Levas Lädchen in Duchroth feiert einjähriges Bestehen

Der erste Geburtstag von Levas Lädchen ist für Gründer Jochen Leva (2.v.l.) ein Grund zu feiern. Und um neue Pläne zu schmieden. Foto: Beate Vogt-Gladigau

Vor einem Jahr hat Jochen Leva einen kleinen Dorfladen in der Naheweinstraße 28a eröffnet. Nun, zum ersten Geburtstag, wird das Projekt um ein weiteres Angebot erweitert.

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DUCHROTH. Es war ein Risiko. Und doch hat er es gewagt. Vor einem Jahr hat Jochen Leva, unterstützt von seiner Familie, „Levas Lädchen am Ringpfad“ eröffnet. Ein Dorfladen in der Naheweinstraße 28a, voll mit regionaler Feinkost, mit Obst, mit Gemüse. Nun feierte das Projekt beim Hoffest sein einjähriges Bestehen. Und Jochen Leva, der strahlte übers ganze Gesicht. Denn: Das erste Jahr lief „sehr gut“, unterstrich der Lädchenbesitzer.

Betritt man Levas Lädchen, begrüßt einen bereits am Eingang ein gemütliches, florales Ambiente. Einladend, gastfreundlich. Vermutlich ist auch das ein Grund, wieso nicht nur Duchrother sich mit dem Korb auf den Weg dorthin zum Einkaufen machen. Sicher ist, dass der Name Leva beim Erfolg geholfen hat, ist sich der Ladenbesitzer sicher. Schon sein Vater hatte von Maxdorf in der Oberpfalz aus Handel betrieben mit Obst, Gemüse oder Blumen – und dabei auch Duchroth beliefert. 1992 übernahm Jochen Leva das Unternehmen. 2008 gab es erste Kontakte mit SooNahe. Seit der Geburtsstunde der Regionalmarke baute Leva deshalb einen Vertrieb mit jenen Produkten auf. Natürlich stehen auch jetzt die Erzeugnisse regionaler Produzenten in Bioland-, Demeter- oder auch konventioneller Qualität bei ihm im Lädchen im Regal.

Das Konzept des Ladens, die Philosophie, sie funktioniert. Wie Jochen Leva bemerkt hat, hat ein Umdenken im Kaufverhalten eingesetzt. Die große Konkurrenz der Einkaufsmärkte sei nicht mehr so gravierend wie noch vor ein paar Jahren. Dorfläden haben wieder eine Chance. „Die Resonanz der Kunden wird bewiesen durch ihr Wiederkommen“, freut sich Leva. Immer wieder bekommt er am Hoffest Sätze zu hören wie: „Ich wollte Ihnen Dankeschön sagen, dass Sie den Mut hatten, den Hofladen zu eröffnen. Wir schätzen das sehr.“ Obwohl die beiden Töchter Catharina (Physiotherapeutin) und Christiane (Erzieherin) eigene berufliche Wege gehen, weiß ihr Vater, dass die beiden durchaus Interesse daran hätten, das Geschäft irgendwann weiter zu führen.

Aber es wurde nicht nur Einjähriges an diesem Tag gefeiert. Das Fest war zugleich Auftakt für die Eröffnung des neuen Pilgertreffs. Schließlich führen sowohl der Hildegardweg als auch der Jakobsweg mitten durch den Hof der Familie Leva. Das Schild für den Treff und die Hinweistafel, was den Wanderer im Ort erwartet, wurden von Leva gemeinsam mit Manfred Porr, dem Vorsitzender von KuLD (Kultur und Landschaft Duchroth), entwickelt und sind mehrfach im Dorf installiert worden. Darauf zu sehen sind Ortsangaben des Bäckers und Metzgers sowie der Winzer und natürlich der Stempelstation bei Levas. Die Pilgergruppen, die jüngst durchs Dorf kamen, hätten die Orientierungshilfe gelobt, sagt Leva. Genau wie Hinweise darauf, dass es im neuen Pilgertreff möglich ist, Erfrischungen zu kaufen, Gespräche zu führen sowie die protestantische Kirche mit den typischen Zwiebeltürmen zu erkunden. Denn: Ehefrau Ute Leva hat als Küsterin den Schlüssel zum Gotteshaus – und ermöglicht Besuchern gerne eine Besichtigung.

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KuLD-Vorsitzender Manfred Porr ist sich sicher, dass seine Pilger-Schilder mit vielen Infos auf einen Blick Vorbild für andere Orte sein könnten. Für Orte, die ebenfalls an den Pilgerwegen liegen. Jochen Leva ergänzt: „Wir müssen dieses Thema pflegen.“ Deshalb ist es umso trauriger, findet der Duchrother, dass an den Pilgerrouten bislang Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten Mangelware sind. Sein Lädchen aber bildet immerhin eine angenehme Ausnahme.