Eritreer bricht Rekord über zehn Kilometer

Mit voller Kraft voraus: Die Bambini müssen erst noch lernen, ihre Kräfte einzuteilen. Foto: Thomas Schmidt  Foto: Thomas Schmidt

Er ist 22 Jahre alt, stammt aus Eritrea, hat eine Flucht durch mehrere Länder und über das Mittelmeer hinter sich, lebt nun seit zwei Jahren in Deutschland, spricht...

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INGELHEIM. Er ist 22 Jahre alt, stammt aus Eritrea, hat eine Flucht durch mehrere Länder und über das Mittelmeer hinter sich, lebt nun seit zwei Jahren in Deutschland, spricht verständlich Deutsch und trainiert zusammen mit einigen anderen Läufern dreimal die Woche im Team G@sser des TV Alzey. Sein Markenzeichen: Er rennt besonders schnell. Es handelt sich um Selema Tesf Amariam Estopia, dem Sieger des 6. Polderlaufs in Ingelheim über die längste, die Zehn-Kilometer-Distanz.

Nach 32 Minuten und 49 Sekunden erreichte er das Ziel im Stadion Blumengarten und unterbot die alte Rekordzeit des diesmal drittplatzierten Janek Taplan vom LC Bingen um volle zwei Minuten. Schnellste bei den Damen über die Zehn-Kilometer-Strecke war Monika Wüster vom USC Mainz in 43 Minuten und 49 Sekunden. Hier fiel der Streckenrekord nicht. Ihn hält nach wie vor Sabine Schmitt mit 40 Minuten und 39 Sekunden. Dafür fiel der Rekord über die fünf Kilometer bei den Damen: Larissa Löb vom Verein „stimmel sports“ benötigte gerade einmal 18 Minuten und drei Sekunden und war damit mehr als drei Minuten schneller als Franziska Häcker, die bisherige Rekordhalterin über diese Distanz.

„Bambino“ Frederic Leys ist der Schnellste

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424 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aller Altersklassen von sechs bis 75 Jahren gingen ab 10.30 Uhr bei idealem Laufwetter auf die Strecken mit unterschiedlicher Länge. Als erstes wurde der Bambinilauf für die Jahrgänge 2010 bis 2014 gestartet. Sie mussten eine Stadionrunde absolvieren. Hier war der siebenjährige Frederic Leys aus Bingen am schnellsten. Er benötigte gerade einmal eine Minute und 28 Sekunden für die 400 Meter.

Es war nicht sein erster Start beim Polderlauf. Im vergangenen Jahr wurde er schon einmal Zweiter. Vom SV Gau-Algesheim kam der Sieger im Kinderlauf (Jahrgänge 2005 bis 2009) über die doppelte Stadionrunde.

Der zwölfjährige Finn Gerken brauchte zwei Minuten und 39 Sekunden für die 800 Meter. Es war seine persönliche Bestzeit über diese Strecke. Eigentlich ist Finn Biathlet, wie er verriet. Er startet für die SG Bingen und wurde in diesem Jahr in seiner Altersklasse Pfalzmeister in dieser Disziplin, die aus Schießen und Laufen besteht. Und dann gab es da noch den Lauf über die Fünf-Kilometer-Distanz bei den Herren. Hier kam der 25-jährige Lukas Engelbert vom TCEC Mainz als Erster nach 16 Minuten und 44 Sekunden ins Ziel. Nicht seine schnellste Zeit, wie er bemerkte, aber sie sei okay.

Eigentlich sei er Triathlet und komme gerade aus der Trainingspause: „Ich habe nicht mehr erwartet“, kommentierte Engelbert seine Leistung. Etwas langsamer waren die Geher auf der Fünf-Kilometer-Distanz unterwegs. Hier siegten Andreas Godon vom LT Rheinhessen-Pfalz in 32 Minuten und 51 Sekunden und Gudrun Bless vom gleichen Verein in 34 Minuten und 40 Sekunden.

Gute Stimmung im Stadion

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Es waren aber nicht nur die Erstplatzierten, die beklatscht wurden. Auch die Läufer und Läuferinnen auf den hinteren Plätzen wurden noch angefeuert. Sabine May und Wolfgang Stwrtetschka vom Organisationsteam sorgten am Mikrofon für die entsprechende gute Stimmung im Stadion.

Am Schluss des Tages gab es bei vielen Teilnehmern freudige Gesichter. Sie hatten es alle geschafft, auch wenn man manchen die Anstrengung ansah, die der Lauf gefordert hatte. Besonders freuen durften sich aber Selema Tesf Amariam Estopia und Larissa Löb. Weil sie Streckenrekord gelaufen waren, bekamen sie jeweils einen Gutschein für zwei Übernachtungen in einem Hotel in Garmisch-Partenkirchen.