Ein Wimpernschlag im Weltenlauf

Mit der Konfirmation sagen evangelische Christen im Alter von 13 bis 14 Jahren erstmals selbstständig „Ja“ zum christlichen Glauben, denn bei der Taufe bestimmen das in...

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HOCHHEIM/MAIN. Mit der Konfirmation sagen evangelische Christen im Alter von 13 bis 14 Jahren erstmals selbstständig „Ja“ zum christlichen Glauben, denn bei der Taufe bestimmen das in der Regel die Eltern. Um sich an dieses Fest zurückerinnern zu können, feierten rund 25 Jubilare am Sonntag, ihre Goldene, Diamantene, Eiserne, Gnaden- und Kronjuwelenkonfirmation. Das Wetter spielte mit, sodass strahlender Sonnenschein durch die Fenster der Kirche und auf den Kirchhof fiel. „Die Sonne scheint, so soll das sein an so einem Tag!“, findet Pfarrerin Mirjam Ambrozic. Nicht alle wurden in Hochheim konfirmiert, auch ehemalige Konfirmanden aus anderen Gemeinden, die mittlerweile in Hochheim wohnen, wurden eingeladen.

Gottesdienst steht unter dem Motto „Zeit“

Unter festlicher Orgelmusik und gemeinsam mit Pfarrerin Mirjam Ambrozic zogen die Jubilare in die evangelische Kirche ein. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Zeit“, und davon ist mittlerweile sehr viel vergangen. Zwischen 50 und 75 Jahren ist die Konfirmation der Jubilare schließlich schon her. Doch auch nach so einer langen Zeitspanne wurde früher wie heute aufgeregt vor der Tür gewartet, bis mit dem Einzug begonnen wurde. Mit Unterstützung des Kirchenchores unter der Leitung von Jens Lindemann wurde für eine festliche Gestaltung des Gottesdienstes gesorgt. Um zu verdeutlichen, wie wenig Zeit ein Menschenleben hat, wurde ein kleiner, versteinerter Ammonit aus der Unterkreidezeit verwendet, die 100 Millionen Jahre her ist. Zusammen mit einem Band, das den Zeitstrahl darstellte, wurden eine Million Jahre als etwa 1,25 Zentimeter beschrieben. Die Zeitdauer eines Menschenlebens hat in einem solchen Maßstab etwa die Dicke einer Frischhaltefolie. Das Leben ist somit nur „ein Wimpernschlag in der Weltgeschichte“, aber dennoch nicht unwichtig. Jedem Jubilar wurde ein Ammonit überreicht, jeder so individuell wie die Jubilare. Zudem verteilte Mirjam Ambrozic mit den Urkunden kleine Schriftrollen, auf denen die Worte „Meine Zeit steht in deinen Händen“ aus Psalm 31 geschrieben waren, die auch der Leitspruch des Festes sind.

Vor so vielen Jahren erhielten die damaligen Jugendlichen den Segen Gottes; viele Jahre älter sind sie nun geworden und auch um viele Erfahrungen reicher. So erhielten die Jubilare einen erneuten Segen Gottes, der auch als Stärkung für das Leben gilt. In den Fürbitten wurde für alle Jubilare und die Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben, gebetet. Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein kleiner Sektempfang statt, bei dem in Erinnerungen geschwelgt und sich über die verganges Jahre ausgetauscht wurde.

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Die Konfirmationen finden in diesem Jahr am 7. und 14. Mai sowie am 11. Juni statt; der dazugehörige Abendmahlsgottesdienst wird jeweils am Vorabend um 18 Uhr gefeiert.

Von Angela Hahn