Führungen bieten Auseinandersetzung mit den Arbeiten der...

Die Arbeit Einblick/Anblick steht seit 2002 zwischen Villa Burgeff und Hummelpark. Am Wochenende war sie in der Reihe „Kunst im Raum“ Gegenstand einer Kurzbetrachtung  Foto: Ulrich von Mengden   Foto: Ulrich von Mengden

. Wie stehen Kunstwerke und der umgebende Raum miteinander in Wechselwirkung? Auch mit dieser Frage befasst sich die monatliche Reihe in der Hocheimer Kunstsammlung, die im...

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HOCHHEIM/MAIN. . Wie stehen Kunstwerke und der umgebende Raum miteinander in Wechselwirkung? Auch mit dieser Frage befasst sich die monatliche Reihe in der Hocheimer Kunstsammlung, die im Februar unter der Überschrift „Kunst im Raum“ steht. Museums-Mitarbeiterin Jana Dennhard lud am Wochenende bei zwei Kurzführungen ein, sich unter diesem Aspekt näher mit dem Werk „Einblick/Anblick“ der Hochheimer Künstlerin Claudia Poeschmann auseinanderzusetzen. 2002 hatte die Malerin und Holzbildhauerin, die unter anderem Sakralobjekte für die evangelische Kirche in Hochheim entworfen hat, das Werk zwischen Burgeff-Villa und dem Hummelpark aufgestellt.

Wechselspiel zwischen zweiter und dritter Dimension

Es zeigt in großem Format eine auf Holz bemalte Bildfläche mit Schottersteinen in hyperrealistischer Malweise. Davor befindet sich ein Feld mit eben diesen porträtierten Steinen in den gleichen Maßen. Der Eindruck entsteht, dass sich die dreidimensionalen Steine auf der zweidimensionalen Holzfläche spiegeln.

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„Welche Rolle spielt bei der Betrachtung dieses und anderer Kunstwerke der umgebende Raum?“, wollte Jana Dennhard zu Beginn ihrer Ausführungen von den Kunstinteressierten wissen. Natürlich brachte jeder die Erfahrung mit, dass Kirchenräume, Museums- oder Theaterräume eine jeweils eigene Ausstrahlung haben, die Einfluss auf dort betrachtete Gegenstände nimmt.

Im Falle von Claudia Poeschmanns Arbeit, die eine Mischung aus Installation und Malerei darstellt, lohnte ein Rückblick in die Geschichte ihrer Präsentation.

Ursprünglich war das Exponat 2002 bei der Skulpturenmeile „Land-schafft-Kunst“ zwischen Massenheim und Delkenheim zu sehen. Dort wählte sie einen Standort eingerahmt von grünen Hecken. Nun steht die Arbeit frei auf einer Wiese. Unauffällig, bescheiden steht dieses gedoppelte Steinfeld da. Es verlangt nach einer bewussten Hinwendung. Es ist eine zarte Markierung der Natur durch Kunst, die entdeckt werden will. „Einer Schuttecke ohne Ausblick mit Einblick einen neuen Anblick verschaffen“ hat Claudia Poeschmann selbst erklärt. Der Betrachter ist zur aktiven Auseinandersetzung aufgefordert.

Interaktiv waren auch die beiden Kurzführungen, bei denen die Gäste im Dialog mit der Referentin standen und die Erfahrung von eigene Begegnungen mit Kunst in unterschiedlichen Räumen einbringen konnten. Mitnehmen konnte man, künftig Kunst nicht nur isoliert zu betrachten, sondern auch die Umgebung wirken zu lassen, in der sie gezeigt wird. In ein so gestaltetes Kunsterlebnis kann auch die Vorstellung einwirken, wie dieses Bild, jene Skulptur vor anderem farblichen Hintergrund oder unter anderen Lichtverhältnissen wirken würde. Diese Erfahrung konnten die Besucher am Wochenende machen. Am Freitag ummantelte die lediglich vom mattgelben Licht einer Laterne erhellte Dunkelheit das Werk, während am Sonntag die Führung in den Nachmittagsstunden für den „Anblick“ das Tageslicht bereitstellte.