Mitglieder des Lions-Clubs in Hochheim widmen sich vor allem...

Lesen lernen heißt es in der mobilen Schule für Nomaden in Äthiopien, für die die Hochheimer Lions Ende des vergangenen Jahres 6000 Euro gespendet haben.Archivfoto: Hans Ulrich Hartwig  Foto:

„Das Vorurteil, dass im Lions Club nur Millionäre wären, stimmt nicht“, sagt der Hochheimer Hans-Ulrich Hartwig: „Wir sind alle ganz normale Leute, zum Beispiel Winzer,...

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HOCHHEIM/MAIN. „Das Vorurteil, dass im Lions Club nur Millionäre wären, stimmt nicht“, sagt der Hochheimer Hans-Ulrich Hartwig: „Wir sind alle ganz normale Leute, zum Beispiel Winzer, Bauunternehmer, freiberuflich Tätige oder wie ich selbst Beamte.“ Der Referatsleiter im Finanzministerium trat dem Club vor sechs Jahren bei, weil ihn das Motto „We serve“ und die „zehn Grundsätze“ der „weltumspannenden Lions-Kultur mit 1,4

Millionen Mitgliedern“ überzeugen. „Es geht darum, im ganzen Leben ethische Ziele zu verfolgen, anderen davon etwas abzugeben, was man erreicht hat, und dem Club die eigene Leistungsfähigkeit zur Verfügung zu stellen.“ Um ein „gutes Miteinander kommunikativ und transparent“ zu pflegen und Mittel zu generieren. Um anderen durch soziale Projekte zu helfen, nutze jeder „die Facetten seiner Fähigkeiten“, erklärt Hartwig. So engagiere er sich als Sprecher des Clubs, „weil mir die Pressearbeit liegt“. Winzer Willi Orth stellt den Lions-Wein her, Alexander von Rentz verkauft ihn beim Hochheimer Weinfest an seinem Stand.

Dass nur Männer im Lions Club Hochheim-Flörsheim sind, dass aus beiden Städten gleich viele Mitglieder kommen und ihre Zahl bei rund 40 stabil bleibt, ist kein Zufall. „Das war von den Gründern so gewollt und wir achten auf paritätische Verhältnisse“, sagt Hartwig. Dabei hilft das „Aufnahmeprozedere“. Denn der Club gehört zwar dem Vereinsring an, ist aber kein Verein, dem jeder einfach beitreten kann. „Dazu muss man von einem Mitglied vorgeschlagen werden, das einem als Pate zur Seite und bei Fragen zur Verfügung steht.“ Diesen Unterstützer kann aber jeder finden, der die „Bereitschaft hat, sich für andere einzusetzen“ und Kontakt zu den Lions aufnimmt.

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Da es „Abgänge“ vor allem durch Wegzug oder Sterbefälle gibt, nehme der Club pro Jahr in der Regel ein bis drei Neulinge auf. „Wir sind an jungen Leuten interessiert, die sich engagieren, und schätzen die Erfahrung älterer.“ Nur was die Mitgliedschaft kostet, will Hartwig nicht verraten. „Das ist intern.“

Damit der Club atme und dynamisch bleibe, wähle er jedes Jahr immer zum 1. Juli einen neuen Präsidenten. Bis Mitte 2017 setzt der Flörsheimer Thorsten Hoppen die Impulse für den Austausch bei den zwei Clubtreffen pro Monat. Dafür nutze er seine Erfahrung als Außenhandelsleiter einer Brauerei und seine Kontakte zur Landesregierung, die den Lions im Winter auch die Landtagsbesichtigung ermöglichten.

Hauptziel des Clubs ist und bleibt aber, soziale Einrichtungen zu unterstützen. So fördert er vor Ort seit jeher neben Einzelprojekten das Antoniushaus, Kirchen und Schulen oder neuerdings Kindergärten und die Flüchtlingshilfezum Beispiel mit Spiel- und Sportgeräten, pädagogischen Programmen, Zuschüssen auch zu Einrichtungs-, Restaurations- und Baumaßnahmen. Parallel beteiligt sich der Lions-Club an internationalen Projekten.

Spendenerlöse durch Benefizkonzerte

„Ende 2016 spendeten wir 6000 Euro an die Mobile Schule für Nomaden in Äthiopien“, nennt Hartwig das jüngste Projekt. Den Erlös erziele der Club seit der Gründung vor allem durch seine Benefizkonzerte: Das klassische im November in der katholischen Kirche und das jazzige im April, Mai mit der Bigband der Flörsheimer Stauffenbergschule in der Stadthalle.