Mittelalter-Markt und Winterdorf

Christian-Karl Marx ist Marktmeister des Binger Weihnachtsmarkts. Foto: Christine Tscherner

Das Angebot des Binger Weihnachtsmarktes, der am kommenden Wochenende von Freitag bis Sonntag stattfindet, zeichnet sich durch Vielfalt aus

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BINGEN. Der dritte Advent hat Tradition: Am Freitag eröffnet Oberbürgermeister Thomas Feser den dreitägigen Binger Weihnachtsmarkt. Als Publikumsmagnet punktet seit 2011 der Mittelaltermarkt. Aber auch Freunde kreativer Handwerkskunst kommen auf ihre Kosten, Glühwein-Verkoster und Reibekuchen-Fans. Die Werbegemeinschaft als Organisator lädt ab Freitag in die festlich geschmückte Innenstadt.

„Stricksocken gehen lustigerweise immer.“ Barbara Mosmann ist selbst Ausstellerin und organisiert die Stände im Kulturzentrum. „Kreativmarkt“ ist die Mischung aus Strick und Schmuck, Kerzen, Keramik und Kosmetik getauft. „Neu ist die Caritas mit ihrer Integrationsgruppe im Foyer und die Kunstausstellung auf der Bühne“, sagt Mosmann.

Wildspezialitäten und Windspiele

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Handarbeiten haben nach wie vor ihr Stammpublikum. Geöffnet hat das Kulturzentrum am Freitag ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 12 Uhr. Draußen bestimmen rund 30 Stände das Bild. Wildspezialitäten und Windspiele, Obstbrennerei und Teespezialitäten zählt Marktmeister Christian-Karl Marx beispielhaft auf. Seit Ende November steht der Schausteller auf dem Binger Speisemarkt. Der Ober-Hilbersheimer hat im vergangenen Jahr das Heft als Marktmeister in die Hand genommen. „Routine kommt trotzdem nicht auf.“

Wichtig ist ihm die durchgehende Schlendermeile vom Freidhof bis zum Speisemarkt. „Wir sind nicht Mainz mit dem Domplatz und auch nicht Ober-Hilbersheim mit offenen Höfen und Streichelzoo“, rückt er Vergleiche zurecht. Doch für die Größe der Stadt biete Bingen einen wirklich gut abgestimmten Weihnachtsmarkt mit vielen Facetten. Die gesamte Fußgängerzone lockt mit heimeligem Budenzauber Besucher.

„Unser Zugpferd ist klar der Mittelaltermarkt“, sagt Marx. Denn wieder wird am Fuße der Burg Klopp drei Tage lang historisches Ambiente Einzug halten. Schwedenfeuer, Fackeln und Feuerkörbe sind gesetzt; gewandete Gäste bestimmen die Szenerie. Der Besuch ohne Eintritt ist besonders bei Familien beliebt. Die Zelte und Stände öffnen am Starttag um 14 Uhr, Samstag und Sonntag um 12 Uhr.

„Ohne die tolle Hilfe von Bauhof und Stadtwerken wäre so ein Markt nicht zu stemmen“, betont Marktmeister Marx. Buden und Tannen aufstellen, Dekohilfe bis hin zum Aufschließen einer Turnhalle für das Not-Nachtlager des Mittelaltervolks – alles will frühzeitig bedacht sein.

„Denn falls es schneit, ist der Bauhof mit Schneeräumen beschäftigt“, weiß Marx. Streudienst hat Vorrang. Auf den letzten Drücker geht ein Weihnachtsmarktaufbau eben nicht. „Ein möglichst einheitliches Bild in der Fußgängerzone ist das Ziel, aber um das CityCenter sind aber auch Zelte zugelassen“, sagt Marx mit der Erfahrung seines zweiten Organisationsjahres.

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Vielfalt ist das Binger Konzept, ganz klar. Mittelalterlicher Markt, Winterdorf unterm Tannenbaum, Kreativ-Markt im Kulturzentrum und dazu Weihnachtsmarkt mit traditionellem Gepräge in der Fußgängerzone sowie CityCenter ziehen an einem Strang.

Einen Glühwein-Stammtisch nach Bad Kreuznacher Vorbild einfügen, das schwebt dem Marktmeister für die Binger Adventszeit vor. Was er sich für das Wochenende des dritten Advents vor allem wünscht? Da wird Marx sehr konkret: „Kein Regen und eine Temperatur zwischen Null und fünf Grad.“ Optimales Weihnachtsmarktwetter also bitte.