In Bingen werden Schmuser gesucht

Die Jugendgruppe im Tierschutz Bingen hat alle Hände voll zu tun. Janna (v.l.), Louisa, Leonie, Lorena, Viktoria und Lara hoffen, dass die kleinen Stubentiger bald ein neues Zuhause finden. Foto: Jochen Werner

Es gibt über 30 Katzen im Grolsheimer Tierheim des Vereins Tierschutz Bingen. Für alle wird ein neues Zuhause gesucht – bis es so weit ist, brauchen die Tiger Streicheleinheiten.

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BINGEN/GROLSHEIM. Jeden Freitag trifft sich die Jugendgruppe im Tierschutz Bingen im Grolsheimer Tierheim, kümmert sich um Katzen und Kleintiere, versorgt die Begleiter, gibt auch hin und wieder Medikamente. Vor allem aber zeigen die rund 15 Mädels ab zehn Jahren Herz, schmusen und spielen mit den Vierbeinern, kennen genau ihre Verantwortung und nehmen diese mit Begeisterung auf sich. Was das im einzelnen ist, werden sie beim Tag der offenen Tür am 20. Oktober zwischen 11 und 17 Uhr präsentieren.

Über 30 Katzen warten außer einem halben Dutzend Kaninchen in Grolsheim aktuell auf ein neues Zuhause. Besonders glücklich wäre das rund elf Jahre alte Geschwisterpärchen Herr Schröder und Lilly, die aber nur als reine Wohnungskatzen abgegeben werden. Seit einem Jahr sind die beiden Stubentiger in ihrer Grolsheimer Herberge, länger als alle anderen Mitbewohner derzeit.

Der Verein Tierschutz Bingen wächst ständig. Vor wenigen Wochen konnte die Zahl von 150 Mitgliedern geknackt werden, in den vergangenen fünf Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. Maurice und Sabine Schäfer sowie Andrea Pecher aus dem Vorstandsteam freuen sich darüber, dass „eigentlich alle Mitglieder wirklich Interesse an den Tieren und dem haben, was wir tun“.

Aktuell sind die Grolsheimer auf Schmusekurs. Gesucht werden noch ehrenamtliche Helfer, die ein bisschen Zeit und guten Willen mitbringen, um mit den Katzen zu schmusen oder einfach ein bisschen Zeit verbringen und ihnen ein paar Leckerlis zu geben. Alle sollen nur für die Tiere da sein, „und nur die schönen Sachen machen“, sagt Sabine Schäfer, „damit die Katze merkt: Der Mensch tut mir nichts.“ Dabei könne man auch ruhig etwas lesen oder die Tiere bürsten. „Das erleichtert uns die Arbeit, und gleichzeitig haben die Katzen jemanden für sich allein, den sie nicht teilen müssen“, so Schäfer weiter.

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Problem mit wild geborenen Kätzchen

Im Rückblick auf das Jahr 2019 berichtet sie mit Ehemann Maurice von der vor allem in Süddeutschland extrem grassierenden Katzenseuche. Glücklicherweise hätten die betreuenden Tierärzte Dr. Irene Müller und Dr. Stephan Schuh genügend Serum gehabt. Ein Problem seien vor allem die wild geborenen Kätzchen gewesen. „Viele konnten wir wieder aufpäppeln, aber für manche reichte es einfacht nicht“, bedauerte die ehemalige Vereinschefin, die das Amt an ihren Ehemann weitergegeben hat.

Beim Tag der offenen Tür dürfen sich die Besucher wieder über Einblicke ins Tierheim freuen und dabei die bekannten Spezialitäten genießen. Vorgestellt wird nicht nur das jetzt fertiggestellte Kleintierhaus, sondern auch der von der Jugendgruppe gestaltete Kalender für das Jahr 2020. Die 15 Mädels sind ungemein aktiv, führen den Instagram-Account und stehen dafür ein, dass dieser ständig auf dem neuesten Stand ist. Betreut werden sie von Janna und Leonie und treffen sich jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr. Immer im zweiwöchigen Wechsel kommen die beiden maximal acht Jungs und Mädels starken Kindergruppen in einem Alter ab sechs Jahren dienstags zwischen 17 und 19 Uhr ins Tierheim. Wer mitmachen will, ist immer wilkommen. Allerdings gibt es laut Sabine Schäfer eine Vorbedingung: „Ein wenig Gespür für Tiere sollten die Kinder haben.“