„Adventssamstage alle aufwerten“

Holger Timm (63) ist Eventmanager. Foto: Christine Tscherner

Am Freitag öffnet der Binger Weihnachtsmarkt. Die AZ sprach mit Holger Timm. Der Kaufmann fungiert für den Veranstalter Werbegemeinschaft als Eventmanager, sitzt im Vorstand...

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BINGEN. Am Freitag öffnet der Binger Weihnachtsmarkt. Die AZ sprach mit Holger Timm. Der Kaufmann fungiert für den Veranstalter Werbegemeinschaft als Eventmanager, sitzt im Vorstand und hat erstmals in der Adventszeit vor dem CityCenter-Eingang seinen Teestand aufgebaut.

Herr Timm, Sie dürfen gern trommeln. Was bietet das Wochenende?

Unser großes Plus an den drei Tagen Weihnachtsmarkt ist die Vielfalt. Das Winterdorf, der Kreativ-Markt, der Mittelaltermarkt und der Budenzauber bilden ein attraktives Gesamtpaket in der Fußgängerzone. Außerdem wird dieses Jahr der Nikolaus mit einem ausgesprochen prall gefüllten Sack mit Geschäftsspenden unterwegs sein.

Der Adventskalender mit Präsenten am Palais fällt ja weg. Mal ehrlich, spürt die Einkaufsstadt denn das Aus des Winterwunderlands?

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Für eine seriöse Einschätzung ist es zu früh. Grundsätzlich gilt: Alles Zusätzliche ist gut und die Stadt besser als ihr Ruf. Aber auch als bekennender Bingen-Fan muss ich festhalten, dass am zweiten Advent die Innenstadt tot war und der erste Adventssamstag sehr schlecht lief.

Nur das dritte Adventswochenende reicht also nicht?

Eben. Da müssen wir ran. Lieber alle vier Adventssamstage aufwerten, als alles in ein Wochenende buttern, das ist in der Tat Kern der Überlegung.

Wie wird der Binger Weihnachtsmarkt am Freitag starten?

Oberbürgermeister Thomas Feser eröffnet am Freitag um 17 Uhr auf dem Speisemarkt, dann geht es zum Fassbieranstich rüber auf den Neffplatz. Am Samstag um 16 Uhr wird das Jugendorchester Weiler in der Fußgängerzone spielen, und am Sonntag um 17 Uhr die Band Nachtexpress am Freidhof. Das CityCenter beteiligt sich mit einem eigenen Programm. Jeden Abend zwischen 17 und 18 Uhr tritt ein Ensemble der Musikschule dort auf.

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Vom Umzug des Weihnachtsmarkts ans Rheinufer wird gemunkelt. Was halten Sie von solchen Entwürfen?

Es gibt große Ideen, die das Rheinufer auch im Advent als besondere Kulisse sehen wollen. Für die Werbegemeinschaft als Organisator des Weihnachtsmarkts finde ich das kontraproduktiv, weil das Konzept Kunden ja nicht in die Innenstadt locken würde. Unsere Überlegungen gehen eher in die Richtung, die Mittelalter-Subventionen in Zukunft für Walking Acts oder Puppenspiel an allen Adventssamstagen einzusetzen.

Also weg vom Mittelalter?

Das Ambiente unterhalb der Burg ist wirklich wunderbar, und entschieden ist noch nichts. Aber das Konzept ist für mein Empfinden nicht mehr so einzigartig wie in den Anfangsjahren. Und unser Etat in der Werbegemeinschaft ist eben nicht so riesig, um alles zu stemmen.

Das Interview führte Christine Tscherner.