Boehringer Ingelheim Big Band erfüllt sich mit Film- und...

Mit einer pompösen Eröffnung in Hollywood-Manier begann die Boehringer Big Band ihr Konzert.Foto: Thomas Schmidt  Foto: Thomas Schmidt

Die gedämpfte Beleuchtung verleiht der Aula der IGS Kurt Schumacher schon mal Kinoatmosphäre. Eine Bar im Stile der Zwanzigerjahre ist aufgebaut, die Getränkepreise liest...

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INGELHEIM. Die gedämpfte Beleuchtung verleiht der Aula der IGS Kurt Schumacher schon mal Kinoatmosphäre. Eine Bar im Stile der Zwanzigerjahre ist aufgebaut, die Getränkepreise liest man von stilisierten Filmstreifen ab. Auch die Plätze der Musiker der Boehringer Ingelheim Bigband sind mit Filmrollen verziert, klassische Ausschnitte werden schon zur Einstimmung an die Wand projiziert. „Film und Fernsehmusik“ ist folgerichtig das Thema des Jubiläumskonzertes der Bigband.

Pompöse Eröffnung

Die Musiker hätten es sich gewünscht, erklärt Boehringer-Pressesprecher Philipp Baum, der als Barkeeper durch den Abend leitet. 20 Jahre wird die erfolgreiche Band in diesem Jahr alt, und da erfüllt man sich den größten Geburtstagswunsch gleich einmal selbst.

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Pompös, wie es sich für das klassische Hollywood gehört, gerät die Eröffnung. Erst wird das bedeutungsschwere Thema „Also sprach Zarathustra“ (Richard Strauss) aus Stanly Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ vorgegeben, dann nimmt die gesamte Bigband das Thema auf. Eine variantenreiche Bearbeitung mit treibendem jazzigen Bass folgt, das zahlreich erschienene Publikum wird gleich ganz hineingerissen in die Welt des Films.

Dann hat Sängerin Silvia Willeke mit dem Titelsong Skyfall zum gleichnamigen Bond-Streifen ihren ersten Auftritt. Eine begeisternd kraftvolle Stimme, die sich auch gegen die starke Bläsersektion der Boehringer Big Band spielend behauptet und das Publikum in ihren Bann reißt. Damit ist der Ton für die erste Halbzeit gesetzt. Ob der Titelsong aus „Die Unglaublichen“, das Thema von „Die Straßen von San Francisco“, oder „My funny Valentine“: Starke Gesangsdarbietungen und faszinierende Instrumentalbearbeitungen, die oft genug aus den bekannten Filmthemen ganz neue musikalische Facetten herausschälen, wechseln sich ab.

Etwa erhält die Titelmelodie der beliebten Zeichentrickserie „Die Simpsons“, die mit dem plätschernden Piano eingangs (Norbert Grams) und den beiden widerstreitenden Saxophonsoli (Gerd Konzen und Ingolf Griebsch) einen leicht surrealistischen Einschlag. So wird der anarchische Charakter der Serie perfekt aufgegriffen. Ein besonderes Schmankerl: Livebilder der Band werden zu jedem Stück passend mit Filmausschnitten kombiniert.

Zwischen den Stücken präsentiert immer wieder Baum im lockeren Plauderton Hintergrundinformationen und schwelgt auch mal in cineastischen Jugendserinnerungen.

Nach der Pause geht es dann mit Bigbandklassikern weiter. Es öffnet das Instrumentalstück „A few good men“, dann folgen gleich vier Songs mit Willeke am Mikrophon: „Its not unusual“, das Lied, das Tom Jones groß machte, „On the Streets where you live“, „All of me“ und Nat King Coles „Route 66“. Letzteres sei, wie die Sängerin erklärt, mit insgesamt 136 Covern der am häufigsten kopierte Roadsong.

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Da gibt es das fürs Publikum passend zur IGS gleich noch etwas zu lernen. Unter anderem mit „There’s only so much oil in the Ground“(Tower of Power) nähert sich der Abend dann langsam seinem Ende, Alice Coopers „Welcome to my Nightmare“ soll das Publikum in die Nacht entlassen. Nach frenetischem Applaus werden allerdings noch zwei Zugaben gefordert und gegeben.

Weitere 20 Jahre sollten angesichts des Engagements, das die Musiker in das Projekt stecken, spielend zu schaffen sein, zeigte sich Pressesprecher Baum optimistisch. Baum dankte allen Beteiligten und besonders Saxophonistin Marion Leoff, die auch durch ihre zusätzliche Arbeit im Hintergrund unverzichtbar für das Projekt sei.