Stadtrat für Vorverlegung der BUGA auf 2029

Der Bauausschuss soll beraten, wie die „Bleiche“  verschönert werden kann. Das Häuschen ist bereits abgerissen. Archivfoto: Thomas Schmidt

Auch wenn das Rheinufer in Bingen kein integraler Bestandteil der Bundesgartenschau ist, soll es sich 2029 von seiner schönsten Seite zeigen.

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BINGEN. Der Start in die Stadtratssitzung am Donnerstagabend war schon etwas ruppig. Denn Dr. Till Müller-Heidelberg (SPD) pochte auf die „Erfüllung eines Antrags durch die Verwaltung“, der bereits beschlossen wurde. Wo ist das Konzept? Wo der Kostenplan? Wie will die Stadt damit umgehen, dass Kita-Plätze fehlen? „Sobald alle Zahlen ermittelt sind, werden sie vorgelegt“, versuchte Oberbürgermeister Thomas Feser die sich aufbäumenden Wellen vonseiten der Genossen zu glätten. Und er stellte klar, dass es keine Warteliste für 144 potenzielle Kita-Kinder in Bingen gebe, sondern 29 Mädchen und Jungs bisher noch nicht versorgt seien. Die Zahl 144 sei ein rein statistischer Wert im Kita-Bedarfsplan der Kreisverwaltung. Also keine Panik, der Oberbürgermeister sagte der SPD zu, im kommenden Rat die konzeptionelle und finanzielle Planung der Stadt vorzulegen. Dann lägen auch die notwendigen Informationen mit Blick auf Zahlen und Investitionen für Dromersheim und Bingerbrück auf dem Tisch.

Einstimmig für Buga 2029

Reine Formsache war der Beschluss zur Bundesgartenschau (Buga), die Fraktionen hatten nichts dagegen, dass die Bugazwei Jahre früher als zunächst vorgesehen, also bereits 2029, über die Bühne geht. Sebastian Hamann (SPD) merkte an, dass zehn Jahre schnell vorbei seien und die Stadt nun an die Arbeit gehen sollte, um das Rheinufer in „neuem Glanz zu präsentieren“. Denn: „Die Buga kann die Landesgartenschau noch toppen.“ Doch das Rheinufer ist kein integraler Bestandteil des Buga-Konzepts und „kein Teil der Bewerbung“, stellt Feser klar. Schwerpunkte in Bingen sind der Rochusberg und der Burggraben. Hamann ließ sich nicht beirren, „das Rheinufer wird ein Magnet und ein Anlaufpunkt für die Buga-Gäste sein.“ Dass sich die „Massen einzig auf den Burggraben konzentrieren sollen“, sah auch Wolfgang von Stramberg (FWG) kritisch. Das seien „Detailfragen, die diskutiert werden müssen“.

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Braucht Bingen einen neuen Stadtentwicklungsplan? Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, der auf breite Zustimmung stieß. Das Argument, ein Konzept von 1995 könne dem heutigen Anspruch nicht mehr gerecht werden, überzeugte. Die Verwaltung wird sich also an die Arbeit machen. In den Bauausschuss verwiesen wurde eine von der SPD beantragte Neugestaltung der „Bleiche“ in Dromersheim. Hierzu soll es auch einen Ortstermin geben, was alle Fraktionen einhellig begrüßten. Das alte Häuschen ist bereits abgerissen (die AZ berichtete mehrfach), nun soll entschieden werden, wie die Fläche mit Parkplätzen, Buswendeschleife und einem Brandweiher dahinter aufgewertet werden kann. Einig waren sich schließlich alle im Rat, dass die Anwohner einbezogen werden müssen. Wolfgang von Stramberg mahnte, „das Thema doch bitte aus ideologischen Debatten herauszuhalten“.

Ob am Ende die Bushaltestelle überdacht, zusätzlich Parkplätze geschaffen, eine Toilette für die Busfahrer aufgestellt und der Brandweiher renaturiert werden können und sollen, so wie es sich die SPD wünscht, bleibt also noch abzuwarten.