Ort der Vernetzung

Klaus Klein, Vorsitzender der Binger Freizeitkünstler, hielt die Eröffnungsrede. Foto: Sören Heim

Binger Freizeitkünstler eröffnen „Kunst Raum Bingen“ in der Salzgasse

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BINGEN. Kunst Raum Bingen – Das könne man auch zusammenziehen, dann spreche es sich wie „Kunsttraum“, so der Vorsitzende der Binger Freizeitkünstler, Klaus Klein, zur Eröffnung des Kunst Raums Bingen in der Salzstraße 14. Der Raum, so Klein weiter, solle eben nicht einfach nur ein Ausstellungsraum sein, eine Galerie, sondern ein Ort, an dem Künstler zusammenfinden, wo über Kunst diskutiert wird und Veranstaltungen wie Symposien, Diskussionsveranstaltungen zu künstlerischen Themen oder auch Lesungen durchgeführt werden können. Ein Raum, in dem sich Künstler zeigen, ausprobieren und auch vernetzen können. Das eben sei der Traum des Kunstraums.

Richtig eng wurde es in den lichten Räumen zwischen den zahlreichen Geschäften der Salzstraße zur Eröffnung am Samstag. Künstler und Kunstinteressierte haben sich eingefunden und lassen den Traum schon einmal Wirklichkeit werden. Herrliche Gemälde und Skulpturen bieten reichlich Diskussionsstoff. Im Eingangsbereich begrüßt neben der saisonal bedingten Weihnachtskrippe die gigantische Berglandschaft von Kleins Gemälde „Sentiero glaciologico“. Weitere Gemälde drängen sich dicht an dicht wie die Gäste. Etwa die aufgewühlt expressionistische Seeansicht „La Mer“ von Esther Payrhuber oder das bunte Tryptichon „Stadtansichten“ von Friedrich Zacher. Auch Binger Motive finden sich reichlich.

Angestoßen wurde das Projekt durch Dr. Albert und Esther Payrhuber, die, wie Albert Payrhuber erzählt, schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit für ambitionierte Künstler waren, ihre Werke auszustellen. Gemeinsam mit den Freizeitkünstlern nahm der Traum vom Kunstraum Fahrt auf, und schließlich entschlossen sich die Payrhubers, die Räume in der Salzstraße anzumieten. Auch die Stadt war sofort bereit, das Projekt mit Mitteln aus dem Programm „Aktive Stadtzentren“ zu fördern, wie Oberbürgermeister Thomas Feser erklärt. Er freue sich, dass es in Bingen so viele Menschen gebe, die sich auf ganz verschiedenen Gebieten ehrenamtlich engagieren, und auch in der Kunst sei das von großer Bedeutung. Dabei sei die Kunst für Bingen nicht nur ein ideeller Wert: Auch den Einzelhandel belebe solch ein künstlerisches Zentrum in der Innenstadt. Gegen die Konkurrenz des Internethandels zu bestehen sei nicht einfach. Er aber glaube, so Feser, dass das Wichtigste an einer lebendigen Stadt die Menschen seien, die dort wohnen. Und die wiederum bringe der Kunstraum in der Stadt zusammen.

33 laufende Meter Ausstellungsfläche gibt es, der Raum ist stark ausgeleuchtet, Küche und WC sind auch vorhanden. Es ist also alles gerichtet für weitere spannende künstlerische Veranstaltungen. Die Vernissage, musikalisch begleitet von Guido Blume am E-Piano, gibt einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen könnte. Dass es regelmäßig so voll wird im Kunst Raum wie zur Eröffnung, hoffen alle Beteiligten. Obwohl es in Bingen viele Ausstellungsflächen gebe, etwa im Heilig-Geist-Hospital oder im Löhrturm, so Klaus Klein, sei solch eine dauerhafte Einrichtung noch einmal etwas anderes und könne helfen, auch die Präsenz der Kunst und der Künstler in der Stadt zu verstetigen.