Ingelheimer Pilger Stefan Spangenberg ist in Jerusalem angekommen

Im Mai hat sich Stefan Spangenberg von Ingelheim aus (unten rechts) auf den Weg nach Jerusalem gemacht – und jetzt ist der 60-Jährige an seinem Ziel angekommen (oben links).Foto/Archivfotos: Stefan Spangenberg

5523 Kilometer hat der Ingelheimer Stefan Spangenberg zu Fuß zurückgelegt, unterwegs über 7400 Euro für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) gesammelt.

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INGELHEIM. Er ist da. Stefan Spangenberg ist in Jerusalem angekommen. Nach 283 Tagen und 5523 Kilometern, die der Ingelheimer zu Fuß zurückgelegt hat, hat seine Reise Mitte Februar jetzt ein Ende gefunden. Tief bewegt meldet sich der 60-Jährige Anfang der Woche aus der Heiligen Stadt, bedankt sich für über 7400 Euro, die unter dem Stichwort „Jerusalempilger“ auf dem Konto der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) eingegangen sind. Spendengelder, die Spangenberg im Namen seines an Multiple Sklerose erkrankten Sohnes auf dem Weg gesammelt hat.

Im Mai hat sich Stefan Spangenberg von Ingelheim aus (unten rechts) auf den Weg nach Jerusalem gemacht – und jetzt ist der 60-Jährige an seinem Ziel angekommen (oben links).Foto/Archivfotos: Stefan Spangenberg

Neun Monate war Spangenberg unterwegs. Im Mai hat sich der Ingelheimer zu Hause in der Mainzer Straße von Freunden, Familie und Lebensgefährtin verabschiedet, um auf den Spuren des Apostels Paulus zu wandeln. Spangenberg wollte das Abenteuer und den interkulturellen Dialog, wollte Länder entdecken, fremde Menschen und Kulturen kennenlernen. Und ein Stück weit wollte er auch wieder zu sich und seinem Glauben finden. Hat er. Alles. Er ist auf der Via Egnatia gewandert, hat die Mönchsrepublik auf dem heiligen Berg Athos besucht, das Taurusgebirge überquert, Weihnachten mit der deutschen Nikolausgemeinde in Antalya gefeiert. Er hat in kleinen Pensionen und Abstellkammern übernachtet, seinen 60. Geburtstag auf der Strecke gefeiert, unterwegs Freunde gefunden.

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Zwei davon, Yuval und Mirit, haben ihn im Juni am Fuße des Großen St. Bernhards in ihr Kibbuz in der Nähe von Elat eingeladen – und Spangenberg hat zugesagt. So richtig glauben kann er es noch nicht, „nach all den mir selbst auferlegten Strapazen hier in dieser für alle drei abrahamitischen Religionen so bedeutsamen Stadt angekommen zu sein“. Ende der Woche hat er hier einen wichtigen Termin, vielleicht den wichtigsten überhaupt auf der Strecke: Tobias Schäfer, ehemaliger Pfarrer in Spangenbergs Gemeinde St. Remigius und jetziger Wormser Dompropst, nimmt den Pilger am Damaskus-Tor in Empfang. Denn es war Schäfer, der Spangenberg auf die Idee brachte, den Monowalker umzuschnallen und sich auf den Weg zu machen. Vor sechs Jahren war das, als Spangenberg mit der katholischen Kirchengemeinde St. Remigius zu Besuch bei Schäfer in Israel war. „Er hatte es mir bei unserer Gemeinde-Pilgerreise versprochen. Schön, dass es klappt“, freut sich Spangenberg.

Und Ingelheim freut sich mit ihm. Pfarrer Christian Feuerstein wünscht „Ein gutes Ankommen“, die Facebook-Seite des 60-Jährigen ist voll von Glückwünschen und Menschen, die es kaum erwarten können, ihn wieder in ihrer Mitte zu begrüßen. Kommenden Samstag wird es soweit sein. Mit der Landung am Frankfurter Flughafen ist Spangenbergs großes Abenteuer zu Ende.