Inspiration in der Altstadt

Rund um St. Peter und Paul eröffnet sich dem Fotografen eine Vielzahl lohnender Motive. Foto: Vollformat/Volker Dziemballa  Foto: Vollformat/Volker Dziemballa

Eine Foto-Safari, aber nicht durch die Serengeti – nein, durch Hochheim. Das Volksbildungswerk hat diese kleine Exkursion durch die Wein und Sektstadt erneut angeboten....

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HOCHHEIM/MAIN. Eine Foto-Safari, aber nicht durch die Serengeti – nein, durch Hochheim. Das Volksbildungswerk hat diese kleine Exkursion durch die Wein und Sektstadt erneut angeboten. Stadtführer Herbert Beyer sucht dabei mit Interessierten nach Motiven in den Weinbergen und in der Altstadt, der eigentliche Lehrgang beginnt indes im Haus der Vereine. Beyer möchte die Kursteilnehmer dort an Bildbearbeitungsprogramme heranführen, denn der Siegeszug der Digitalkamera bietet hier ganz neue Möglichkeiten. „Man kann da inzwischen ungeheuer viel machen, Details herausarbeiten“, erklärt er. Das soll in dem Lehrgang auch in der Praxis erprobt werden.

Zunächst stellen sich die Teilnehmer vor: Alle fotografieren in ihrer Freizeit, natürlich die Familie, aber auch Landschaften. Über eines herrscht sofort Einigkeit: Fotografieren heute ist etwas anderes als in Zeiten vor der digitalen Revolution. Herbert Beyer: „Früher hatte ein Film 36 Bilder. Da hat man lange überlegt, ob man etwas aufnehmen soll. Dann war eine Besonderheit aber vielleicht schon vergangen. Heute hat man unbegrenzt Platz, macht hunderte Photos, von denen vielleicht zehn gut sind. Beim Durchsehen denkt man: Müll, Müll.... das hier könnte was werden.“

Die Teilnehmer tauschen sich untereinander aus. Ein Herr sagt, dass er oft die Automatik ausschalte, diese würde eine zu kalte Perfektion erzeugen, gelegentlich sei sie aber nützlich. Beyer pflichtet ihm bei. Er möchte vermitteln, was viele große Fotografen auszeichnet: Es sei eigentlich nicht eine Makellosigkeit ihrer Werke; oft gebe es Unschärfen am Rande – was sie hervorhebe, sei das Einfangen einzigartiger Momente. Während die Teilnehmer zusammensitzen, werden Aufnahmen aus Hochheim an die Wand projiziert: Das Küsterhaus, St. Peter und Paul, Weinberge, Güter. „Es ist toll, was man hier alles entdeckt, wenn man die Augen aufmacht. Da finden sich Madonnen in kleinen Winkeln, alte Häuser“, meint ein Teilnehmer.

Beyer stimmt zu. Mittlerweile bieten die Stadtführer viele thematisch gebundene Rundgänge an, welche bei Wind und Wetter auf reges Interesse stoßen. Beyer und seine Gäste brechen auf, in Richtung der Weinberge. Sofort packt es die Ersten, sie haben Motive entdeckt: Das Weingut Künstler, den Kriegerstein. Blickt man von den Weinbergen in Richtung Rheinhessen und nach Rüsselsheim, zeigen sich Spuren der Industrialisierung, Neubauten. Die Vergangenheit ist aber noch nicht versunken, sie lebt in der Hochheimer Altstadt fort, die Silhouetten der herrlichen Kirchen zu Mainz zeichnen sich erhaben ab. Fotos vom Daubhäuschen werden gemacht, die Villa Burgeff in den Blick genommen. Der Odenwald erstreckt sich in der Ferne. Beyer erzählt von Erlebnissen mit befreundeten Fotografen: Zur blauen Stunde lichteten sie die Theodor-Heuss-Brücke ab; herrliche Farbspiele stellten sich ein.

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Auf den Stadtführer und seine Begleiter warten in den Weinbergen und den Gassen Hochheims viele inspirierende Kleinode, die nach individuellem Interesse in Augenschein genommen werden können. An den entstandenen Bildern soll dann unter kundiger Anleitung gefeilt werden.