Demo zur Bewahrung der Schöpfung in Bingen

Neben einer Demo organisierte das Bündnis am Schöpfungstag auch wissenschaftliche Vorträge und Informationsstände. Foto: Sören Heim

Ein Bündnis aus Kirchen und Klimaschutzbewegungen hat am Schöpfungstag auch wissenschaftliche Vorträge und Informationsstände angeboten.

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BINGEN. Dass freitags wegen des Klimawandels demonstriert wird, ist mittlerweile Usus. Auch in Bingen. Etwa 200 bis 300 Demonstranten finden regelmäßig den Weg auf die Binger Straßen. Doch die Demo, die diesen Freitag am Bürgermeister-Neff-Platz startete, ist ein wenig anders zusammengesetzt. Zwischen den Jugendlichen sieht man auch deutlich mehr erwachsene Gesichter. Denn diese Demo ist nur der Auftakt zu einer ganztägigen Veranstaltung, zu der ein Bündnis aus Kirchen, Parents-, Fridays- und Scientists for Future mit Unterstützung der Stadtverwaltung aufgerufen hat.

Den von den Kirchen begangenen Schöpfungstag hat man sich auserkoren, um zu zeigen, dass Umweltschutz oder die Bewahrung der Schöpfung nicht allein das Anliegen junger Menschen sein kann. „Der Klimawandel geht uns alle an.“ Das könnte der Leitsatz dieses Tages sein, der nahtlos an die Abschlusskundgebung der Demo auf dem Vorplatz der Basilika mehrere Vorträge von Binger Wissenschaftlern in der Kirche anschließt, während rund um die Kirche knapp 40 Stände zum Klimawandel informieren. So stellt etwa das Repair Café sein nachhaltiges Konzept vor, die „Förster for Future“ erklären das Ökosystem Wald und auf einer Bilderstrecke wird über die CO2-Menge aufgeklärt, die es braucht, bis unterschiedliche Lebensmittel auf unserem Teller landen.

In der Kirche erinnert Dr. Esther Brendel mit der Verlesung der von über 27 000 Wissenschaftlern unterzeichneten Erklärung der „Scientists for Future“ daran, dass die Wissenschaft mit überwältigender Mehrheit hinter den Demonstranten steht. Später führt der Historiker Dr. Heiko Brendel in die Geschichte des anthropogenen Klimawandels ein. Prof. Dr. Urban Weber spricht über erneuerbare Energien und Prof. Dr. Katharina Eckartz beleuchtet verschiedene Aspekte der CO2-Bepreisung. Wie lieb gewonnene Gewohnheiten, das persönliche Umfeld, und andere allzumenschliche Eigenschaften dazu führen können, dass Menschen trotz besseren Wissens klimaschädliche Handlungsweisen nicht aufgeben, beleuchtet zum Abschluss Psychologin Sabine Wahler.

Bereits zuvor hatte auf der Abschlusskundgebung der Demonstration Schwester Maura Zatonyi aus dem Kloster Eibingen den Bogen des Klimaschutzes bis zu Hildegard von Bingen zurückgeschlagen. In Anlehnung an deren „Klage der Elemente“ warb Schwester Maura für einen schonenden Umgang mit der Schöpfung.

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Von einer gelungenen Zusammenarbeit sprechen die Teilnehmer des vielfältigen Bündnisses. „Fridays for Future“-Mitorganisatorin Saskia Halbenz zeigt sich besonders über die Vorträge in der Kirche zufrieden: „So werden Menschen erreicht, die man sonst vielleicht nie erreicht hätte.“