Sanierung der Halle von Duchroth hat oberste Priorität

Jörg Schneiß ist seit sieben Monaten Ortschef von Duchroth. Archivfoto: Beate Vogt-Gladigau

Jörg Schneiß hat ein schweres Erbe angetreten. Nach 35 Jahren Amtszeit von Manfred Porr ist er nun seit sieben Monaten Ortsbürgermeister von Duchroth.

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DUCHROTH. Seit den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr sind viele Nachwuchspolitiker nun verantwortlich für die Zukunft der Gemeinden. Einige von ihnen ziehen eine erste Bilanz nach sieben Monaten Amtszeit. Heute: der Duchrother Ortsbürgermeister Jörg Schneiß.

Herr Schneiß, wie gestaltet sich Ihr Amt als Ortschef nach der 35-jährigen Ära Manfred Porr?

Das ist natürlich ein schweres Amt, Manfreds Vorgaben zu bedienen. Er hat viel erreicht durch die Aktionen, die gemacht wurden, durch Ehrungen, Medaillen, Erfolge. Es ist schwierig, diesem Weg zu folgen. Das ist aber auch nicht unser Ziel. Mein Ziel ist die Dorfgemeinschaft und dass alle an einem Strang ziehen. Es gibt dadurch, dass viel gemacht wurde – Haus Schumacher, dann das Rathaus – Projekte, die etwas in den Hintergrund gerieten. Wie zum Beispiel die Sanierung unserer Halle. Eine solche Einrichtung finde ich aber sehr wichtig. Denn die Dorfgemeinschaft braucht einen Versammlungsort, wo sich alle treffen können. Ich finde das wichtig für die Dorfgemeinschaft. Daher hat es hohe Priorität, mit diesem Projekt zumindest zu beginnen. Das gehört für mich zur Dorfentwicklung! Denn die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaute Halle ist schwer in die Jahre gekommen. Wir brauchen sie aber. Das sieht man an vielen Beispielen. Egal, ob es das das Treffen nach dem St. Martinsumzug war – danach war die Halle voll – oder andere Gelegenheiten sind, um zusammen zu kommen! Wenn wir eine solche Adresse nicht haben, wäre das für die Dorfgemeinschaft nicht zuträglich.

Welche weiteren Projekte stehen auf Ihrer To-Do-Liste noch ganz oben?

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Der Jugendtreff, um auch die jungen Leute mit ins Boot zu holen, sie dann auch für die Betreuung der Bücherei im Haus Schumacher zu interessieren. Außerdem wollen wir die Jugend motivieren, im Dorf mit anzupacken. Die jungen Menschen sollen einen Platz im Ort haben. Man sieht es überall: Wenn die Jugend weg ist, nachdem sie ihr Abitur, studiert oder eine Ausbildung absolviert hat: Wenn sie keinen Bezug zum Heimatort hat, dann ist sie weg! Ein weiteres wichtiges Vorhaben: Wir hätten auch gerne einen Anschluss von unseren Wanderrouten an die Wanderwege im Geo-Portal der Verbandsgemeinde, etwa an die Vitaltour „Geheimnisvoller Lemberg“. Wir wollen einen Leader-Antrag zur finanziellen Unterstützung stellen. Sicher ist aber auch, dass ein Wanderweg gepflegt werden und außerdem ein Alleinstellungsmerkmal haben muss. Es gibt verschiedene Ideen – etwa einen Behinderten-Wanderweg. Ob das auch funktioniert und welche Auflagen es für so ein Projekt gibt, das wissen wir momentan noch nicht. Nutzen können wir auch schon Vorhandenes, etwa die vielfältige Biodiversität am Gangelsberg. Vertreter der Kreisverwaltung und Naheland Touristik waren schon vor Ort, um sich zu informieren, und sie waren beeindruckt.

Haben Sie Ihre Kandidatur bisher bereut?

Nein, habe ich nicht! Es ist viel Arbeit, und ich bin ja kein Verwaltungsmensch. Dann muss man eben vieles nachlesen, hinterfragen. Aber es ist auf jeden Fall spannend.

Wie haben sich Ihre Freizeitaktivitäten verändert durch das Amt, das Sie im Juli vergangenen Jahres antraten?

Die haben sich komplett umgestellt. So richtig Freizeit wie früher gibt es nicht mehr. Die fällt hinten runter. Aber das wusste ich vorher schon. Das war klar.

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Das Interview führte Beate Vogt-Gladigau.