Dorfladen in Hergenfeld überzeugt in Corona-Zeiten

Staatssekretärin Nicole Steingaß aus Mainz ist beeindruckt vom Hergenfelder Dorfladen. Das versichert sie Uwe Neumann vom Wirtschaftlichen Verein (Mitte) und Ortsbürgermeister Martin Theis. Foto: Wolfgang Bartels

Staatssekretärin Nicole Steingaß aus Mainz ist beeindruckt – das Angebot stimmt, die Kunden können sich glücklich schätzen. Jetzt wurde ein zusätzliches Kühlgerät angeschafft.

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HERGENFELD. Sogar Süßkartoffeln und rote Zwiebeln gibt es im Gemüsefach des Hergenfelder Dorfladens. Das Angebot ist frisch und auf der Höhe der Zeit. Geboten wird im Laden alles, was man im Alltag braucht, von frischen Brötchen bis zu Obst und Gemüse, von Wurstwaren bis zu Tiefkühlprodukten. Dazu Postdienstleistungen, Zeitschriften und Getränke – und regionale Produkte mit dem „SooNahe“-Siegel, darauf legt das Dorfladen-Team großen Wert. Für den Mittag hat sich eine ganz besondere Kundin angesagt, das Laden-Team ist etwas in Aufregung: Staatssekretärin Nicole Steingaß (SPD), im Mainzer Innenministerium zuständig für Landesplanung und Kommunalentwicklung. Die Staatssekretärin will in Erfahrung bringen, wie sich die kleinen Dorfläden in der Corona-Krise schlagen, zuvor war sie in Guldental, von Hergenfeld wird sie weiter nach Seibersbach fahren.

Uwe Neumann vom Wirtschaftlichen Verein, der den Hergenfelder Dorfladen trägt, und Ortsbürgermeister Martin Theis bedanken sich erst einmal bei Nicole Steingaß für „die wirklich schnelle, unbürokratische Hilfe“ aus Mainz. 1500 Euro hat der Dorfladen gleich zu Beginn der Corona-Krise bekommen, um die ersten Probleme zu überbrücken. Theis berichtet, dass der Dorfladen ein Kühlgerät anschaffen konnte, um die Vorratshaltung der Lebensmittel zu verbessern. Neumann ergänzt, der Vorstand des Vereins müsse immer wieder unterstützend eingreifen, um den Laden am Laufen zu halten. Doch der Verlust wegen Corona sei gar nicht so groß geworden, wie man anfangs befürchtet habe. Man habe sogar manchen neuen Kunden gewonnen, obwohl nur jeweils ein Kunde den kleinen Laden betreten darf: „Viele Bürger kommen hierher, weil sie sich hier sicherer fühlen als in einem großen Einkaufsmarkt.“ Nicht zu vergessen sei, dass sich der Dorfladen als Treffpunkt Nummer Eins entwickelt habe. Das sei gerade in Corona-Zeiten wichtig, wenn vor allem ältere Menschen ohnehin ihre Kontakte einschränken müssten.

Im 14. Jahr bietet der Hergenfelder Dorfladen nunmehr sein Sortiment an. „Die Gemeinde muss dahinter stehen. Sonst läuft es nicht“, erklärt Ortsbürgermeister Theis der Staatssekretärin. Auch wenn der Verkauf gut läuft, eine andere Einnahmequelle wird wegen Corona in diesem Jahr fehlen. Der Dorfladen hat jedes Jahr auch immer drei Feste veranstaltet: Im Juni wird „Erdbeerbowle mit Blasmusik“ serviert, am 3. Oktober folgt das traditionelle Oktoberfest und danach das Adventsglühen mit einem weihnachtlichen Markt. Und in diesem Jahr heißt es eben: keine Feste, kein Überschuss. Trotz all der Probleme: Der hohe Gast aus Mainz zeigt sich beeindruckt von den Leistungen des Dorfladen-Teams. Nicole Steingaß bedankt sich bei Theis und Neumann: „Mein Eindruck ist sehr positiv. Dieser Dorfladen ist eine runde Sache, wie ich finde.“ Und weiter geht’s nach Seibersbach.