Ingelheimer Schöpfungswoche startet am 6. April 2019

Die 6. Ingelheimer Schöpfungswoche kommt schlanker und abwechslungsreich daher.    Screenshot: Homepage Schöpfungswoche/VRM

Unter dem Motto „Keine Angst?!“ spürt die Ingelheimer Schöpfungswoche Anfang April allen Facetten der Angst nach.

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INGELHEIM. Angst. Kennt jeder, betrifft jeden. Da sind sich die Organisatoren der Schöpfungswoche sicher. Und genau darum werden sie die Angst und ihre Facetten im April zum Thema machen. „Keine Angst!?“ heißt dann auch das Motto der diesjährigen Schöpfungswoche. „Die grundsätzliche Aufforderung, bitte keine zu haben“, führt Dr. Jan E. Peters, Sprecher des Arbeitskreises Glaubensgemeinschaften, aus. Es soll um Zukunftsängste gehen, um Todesangst, Angst vor dem Klimawandel, Populismus, darum, wie man seinen Alltag vor diesem Hintergrund bestreitet. Und natürlich um die Ingelheimer Glaubensgemeinschaften, die als die Institutionen wahrgenommen werden möchten, an die sich Menschen im Alltag wenden können. Die ein Angebot haben, an dem sie sich orientieren könnten. Eine bunte Mischung aus Vorträgen, Filmen, Konzerten und Ausstellungen hat das Team unter Federführung von Organisator Franz Diehl dafür zusammengestellt. „Wir hoffen, durch die verschiedenen Zugänge die Leute anzusprechen, die bisher noch nicht den Weg zu uns gefunden haben“, so Diehl.

Die 6. Ingelheimer Schöpfungswoche kommt schlanker und abwechslungsreich daher.    Screenshot: Homepage Schöpfungswoche/VRM
„Theater auf der Empore“ spielt „Das Orchester“ (hier bei einer Probe) im Rahmen der Schöpfungswoche noch einmal. Archivfoto: Schmidt

Vielzahl von Großveranstaltungen

Rückblick: Peters, langjähriger Koordinator der Schöpfungswoche, hatte Anfang 2018 die Reißleine gezogen (die AZ berichtete). Das Projekt „Ingelheimer Schöpfungswoche“ hatte sich ausgelaufen. Zumindest in der Form, wie es seit 2008 vom „Arbeitskreis Glaubensgemeinschaften“ umgesetzt wurde. Der hatte alle zwei Jahre eine zweiwöchige Großveranstaltung mit so vielen Events gestemmt, dass nicht einmal die Organisatoren selbst alle davon besuchen konnten. Die erhoffte Durchmischung blieb aus, die einzelnen Glaubensgemeinschaften waren bei ihren Veranstaltungen nicht selten unter sich. Auch die Besucher werden weniger, das Angebot war einfach zu groß.

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Dann der Neustart: Eine neue Gruppe aus Mitgliedern verschiedener Glaubensgemeinschaften hat sich gefunden, ein neuer Organisator ebenfalls. Peters bleibt weiter Sprecher des Arbeitskreises Glaubensgemeinschaften, Franz Diehl übernimmt die Organisation der Schöpfungswoche.

Und die kommt dieses Jahr deutlich entschlackter daher. Im Schnitt mit zwei Veranstaltungen pro Tag, in nur einer Woche statt wie bisher in zwei. Und, das ist neu: Fast alle Veranstaltungen finden im Weiterbildungszentrum statt, auf neutralem Boden quasi, nicht mehr wie bisher in den Räumlichkeiten der Glaubensgemeinschaft, die jeweils einlädt. Es geht darum, Schwellen zu senken. Darum, passend zum Motto Ängste abzubauen.

Auch das ist neu: Zum ersten Mal wird im Rahmen der Schöpfungswoche ein Film zu sehen sein, Diehl und sein Team haben eine Kooperation mit dem Ingelheimer Kino geschlossen. „Styx“ erzählt von Notärztin Rike, die bei einem Segeltörn auf ein havariertes Flüchtlingsboot trifft. Psychotherapeutin Dr. Christa Hack wird den Film im Anschluss psychoanalytisch interpretieren, es folgt ein Interventi von Ingelheimer FIF-Mitglied Thomas Meder, Professor für Medientheorie an der Mainzer Hochschule. Denn auch 2019 will man auf einen kurzen, fachmännischen Input setzen, bevor es in die Diskussion geht. Ebenfalls neu im Programm: Eine multireligiöse Feier, an der alle Glaubensgemeinschaften teilnehmen, sich mit Texten, Gebeten und eventuell auch traditioneller Kleidung einbringen. Oliver Zobel, Dekan des Dekanats Ingelheim-Oppenheim, hält die Ansprache, Daniel Kempin, Kantor der jüdischen Gemeinde „Egalitärer Minjan“ in Frankfurt am Main, steuert Lieder und Segensgebete bei. Auch an die jüngsten Teilnehmer ist gedacht: Neben dem ökumenischen Jugendkreuzweg hat Diehl zwei Lesungen für weiterführende Schulen in der Kreisverwaltung organisiert.