Virtuell durchs Binger Museum am Strom

Eine virtuelle Museumstour erlaubt den Rundgang durch das Museum in 3D Foto: Museum am Strom
© Museum am Strom

Eine neue digitale Tour durch die Ausstellungsräume des Museums erlaubt ungewohnte Einblicke. Der Kulturausschuss informierte sich.

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BINGEN. Auch das Binger Museum am Strom war in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Allerdings heißt das nicht, dass im Museum in dieser Zeit nicht gearbeitet wurde, berichtete Kulturamtsleiter und Leiter des Museums am Strom, Dr. Matthias Schmandt, in der Kulturausschusssitzung in der Kempter Dreikönigshalle. Im Gegenteil habe man die letzten zwei bis drei Monate intensiv genutzt, um vorhandene digitale Angebote zu erschließen und neue Formate des Museumsbesuchs beziehungsweise der Präsentation interessanter Ausstellungsstücke zu entwickeln.

Die dabei entstandenen Angebote beschränken sich nicht allein auf die akute Zeit der Pandemie, sondern sollen zumindest zum Teil auch den Weg in eine Zukunft weisen, in der das Museum zwar wieder geöffnet ist, doch begleitende digitale Angebote bestehen bleiben.

Ein Herzstück der Museumsbesichtigung in Corona-Zeiten ist der 360-Grad-Rundgang, der über die Webseite des Museums möglich wurde. Hier kann man sich, ganz aus der Sicherheit des eigenen Zuhauses, im Museum umsehen, fast so als wäre man vor Ort. Im Großen und Ganzen, betonte Schmandt aber, sei das Ziel gerade nicht, das Museum in digitaler Form so weiterzuführen, wie man es normalerweise persönlich besuchen kann. Stattdessen sollen in der virtuellen Welt neue Möglichkeiten ausprobiert werden, die einen tatsächlichen zusätzlichen Mehrwert zu Besichtigungen vor Ort schaffen.

Als Beispiel nannte Schmandt gleich eine besondere Form der virtuellen Führung, für die das Museum am Strom in den vergangenen Monaten Filmaufnahmen gemacht habe. „Da mache ich viele Dinge, die bei einer normalen Führung überhaupt nicht möglich und im Museum eigentlich ein No-Go wären: Also zum Beispiel Vitrinen öffnen, Gegenstände herausholen und in Nahaufnahme vorstellen. Eine Museumsführung zum Anfassen, sozusagen, allerdings ohne Anfassen“. Klar, dass diese Angebote auch nutzbar bleiben, obwohl das Museum für die Öffentlichkeit mittlerweile wieder geöffnet ist.

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Auch ein anderes Video-Angebot stellt das Museum am Strom für die virtuellen Gäste bereit: Dabei handelt es sich sozusagen um eine Wiederentdeckung, berichtet Schmandt, nämlich fertige Filme aus dem Jahr 2006, als von Studenten Ratsprotokolle aus sechs Jahrhunderten anlässlich des Stadtrats-Jubiläums größtenteils in Trickfilmen umgesetzt wurden. Da gebe es hochinteressante lebendige Werke rund um viele 100 Jahre Stadtratsarbeit, die man nun endlich einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich mache, sagt Schmandt.

Aber auch für die Wiedereröffnung des Museums wurde natürlich bereits geplant. Schon seit dem 12. Mai ist das Museum für Besucher wieder geöffnet, wobei Desinfektionsmittel bereitstehen und für Gäste ohne Masken ausgegeben werden. Gruppenführungen gibt es aber noch nicht.

Bereits klar ist auch, dass die Sonderausstellung „Kaiserflüsterin Hildegard von Bingen“ ab dem 18. September nach derzeitigem Kenntnisstand stattfinden soll. Das Ausstellungskonzept habe man dafür so überarbeitet, dass das Museum auch mit langfristigen Corona-Beschränkungen umgehen könne, so Schmandt. So habe man bei der Auswahl der Exponate umgeplant und auf möglichst lange Ausleihzeiten geachtet. Die Ausstellung könne dann bis zu ein Jahr im Museum am Strom gezeigt werden. Damit werde es auch bei beschränkten Besucherzahlen vielen Interessierten ermöglicht, die Ausstellung zu sehen, die im Zusammenhang mit dem von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ausgerufenen „Kaiserjahr“ stattfindet.