Der Neubau der Stadtbibliothek in Bingen liegt im Zeitplan

Große Fensterflächen sorgen für Licht und Transparenz in der neuen Stadtbibliothek in der Basilikastraße. Fotos: Helena Sender-Petry

Es ist der Wunsch, dass das neue Haus für Bildung und Begegnung noch in diesem Jahr bezogen wird. Das Bürgerbüro im Schwarzen Haus soll 2020 an den Start gehen.

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BINGEN. Der Rohbau steht. Der Kran kann abgebaut werden. Nur noch hier und da ist „Betonkosmetik“ notwendig. Die Zimmerer können also anrücken, um das sogenannte Kathedraldach in Angriff zu nehmen. Alles läuft rund und nach Plan auf der Baustelle in der Basilikastraße, wo die neue Bibliothek täglich mehr Kontur gewinnt.

Große Fensterflächen sorgen für Licht und Transparenz in der neuen Stadtbibliothek in der Basilikastraße. Fotos: Helena Sender-Petry
Ein innen liegendes Treppenhaus verbindet die Etagen. Selbstverständlich gibt es auch einen Aufzug.

Auch wenn es noch viel Vorstellungskraft bedarf, sich die Buchregale, das kleine Café oder auch den Mehrzweckraum im Detail vorzustellen, ist schon jetzt klar: Dieses Gebäude gewinnt architektonisch durch die großen Glasfronten, die nicht nur für Licht und Transparenz sorgen, sondern gerade in den oberen Etagen einen stimmungsvollen Blick auf die Basilika möglich machen. Klare Sache, dass die Sitzgelegenheiten genau auf das Gotteshaus und den alten Baumbestand ausgerichtet werden sollen. Auch im Schwarzen Haus auf der Rückseite des Neubaus, dem künftigen Bürgerbüro, geht es voran. Zumindest ist alles ausgeräumt, im Grunde könnte es schon losgehen mit der Sanierung, doch: „Die Bibliothek hat Priorität“, sagt Oberbürgermeister Thomas Feser mit Nachdruck. Rund 2,9 Millionen Euro soll die neue Stätte für Bildung und Begegnung kosten – und nach Möglichkeit auch keinen Cent mehr. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Projekt mit 80 Prozent aus dem Topf „Aktive Stadtzentren“ bezuschusst wird. Der Wunsch sei es, so der Oberbürgermeister, die Stadtbibliothek noch in diesem Jahr einzuweihen. Der Grund: „Aktuell zahlt die Stadt 40 000 Euro Miete im Jahr für das Bürgerbüro und die Bibliothek an den jetzigen Standorten. Dieses Geld können wir zukünftig sparen.“ Zwischen Neubau und Schwarzem Haus liegt Baumaterial, der Boden gleicht einem gepflügten Acker. Doch bis hier ein Platz gestaltet werden kann, soll zuerst die Straße saniert werden. So ist der Plan. Denn der Kanal ist marode, auch das Telekommunikationsnetz wird erneuert. Und mit Blick auf die Nahwärmeversorgung sieht das Konzept vor, dass die Stadtbibliothek künftig Heizzentrale für das ganze Kulturquartier mit Kulturzentrum, VHS, Bürgerbüro und Stefan-George-Haus ist.

Ohne digitale Medien geht es nicht

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Das Konzept für die neue Stadtbibliothek setzt gezielt auf Neue Medien, auch wenn die klassische Buchausleihe weiterhin möglich und gewollt ist. Die Schwerpunkte haben sich halt verschoben. Die Stadtbibliothek wird zur Schnittstelle zwischen analogen und digitalen Formaten. Längst herrscht Konsens in Fachkreisen, dass die neue Kultur- und Wissensvermittlung ohne digitale Medien nicht mehr denkbar ist. Wie erfolgreich eine konzeptionelle Neuausrichtung sein kann, zeigt die Mediathek in Ingelheim, die mit ihrem Angebot Jahr für Jahr immer mehr Nutzer begeistert.