit teilen.

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Rund 50 Fotos hat Brenner in zwei Räumen des Familienzentrums aufgehängt, zur Ausstellungseröffnung während des Eltern-Cafés zeigte sie zudem eine Fotoschau mit rund 100 Bildern, ein Bildband mit ihren Stillfotos ist ebenfalls noch bis zum Jahresende in der MütZe zu betrachten.

„Obwohl inzwischen fast alle Mütter ihre Neugeborenen stillen, hören viele nach spätestens zwei bis drei Monaten auf.“ Diese Erfahrung hat die Still-Beraterin bei der „MütZe“, Christina Centonze-Lukas, gemacht. „Dabei ist Stillen viel mehr als nur Füttern, es ist wichtige Interaktion zwischen Mutter und Kind.“

Anlässlich der Weltstillwoche bietet die „MütZe“ noch einen besonderen Termin an: Am 11. Oktober werden die Fachfrauen Sabine Pfützner und Nora Imlau zwei Lesungen halten. Die erfahrene Hebamme Pfützner liest von 17 bis 19 Uhr aus ihrem brandneuen Buch, „Babybauchzeit“, das erst am 8. Oktober auf den Markt kommt und das sie zusammen mit Nora Imlau, Ressortleiterin bei der Zeitschrift „Eltern“, verfasst hat.

Ab 20 Uhr wird dann Imlau über gefühlsstarke Kinder aus ihrem Buch „So viel Freude, so viel Wut“ vorlesen. Mit diesem im Mai erschienenen Buch ist sie derzeit auf Lesereise durch ganz Deutschland. „Wir freuen uns, dass diese vielbeschäftigten Autorinnen unserer Einladung gefolgt sind“, freut sich Dorothee Junghans-Michel vom MütZe-Team.

Anmeldungen zu den Lesungen sind ab sofort unter anmeldung@muetze-ingelheim.de möglich. Zusätzlich hat das MütZe-Team in Kooperation mit der Buchhandlung Herr Holgersson aus Gau-Algesheim einen Büchertisch aufgebaut, mit Lesestoff zu den Themen Stillen, Bindung und Beziehung.