Ingelheimerin koordiniert Hilfsprojekte in Uganda

Eine Handwaschstation an einer Schule ist eines der Hilfsprojekte der Organisation „2aid.org“, die von der Ingelheimerin Bianca Weis ehrenamtlich unterstützt wird. Foto: Bianca Weis

Wasser ist ein seltenes Gut in dem afrikanischen Land. Bei einer Ausbreitung von Corona kann das fatal werden. „2aid.org“ versucht, Spenden auch für Desinfektionsmittel zu sammeln.

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INGELHEIM. Die Ingelheimerin Bianca Weis (32) gehört seit Jahren zum Team der Hilfsorganisation 2aid.org und engagiert sich ehrenamtlich für Wasserprojekte in Uganda. Ein Land, in dem der Zugang zu sauberem Wasser noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. In Zeiten von Corona sei das ein noch viel größeres Problem als sonst, sagt Bianca Weis. Deshalb hat die Hilfsorganisation 2aid.org eine breit angelegte Aufklärungskampagne gestartet. „Unsere Projektregion befindet sich im Kibaale District in Uganda“, berichtet Bianca Weis. „Dort hat sich eine Task Force im Kampf gegen Corona gebildet.“

Die ugandische Partnerorganisation von 2aid.org steht in engem Austausch mit dieser Task Force. Erste Spendengelder wurden bereits nach Uganda geschickt. Von dem Geld sei unter anderem ein Info-Talk zum Thema Corona und Hygieneschutzmaßnahmen finanziert worden, der in sechs Radioprogrammen gesendet worden sei, nennt Bianca Weis eine der Sofort-Maßnahmen. Darüber hinaus wurden kurze Radiospots aufgenommen, die zwei Wochen lang im Hörfunk gesendet werden. Schließlich wurden 5000 Informationsposter gedruckt und verteilt. Neben Aufklärung gibt es auch ganz praktische Hilfe, wie Bianca Weis erklärt: „Bereits 15 Handwaschstationen mit Seifen konnten an besonders belebten Orten errichtet werden.“ Ein großes Problem sind Desinfektionsmittel, die auch in Uganda inzwischen Mangelware sind. „Unsere Partner berichten, dass Desinfektionsmittel schwer zu erhalten und auch die Preise angestiegen sind.“

Die Infektionszahlen in Afrika sind zwar noch vergleichsweise niedrig, doch auch in Uganda sind sie im Anstieg begriffen. Wie es in dem ostafrikanischen Land weitergeht, weiß niemand. „Die Lage vor Ort ist schwierig für uns einzuschätzen“, stellt Bianca Weis fest. „Wir verlassen uns auf unsere langjährigen Partner, eine ugandische Nichtregierungsorganisation, mit der wir in den vergangenen zehn Jahren schon so viele Projekte umsetzen konnten, und mit der wir fast täglich im Austausch stehen.“ Die Partnerorganisation, die zurzeit selbst nur mit einer Notbesetzung arbeitet, rechnet damit, dass sich die Situation in Uganda bald zuspitzen wird, weil die Infektionsketten oft nicht zurückverfolgt werden können und es nicht genügend Handwasch- und Desinfektionsstationen gibt. Erschwerte Bedingungen also für die Helfer vor Ort, aber auch für die Unterstützer in Deutschland.

Bianca Weis ist schon seit Jahren ehrenamtlich in der Entwicklungshilfe aktiv. Initialzündung für ihr Engagement in Afrika war ein Praktikum für die Vereinten Nationen in Kenia, das sie nach ihrem Studium der Politik und Rechtswissenschaften absolvierte. 2014 nahm sie an einer Projektreise nach Uganda teil, um im Auftrag der Hilfsorganisation 2aid.org Wasserprojekte im „Kibaale District“ zu dokumentieren. Bis heute ist die Ingelheimerin für die Hilfsorganisation aktiv, inzwischen als Koordinatorin für das Projektland Uganda.

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Die Spendengelder aus Deutschland werden unter anderem für den Bau von Brunnen und Wassertanks in kleinen Dörfern, an Schulen oder in Gesundheitszentren eingesetzt.

Der Job von Bianca Weis ist es, die Hilfe von Deutschland aus zu steuern und zu dokumentieren. „Ich kommuniziere mit dem Partner vor Ort, frage nach Updates, Bildern und lasse mir die Verwendung der Gelder bestätigen“, erläutert die Ingelheimerin. „Die Informationen leite ich an unser Team und unsere Spender weiter, damit Transparenz gewährleistet wird.“ Dokumentiert wird die Hilfe auf der Internetseite von 2aid.org und in den Sozialen Medien.

Außerdem gibt es eine Spendenseite speziell für das Corona-Projekt auf „betterplace“ (https://www.betterplace.org/de/projects/78515-wasser-hygiene-unterstutze-im-kampf-gegen-das-coronavirus-in-uganda). Denn um die Sofort-Maßnahmen finanzieren zu können, ist das Team um Bianca Weis auf weitere Spenden angewiesen.