Corona-Silvester in Gießen: Ordnungshüter setzen auf...

So soll es in der Silvesternacht aussehen: Wegen des bestehenden Verbots dürfte am Himmel praktisch kein Feuerwerk zu sehen sein.  Foto: Friese

Das Ordnungsamt der Stadt Gießen und die Polizei überwachen die Einhaltung der Corona-Regeln an Silvester. Das Verkaufsverbot für Feuerwerk wird eingehalten.

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GIESSEN. Feuerwerksverbot im öffentlichen Raum. Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. Wegen der Corona-Pandemie wird es diesmal ein ganz anderes Silvester, als es die Stadt gewohnt ist. Ordnungsamt und Polizei überwachen die Einhaltung der Regeln. "Wir haben eine gemeinsame Grundhaltung: Wir möchten informieren, die Menschen überzeugen, sich richtig zu verhalten, und nur dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt, sanktionieren", beschreibt Bürgermeister Peter Neidel den Ansatz. Seit Beginn der Pandemie gingen die Ordnungskräfte diesen Weg, und "so werden wir auch die Silvesternacht angehen", erklärt der Unionspolitiker.

Silvester ist besonders. Kaum ein anderer Tag dürfte in weiten Kreisen der Gesellschaft so eng mit festen Gewohnheiten verbunden sein. Gewöhnlich stehen gemeinsames Feiern und Treffen auf öffentlichen Plätzen auf dem Programm, um dort anzustoßen und sich dem Feuerwerk hinzugeben. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes und um die ohnehin angespannte Situation in den Kliniken nicht noch zu verschärfen, fallen all diese Feiertraditionen diesmal aus. Gießener müssen ab 21 Uhr in ihren Wohnungen sein und dürfen sie nur aus triftigen Ausnahmegründen verlassen. Feuerwerk im öffentlichen Raum ist gänzlich untersagt und in diesem Jahr auch nicht zu kaufen. Polizei und Ordnungsamt sind gemeinsam in der Stadt unterwegs, um auf die Einhaltung der Regeln zu achten.

"In großer personeller Stärke"

"Das Ordnungsamt wird im Laufe des Silvesterabends mit Lautsprecherwagen durch die Stadt fahren und nochmals über die Regeln informieren", erläutert Ordnungsdezernent Neidel. Im Sinne des bislang verfolgten Ansatzes würden die Kräfte nach 21 Uhr angetroffene Personen zunächst informieren. Wenn es aber zu Konflikten komme, würden die Regeln auch durchgesetzt. "Ordnungspolizei und Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes sowie die Landespolizei sind in großer personeller Stärke im Einsatz", resümiert der Bürgermeister.

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Polizei und städtisches Amt arbeiteten tatsächlich zusammen und unterstützten sich gegenseitig. Dies sei nicht selbstverständlich, fügt Joachim Bernard, Leiter der Polizeidirektion Gießen, hinzu. Gemeinsam decke man die komplette Bandbreite an Maßnahmen gegen Regelverstöße ab, aber "wenn möglich, wollen wir in erster Linie Kommunikation", so Bernard. Die Polizei setze an Silver deshalb auch Mitarbeiter ein, die in dieser Richtung besonders geschult sind. "Wenn das nicht funktioniert, sind wir aber so aufgestellt, dass wir mit Zusatzkräften eingreifen könnten, falls das notwendig ist", informiert der Leiter der Polizeidirektion. Die Ordnungskräfte beider Behörden seien gemeinsam in der Stadt unterwegs, um zu schauen, wo es Probleme gibt. Zudem sei man in der Lage, auf Hinweise aus der Bevölkerung zu reagieren, mit denen Bernard rechnet. "Wir sind aber guter Hoffnung, dass sich der größte Teil der Menschen an die Regeln hält oder ansprechbar ist", resümiert er. Bei den zusätzlichen Kräften handele es sich nicht um die Bereitschaftspolizei, sondern um Beamte der Polizeidirektion Gießen.

"Wir haben festgestellt, dass in der Stadt kein Feuerwerk verkauft wurde", berichtet Dirk Drebes, Leiter der Gewerbeabteilung des städtischen Ordnungsamtes, zur Kontrolle des Verkaufsverbots. Manche Geschäfte hätten zwar Feuerwerk beworben. Dies liege jedoch daran, dass die entsprechenden Publikationen bereits vor dem Verbot erstellt wurden. "Teils wurde in den Läden Feuerwerk angeliefert, aber auch wieder abgeholt", teilt der Abteilungsleiter mit. Auch an Silvester selbst führe die Behörde noch Kontrollen im Zusammenhang mit dem Verkaufsverbot durch.