Feuerbohnen-Ernte im Budenheimer Naturkindergarten

Erzieherin Nadine Moser und die Kinder des Naturkindergartens ernten Bohnen aus ihrem Hochbeet. Foto: hbz/Michael Bahr  Foto: hbz/Michael Bahr

Knallrosa sehen die Kerne der Feuerbohne aus, manche changieren mehr ins Violette, haben kleine blaue Punkte. Die große Plastikschüssel, in der sie landen, ist schon fast...

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BUDENHEIM. Knallrosa sehen die Kerne der Feuerbohne aus, manche changieren mehr ins Violette, haben kleine blaue Punkte. Die große Plastikschüssel, in der sie landen, ist schon fast voll. Eifrig sind sieben kleine Nachwuchsgärtner dabei, die Bohnenkerne aus ihren dicken, grünen Schoten zu pellen. Erntetag im naturnahen Kindergarten in Budenheim.

„Rohe Bohnen sind giftig, also nicht in den Mund stecken“, ermahnt Erzieherin Nadine Moser ihre zwei- bis sechsjährigen Schützlinge, die um das abgeerntete Hochbeet stehen, wo bis vor Kurzem noch drei große Feuerbohnenranken mit ihren vielen dunkelgrünen Schoten standen. Die liegen jetzt abgeerntet auf dem Beet. Mit Hingabe sind Ada, Sofie, Tom, Mia, Ann-Katrin, Carlotta und Nouri dabei, die Schoten aufzuknacken, und die farbigen Bohnenkerne heraus zu pulen. „Guck mal, wie groß meine ist“, und „Darf ich die mit nach Hause nehmen?“, schwirren Fragen durcheinander.

Biologin und Nabu-Patin unterstützt die Kita

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Unterstützung bei der Ernte haben die Kinder von Nikola Friedl, Biologin und Nachbarin des Kindergartens, die als ehrenamtliche Hochbeet-Patin vom Nabu das „Projekt Pflanzen“ in der Budenheimer Kita betreut hat. „Zusammen mit einigen Vätern haben wir die beiden Hochbeete aufgebaut“, erzählt sie. „Und während der Sommerschließzeit habe ich das Gießen übernommen.“ Vom Nabu stammen auch das Material für die Hochbeete und die Samen, die zunächst in Anzuchttöpfchen vorgezogen und später ausgepflanzt wurden. Bohnen waren nicht das einzige, was Kinder und Erzieher angepflanzt haben. „Radieschen, Grünkohl, Tomaten und Erdbeeren hatten wir noch“, erzählt Kita-Leiterin Sonja Wagner. Die Erdbeeren, sowohl Garten- als auch Walderdbeeren, sind lange abgeerntet und gegessen, ebenso die Radieschen. „Der Grünkohl ist uns leider eingegangen, und von den Tomaten hatten wir auch nicht so viel“, berichtet Nadine Moser. Die Braunfäule hat viele der roten Kugeln befallen. „Dann schmecken sie nicht mehr“. Für das nächste Jahr hat die Erzieherin, die einen eigenen Garten hat und als „Gartentante“ hauptverantwortlich für die Beete ist, schon wieder Ideen: „Ich möchte mit den Kindern Zuckerschoten aussähen, die können sie später direkt vom Beet naschen. Außerdem sollen Kartoffeln und Möhren wachsen, auch wieder Erdbeeren, und vielleicht legen wir uns eine Kräuterschnecke an.“

Die Kinder des Naturnahen Kindergartens sind von Anfang an in die Gartenaktion mit einbezogen, beim Aussäen, Unkraut zupfen und Gießen. „Die Kleinen sind alle sehr motiviert, haben viel Spaß. Wir teilen sie immer gruppenweise zum Gartendienst ein. Wenn dann keine Gießkanne mehr übrig ist, gibt es schon mal Tränen“, erzählt Moser. Aber es gehe ja darum, dass jedes Kind einmal drankommt bei der Gartenpflege. „Wichtig ist doch gerade heutzutage, dass Kinder erleben, wo das Essen herkommt“, erläutert Kitaleiterin Wagner das Konzept.

Inzwischen sind alle Bohnenkerne ausgepult, Erzieherin Moser holte eine Waage. Und siehe da: Über ein Kilo Feuerbohnenkerne beträgt die Ernte. Wird davon nun Bohneneintopf gekocht? „Ich denke, ein Teil der Bohnen wird als Saatgut für das nächste Jahr zurückgelegt“, erklärt Sonja Wagner. „Den Rest der Bohnenkerne trocknen wir, damit wird gebastelt oder Wachstumsexperimente gemacht. Und einige Bohnen kommen in unsere Fühlschüssel, darin mit den Händen herumwühlen ist ein tolles Gefühl.“