Der Blick über die Blockkante: Malerei-Eleven lernen beim...

Konzentriert beschäftigten sich die Teilnehmerinnen beim Aquarellkurs mit Dozent Gernot Meyer-Grönhof (2.v.r.) mit der Landschaft rund um Duchroth.Foto: Beate Vogt-Gladigau  Foto: Beate Vogt-Gladigau

Eine schöne Landschaft ist ein Genuss für die Augen und das Gemüt. Soll sie aber mit Stift und Pinsel auf Papier übertragen werden, muss sie analysiert werden, um ihr...

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DUCHROTH. Eine schöne Landschaft ist ein Genuss für die Augen und das Gemüt. Soll sie aber mit Stift und Pinsel auf Papier übertragen werden, muss sie analysiert werden, um ihr gerecht zu werden. Das taten die Mal-Eleven jetzt unter der fachlichen Obhut des Kreuznacher Künstlers Gernot Meyer-Grönhof. Nicht zum ersten Mal ist Meyer-Grönhof auf Einladung des Vereins KuLD (Kultur und Landschaft Duchroth) in der Gangelsberggemeinde tätig.

Wie groß ist der erste Baum, wie groß der dahinter?

Voller Elan ging die Gruppe jetzt auf die Höhen über Duchroth. Zunächst musste aber das Gesehene strukturiert werden, um es zeichnerisch auf das Blatt zu übertragen. Um die Vielzahl von Landschaftselementen „einzusortieren“, hilft es, Markierungspunkte festzulegen.

„Wie groß ist der erste Baum, und der zweite dahinter und dann der Fußweg“, half Meyer-Grönhof, den Raum zu analysieren. Denn oft schleicht sich ein Widerspruch in der Wahrnehmung ein, und die perspektivische Verkleinerung wird nicht berücksichtigt, wenn man einfach nur „weiß“: Der Baum weiter weg ist enorm groß. Macht man aber die Abmessprobe über die Blockkante hinaus mit den Fingern, stellt sich das Gesehene anders dar. Dann fällt es auch leichter, aus malerischen Andeutungen Elemente wie Himmel, Dorf oder Berge wahrzunehmen.

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„Feldergrenzen sind auch Farbgrenzen“, so Meyer-Grönhof, als die Crew am Brunnenhäuschen auf Duchroth und den Gangelsberg blickten. Bläulich-gräulich entschwinden die Hunsrückhöhen im Hintergrund. „Je näher die Landschaftsteile in den Vordergrund rücken, müssen die Farben immer kräftiger werden“, nimmt Meyer-Grönhof auch Bezug auf eine von Leonardo da Vinci entwickelte Technik, bei der Hintergründe in einen nebligen Dunst gehüllt werden („Sfumato“ – zu deutsch verraucht, verschwommen).

Die richtigen Proportionen sind schwer umzusetzen

Mitnehmen konnten alle etwas aus diesem Kurs, wie sich herausstellte. Teilnehmerin Heike Christian beschäftigte sich zum ersten Mal mit Aquarell und gab zu: „Es ist schwierig, die Landschaftsproportionen richtig hinzubekommen.“

Aber es klappte. Für Martina Porr kam der Kurs gerade richtig, denn im Alltag nehme man sich nicht die Zeit dafür. „Toll“ findet es Gabi Krewers, gemeinsam mit anderen zu malen, „vor allen Dingen unter der genialen Anleitung von Meyer-Grönhof“. Yvonne Hebel war extra aus Langenlonsheim nach Duchroth gekommen, denn sie möchte Innenarchitektur studieren und wollte ihr Potenzial zunächst einmal beim Landschaftszeichnen testen.