Binger FWG kritisiert „Kultur-Tempel“

Die Wählergemeinschaft stört sich an der Äußerung von Oberbürgermeister Thomas Feser, den Kauf der Villa Würth auch ohne die Kreisverwaltung „durchziehen“ zu wollen.

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BINGEN. (red). Die FWG kritisiert die Äußerung von Oberbürgermeister Thomas Feser, den Kauf der Villa Würth auch ohne die Kreisverwaltung „durchziehen“ zu wollen (die AZ berichtete). „Schön, wenn ein Oberbürgermeister einen (weiteren) Kultur-Tempel aus eigenen Mitteln durchziehen würde. Aber es handelt sich hier um Steuergelder, viele Millionen Steuergelder“, heißt es in der Pressemeldung. Abgesehen davon, dass bis dato in keinem entscheidenden Gremium der Stadt hier jemals detailliert berichtet und beraten worden sei, „ist es verwunderlich, wenn schon seit dem Spätjahr 2018 Gespräche mit Verkäufer, und Kreisverwaltung geführt werden, dass der Souverän, also der Stadtrat, seine Informationen ausschließlich aus der Tagepresse erhält“. Kein Wort und keine Zahlen seien im erst kürzlich beschlossenen Haushalt zu lesen. Die FWG beklagt, dass in Bingen kulturhistorisch bedeutende Objekte von hohem Wert verrotten, Wohnraum fehle, kein Geld für die längst notwendige Neuanschaffung der Feuerwehrdrehleiter, keine Mittel für den Ankauf tatsächlich geeigneter Flächen für eine gemeinsame Feuerwache für Bingen und Bingerbrück vorhanden sei. Bei allem Verständnis für die Bedeutung Hildegards für Bingen sollten einige Steinreste und ein „Partykeller“ nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hildegard-Euphorie nicht von allen 25 000 Einwohnern Bingens als oberste Priorität gesehen werde. „Auch im Landkreis scheint die Begeisterung für ein gemeinsames Archiv und gemeinsame Millionenausgaben nicht gerade überschäumend zu sein. Fazit: „Die FWG lehnt die bis dato nebulösen Ideen und deren ungeklärte Finanzierung aus dem Stadtsäckel rundum ab.“