Ein Platz für Duchroths Jugend

In diesem gemütlichen Raum im Obergeschoss von Haus Schumacher wird sich in Zukunft die Duchrother Jugend zu bestimmten Zeiten treffen können. Foto: Beate Vogt-Gladigau

Wenn sich Jugendliche irgendwo treffen, muss nicht immer alles glatt laufen. In Duchroth startet die Ortsgemeinde nun einen neuen Anlauf und zwar im Haus Schumacher.

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DUCHROTH. Das so genannte Künstlerzimmer im ersten Stock des Hauses Schumacher wird um weitere Nutzer erweitert. Dazu zählt jetzt auch die Jugend der Gangelsberggemeinde. Wieder einen Treffpunkt für junge Menschen aus dem Dorf zu haben, ist eine Herzensangelegenheit von Ortsbürgermeister Jörg Schneiß, und der Gemeinderat schloss sich mit einer Enthaltung dieser Idee an.

Denn seit geraumer Zeit treffen sich junge Menschen aus Duchroth zwar in Grüppchen und Cliquen, aber eine feste Adresse haben sie nicht mehr, nachdem ihr Treffpunkt in den Räumen der protestantischen Kirchengemeinde vor rund eineinhalb Jahren geschlossen wurde. „Es lief nicht so gut“, so der Grund für das Aus an dieser Adresse.

Viele Jugendliche kennen sich nicht einmal richtig, beklagt Schneiß, der die jungen Menschen mehr in das Ortsgeschehen einbinden möchte. Nach Ende der Grundschulzeit trennen sich die Wege bei der Wahl der weiterführenden Schule, zumal der Transfer dann auch in verschiedenen Bussen erfolgt.

Damit es nun im neuen Quartier besser klappt, soll es keine Partys geben, die Zeiten werden vorher festgelegt, und spätestens um 22 Uhr ist Schluss. Im übrigen: Die Verantwortung übernimmt Schneiß als Ortschef, da sich der Treffpunkt in einem öffentlichen Gebäude befindet. Die Marschroute mit festen Regeln unterstützte auch Martin Schwerbel. Der Erste Beigeordnete der VG Rüdesheim hat so seine Erfahrungen mit Jugendräumen: „Es läuft nicht überall glatt.“

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Außerdem sollen künftig auch Pilger das Künstlerzimmer nutzen können. Schließlich queren Jakobs- und Hildegardweg das Dorf der Reben und Rosen. In diesem Raum im Obergeschoss von Haus Schumacher können Menschen auf Pilgerschaft auch übernachten – das Badezimmer ist gleich nebenan.

Die Nutzung des Raumes, der ursprünglich für Kunstschaffende reserviert war, ist auch deshalb derzeit im Umbruch, da die Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach momentan ruht beziehungsweise neu formuliert wird. Fast zehn Jahre haben Studierende der HfG in Duchroth ihre Handschrift hinterlassen, zuletzt junge Leute der Fachrichtung Produktgestaltung unter der Leitung von Prof. Petra Kellner, die jetzt aber emeritiert ist.

Ein Motor für diese nicht alltägliche Zusammenarbeit war der damalige Ortsbürgermeister Manfred Porr, der auch nach seiner Amtszeit ein Mandat im Rat hat. Er wünschte sich, dass das Obergeschoss im Haus Schumacher, das „in top Zustand“ ist, auch durch die erweiterte Nutzung so bleibt. „Das Künstlerzimmer und die Bücherei zeigen die Handschrift eines außerordentlichen Engagements“, so sein Appell.

Momentan sorgen im Haus Schumacher Pellets-Öfen für Wärme – aber eben nicht ausgewogen im Raum verteilt. In unmittelbarer Nähe ist es mollig warm, am anderen Ende der Stube ist es eiskalt. Abhilfe sollen jetzt Infrarotheizungen schaffen, die ohne bauliche Maßnahmen installiert werden können. Diesen Grundsatzbeschluss fasste der Rat einstimmig. Jetzt sollen Angebote eingeholt werden.