„Definitiv bei Winzerfest Schritt nach vorne gemacht“

Georg Sahnen will Publikum aus der ganzen Region nach Bingen bringen. Foto: Werner

Tourismus-Chef Georg Sahnen zieht erste positive Bilanz zum neuntägigen Großereignis, hat aber noch Ideen.

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BINGEN. Georg Sahnen ist nach 2018 als Leiter des Veranstaltungsbüros und Touri-Chef zum zweiten Mal verantwortlich für die Organisation des längsten Winzerfestes am Rhein.

Herr Sahnen, wenn Sie die Winzerfeste 2018 und 2019 vergleichen, zu welchem Schluss kommen Sie?

Wir haben definitiv einen Schritt nach vorne gemacht. Aber sicherlich gibt es Punkte, bei denen wir besser werden müssen. Die Eröffnung war klasse, verlief schnell, stringent. Vom Feuerwerk am Samstag waren die Menschen begeistert. Auch, weil wir auf die bengalische Beleuchtung verzichtet und dafür mehr Spektakel in der Luft veranstaltet haben. Das Chorkonzert am Mittwoch war deutlich besser besucht als in all den Jahren zuvor. Dabei haben wir auch die Außenübertragung besser koordiniert. Gut angekommen ist, dass am Schluss alle Chöre gemeinsam auf der Bühne aufgetreten sind. Eine solche Stimmenpower hat das Fest vielleicht noch nie erlebt.

Viele Teilnehmer hatten Kritikpunkte an der Winzerfest-Weinprobe. Wie stehen Sie dieser gegenüber?

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Wir wollen dieses Ereignis als festliche Winzerfest-Weinprobe ausbauen, ganz bewusst mit dem zweimaligen Begriff „Fest“ im Wort. Deshalb sind wir auch erstmals ins Kongresszentrum gegangen. Im Palais war es zuletzt einfach zu eng geworden. Ganz klar gibt es zwei Punkte, an denen wir ansetzen müssen. Das Essen war gut, kam aber zu langsam, war vielfach nur lau oder schlichtweg zu kalt. Auch beim Bühnenprogramm und bei der Präsentation und Moderation müssen wir ansetzen. Insgesamt wollen wir dieses feierliche Ereignis als gesellschaftlichen Anlass stärker ausbauen.

Was sich dann auch in den Preisen niederschlägt ...

Es geht hier nicht um eine prozentuale Preiserhöhung, sondern um die Frage: Was bekomme ich für mein Geld? Wir werden versuchen, den festlichen Anlass noch stärker hervorzuheben.

Zurück zum Fest. Wie kann Bingen mit seinem Winzerfest punkten?

Wir haben viel an den Details gearbeitet, 2018 ein einheitliches Design eingeführt. Wir werden aber auch weiterhin am Erscheinungsbild, am Rahmen, an der Werbung ansetzen. Diesmal haben wir zusammen mit der AZ Online-Werbung betrieben, waren in der Frankfurter S-Bahn präsent, hatten Seiten in regionalen Magazinen gebucht. Insgesamt versuchen wir, das Fest mit der Werbeansprache zu verjüngen, attraktiv zu gestalten.

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Wo liegen Ihre Hauptansatzpunkte?

Wichtig ist, dass wir mit den Winzern sprechen. Wir wollen das Publikum aus dem Rhein-Main-Gebiet anziehen. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern das Ambiente der Gewinnmarge gegenüber steht. Das Rotationsprinzip der Weinstandbesetzung geht noch bis 2021. Ich muss aber überlegen, wie es ist, wenn ich als Fremder hierher gehe. Eines funktioniert ganz klar nicht: Keiner darf erwarten, dass die Stadt alles löst. Alles geht nur gemeinsam!

Das Interview führte Jochen Werner.