Überraschung und Enttäuschung: Keine IGS für Mombach und...

Im Sommer 2018 mussten viele Stunden gekürzt werden. Symbolfoto: dpa

Diese Nachricht dürfte für einige Erschütterungen in der Mainz-BingerSchullandschaft sorgen: Die Lenneberg-Schule mit ihren zwei Standorten Budenheim und Mombach wird keine...

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BUDENHEIM/MOMBACH. Diese Nachricht dürfte für einige Erschütterungen in der Mainz-Binger Schullandschaft sorgen: Die Lenneberg-Schule mit ihren zwei Standorten Budenheim und Mombach wird keine Integrierte Gesamtschule, sondern bleibt weiterhin Realschule plus.

Eine offizielle Bestätigung aus dem Bildungsministerium von Stefanie Hubig (SPD) gibt es zwar noch nicht – derzeit würden „interne Gespräche“ mit der Stadt Mainz geführt, sagte eine Sprecherin auf AZ-Anfrage. Doch der Mainzer Schuldezernent Eckart Lensch (SPD) bestätigt, dass er eine entsprechende Mitteilung aus dem Ministerium erhalten hat: Eine IGS Mombach-Budenheim wird es nicht geben, die Landeshauptstadt muss sich erneut auf die Suche nach einem Standort für eine vierte IGS machen.

Große Enttäuschung in Budenheim

In Budenheim stößt diese Neuigkeit auf wenig Begeisterung. Heinz-Gerd Benning, SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl, ist, gelinde gesagt, entrüstet. „Schulpolitik, wie wir sie als Sozialdemokraten verstehen, und der Elternwille werden hier mit Füßen getreten“, sagt Benning. Die Entscheidung gegen eine IGS in Budenheim sei absolut nicht nachvollziehbar. „Vor allem nach den stets positiven Signalen aus Ministerium, Landeshauptstadt und Landkreis.“ Was ihn besonders umtreibt: Es hieße, die Realschule plus müsse vor allem deshalb bestehen bleiben und zur Verfügung stehen, um die „Rückläufer“ aus den Gymnasien aufnehmen zu können. „Nach dem Prinzip – Schule als Resterampe“, schimpft Benning. Er will sich dafür einsetzen, dass es für Budenheim doch noch eine IGS geben wird – der Bürgermeisterkandidat ist sich sicher: „Noch ist da was zu machen.“

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Bis Mittwoch hatte das Bildungsministerium weder die Gemeinde Budenheim als Trägerin des Budenheimer Schulstandorts noch die Kreisverwaltung Mainz-Bingen informiert – diese ist zwar nicht für die Budenheimer Schule verantwortlich, wohl aber für die Schulentwicklungsplanung. „Wir bedauern diese Nachricht sehr“, sagt Landrätin Dorothea Schäfer (CDU), die wie der Budenheimer Bürgermeister Rainer Becker (CDU) von der AZ vom „Nein“ zu einer IGS Mombach-Budenheim erfuhr. „Es gab eine ganz große Erwartungshaltung bei den Eltern, aber auch bei der Kommunalpolitik und Verwaltung vor Ort.“ Im Landkreis werde man sich im Rahmen der neuen Schulentwicklungsplanung den Verlauf der Schülerströme genau anschauen und dann entscheiden – etwa, ob der Kreis eine weitere Gesamtschule brauche.

Viel Arbeit in das Projekt gesteckt

Überrascht und auch „verwundert“ reagiert Bürgermeister Becker auf die Neuigkeit. „Ich verstehe es nicht“, sagt er: Mehrere große Gesprächsrunden mit der Stadt Mainz und dem Ministerium habe es gegeben, es seien „Hausaufgaben“ erteilt worden, Konzepte zu entwickeln. „Eine abschließende Entscheidungsfindung hat es bislang nicht gegeben.“ Stattdessen sei viel Arbeit in das Projekt gesteckt worden – „offenbar umsonst“. Becker erinnert daran, dass das Thema „IGS für Budenheim“ eines der großen im Wahlkampf des vergangenen Jahres gewesen war, vor allem von der SPD. „War das am Ende nur ein Wahlkampfgag?“

Für Mainz sei die Ablehnung „keine Katastrophe“ sagt Schuldezernent Lensch. Weiterhin gelte: „Eine vierte IGS wird es ebenso geben wie ein weiteres staatliches Gymnasium.“ Fest stehe aber nun auch, dass keine Realschule plus in eine Gesamtschule umgewandelt werden könne. Das Ministerium habe deutlich gemacht, dass aufgrund der neuesten Entwicklungen der Schülerzahlen alle bestehenden Realschulen plus erhalten werden müssten. Auch Lensch deutet an, dass es dabei nicht unbedingt um Fünftklässler gehe. „Es ist ja allgemein bekannt, dass in den Realschulen plus die siebten und achten Klassen voller sind als die fünften und sechsten.“ Wo die vierte IGS für Mainz entstehen könnte, sei unklar. „Wir werden wohl neu bauen müssen. Wo das geschehen wird, prüfen wir nun.“