Ingelheim: Projekt Gemeinschaftswohnen „Polychrom“ bekommt...

Wo sich jetzt noch der städtische Mitarbeiter-Parkplatz in der Wilhelm-Leuschner-Straße befindet, soll in Zukunft einmal das Gebäude von Polychrom stehen.Foto: Thomas Schmidt  Foto: Thomas Schmidt

In den vergangenen Wochen haben die städtischen Ausschüsse immer wieder über die Pläne für das Areal zwischen Berufsbildender Schule (BBS) und dem unbebauten Gelände...

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INGELHEIM. In den vergangenen Wochen haben die städtischen Ausschüsse immer wieder über die Pläne für das Areal zwischen Berufsbildender Schule (BBS) und dem unbebauten Gelände südlich der San-Pietro-Straße gesprochen – und immer wieder ist ein Name gefallen: Polychrom (wir berichteten). Die Initiative für gemeinschaftliches Wohnen soll in der Wilhelm-Leuschner-Straße ein Zu- hause bekommen. Dort, wo sich im Moment noch der städtische Mitarbeiter-Parkplatz befindet. Bürgermeisterin Eveline Breyer hat Heinz Wagner, Geschäftsführer der Planungsgruppe Polychrom, darum zum Sozial- und Jugendausschuss eingeladen. Denn: Verwaltung und Initiative möchten bei der Verwirklichung des Projekts zusammenarbeiten.

Planungswerkstatt mit der Stadt angedacht

Aus dem einstigen Verein ist inzwischen eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts geworden. Ein erfahrener Architekt für solche Projekte ist gefunden, erste Pläne sind gemacht. Sobald das „Go“ aus der Stadtverwaltung kommt, kann Polychrom loslegen, führt Wagner aus. Und weil die Stadt ja ohnehin Pläne für das Quartier und wie berichtet auch gerade einen entsprechenden Rahmenplan für künftige Baupläne verabschiedet hat, könnte sich die Initiative auch sehr gut vorstellen, mit ihrem Architekten Teil einer städtischen Planungswerkstatt zu werden. Wagner schätzt, dass die ersten Bewohner dann etwa anderthalb Jahre später einziehen können.

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„Das Grundstück werden wir übrigens zu marktüblichen Preisen von der Stadt erwerben“, stellt Wagner klar, und er räumt auch gleich mit weiteren Gerüchten auf: „Wir bauen kein neues Altersheim, um das deutlich zu sagen.“ Stattdessen sollen in der Wilhelm-Leuschner-Straße künftig Menschen mit unterschiedlichem Alter, Familienstatus und Einkommen zusammenleben. Selbstständig und autonom, gleichzeitig aber auch engagiert für die direkte Nachbarschaft im Gebäude und das ganze Wohnquartier.

Polychrom will verbindliche Kooperationen zur ehrenamtlichen Mitarbeit mit Kita und Altenzentrum in der Umgebung treffen, berichtet Wagner, außerdem auch Menschen mit Behinderung ins Wohnprojekt integrieren. Und ein Carsharing-Projekt soll in der Tiefgarage einziehen.

Mix an Wohnformen soll Mischung sichern

„Die Idee, sich ins Quartier zu öffnen, gefällt uns als Verwaltung natürlich ausgesprochen gut“, freut sich Breyer, die Polychrom auch in das Demografie-Konzept integrieren will, an dem die Stadt gerade arbeitet. „Wir möchten ohnehin in jedem Stadtteil ein Generationenhaus einrichten.“

Auch den Mix an Wohnformen, den Polychrom im Gebäude integrieren will, begrüßt Breyer. „Das garantiert eine langfristige Durchmischung der Bewohner“, ist sie überzeugt. 30 bis 35 Wohnungen etwa könnten neben den gemeinschaftlich genutzten Flächen in der Wilhelm-Leuschner-Straße entstehen. Einige davon vermietet, andere in Wohneigentum. Auch geförderter Wohnungsbau wäre hier möglich, dafür müsste die WBI als Investor und Vermieter mit ins Boot steigen. Erste Gespräche sind auch schon geführt. Ein spannendes Projekt, das jetzt konkrete Formen annimmt. „Und wir begleiten das gerne alle Mann weiter“, gibt die Bürgermeisterin der Gruppe mit auf den Weg.