Ingelheim: Flagge zeigen gegen Rechts

Wie bei den vergangenen drei Aufmärschen der Rechtsextremen in Ingelheim formiert sich auch diesmal Gegenprotest. Archivfoto: Harald Kaster

Am Tag der Deutschen Einheit marschieren erneut Rechtsextreme durch Ingelheim. Wieder formiert sich Gegenprotest. Zu Gast ist auch der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert.

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INGELHEIM. Das Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt (In-Rage) und der Verein „Rheinhessen gegen Rechts“ rufen für kommenden Samstag, 3. Oktober, zu einer Protest-Aktion gegen die Demonstration der rechtsextremen Kleinstpartei „Die Rechte“ auf. Alle Bürger sollen zeigen, dass Ingelheim die Stadt der bunten Fahnen ist.

„Jeder, der eine Fahne hat, die für Vielfalt, Lebensfreude und Demokratie steht, soll diese Fahne hissen“, erklären die beiden Vereine. „Egal, ob demokratisches Schwarz-Rot-Gold, die Farben der Fastnacht oder Regenbogenfahne: In Ingelheim wehen bunte Fahnen!“ Mit ihrem Motto „Ihr seid die Brandstifter“ widersprechen die beiden Vereine den Rechtsextremisten. Deren Motto lautet „Deutschland braucht keine Brandstifter! Grenzen dicht!“. Damit beziehen sie sich offensichtlich auf den Brand im Flüchtlingslager Moria.

Am Tag der Deutschen Einheit wollen die Rechten mit 20 bis 30 Personen ab 14.30 Uhr durch die Innenstadt marschieren. Dagegen wollen In-Rage und „Rheinhessen gegen Rechts“ ein Zeichen setzen. „Der Tag der Deutschen Einheit ist ein historischer Tag“, sagen sie. „Er steht für die Grundwerte unserer Verfassung: Einigkeit und Recht und Freiheit!“ Ingelheim sei keine Stadt, in der die Reichskriegsflagge ohne Widerspruch gezeigt werde.

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Unter dem Titel „Wir haben Platz“ richten die beiden Vereine ab 9.30 Uhr zudem einen Infostand ein. Dort berichtet der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert, der mehrfach in Moria war, ab 11 Uhr von seiner Arbeit.

Die Vereine appellieren an die Stadtverwaltung, sich an der Fahnen-Aktion zu beteiligen. „Wir fordern, dass die Stadt auch weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, um eine Versammlung der Rechten zu untersagen.“ Zudem fordern sie die Stadt dazu auf, die angemeldete Route der Rechtsextremen zu veröffentlichen.