Narren singen begeistert die Argenschwanger Hymne mit

Die „Areschwanger Bachpiraten“ unter der Leitung von Petra Ender ließen Frauenherzen höher schlagen. Foto: Helena Walheim

Die Argenschwanger feierten Fastnacht im gutgefüllten Dorfgemeinschaftshaus. Das Bühnenprogramm war gespickt mit unterhaltsamen Rednern, ausgefallenen Tänzen und...

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ARGENSCHWANG. Für ein paar Stunden haben die Argenschwanger ihr Dorfgemeinschaftshaus in eine Fastnachtshochburg verwandelt. Einen Abend mit Showtanz, Anmut, Akrobatik und fantastischen Rednern versprach Moderator Walter Schauß seinem feierlustigen Publikum, das nicht enttäuscht werden sollte. Unterstützung erhielt er von Mönch Maximilian Holzhauer, der den Aufbau der Bühnenkulisse übernahm und den Aktiven die Orden verlieh. Organisatorin Petra Ender gelang es sogar, große Stars wie Tina Turner alias Peter Hoenigh und Thomas Frank als Andrea Berg auf die Bühne zu holen.

Ausgestattet mit einem feschen Wanderhut erklomm Willi Lange als Wandersmann die steilen Treppenstufen zur Bühne und stimmte ein fröhliches Liedchen an. Um seiner Leidenschaft nachzugehen, ist er Mitglied in einem Wanderverein mit dem bezeichnenden Titel „Männer über drei Zentner“, kurz „MÜ3Z“. „Die Wanderwege, die ich begehe, heißen deshalb nur noch Trampelpfade“, stellte der rüstige Wandersmann fest. Zum Wandern muss die Gruppe nicht erst weit weg in die Alpen reisen, denn auch hier im schönen Gräfenbachtal gibt es fantastische Wanderrouten, die es zu erkunden gilt. Doch wenn die Truppe mit 20 Mann im Gleichschritt in Argenschwang über die Hauptstraße marschiert, dann bebt die Erde. Da könnten im benachbarten Dalberg schon mal die Autos wackeln, erzählte der Wandersmann.

Zum einjährigen Bestehen des Vereins war ein größerer Ausflug geplant. Von München aus ins Allgäu und mit Durst zur Berghütte hinauf sollte es gehen. Ganz so reibungslos, wie sich das die „MÜ3Z“ vorgestellt hatten, lief es leider nicht ab. Wandersmann Willi Lange blieb doch tatsächlich auf den letzten Metern vorm Ziel in der Seilbahn stecken. Laut Herstellerangaben ist diese für den Transport von sechs Personen ausgelegt. Der Wandersmann erkannte das Problem, wenn auch etwas zu spät: „Wenn wir mit mir an Bord zu dritt schon zu acht in der Seilbahn sind, dann sind wir definitiv zu schwer!“ Die Befreiung glückte dank Bergrettung, sodass schließlich doch noch auf der Berghütte der Durst gestillt werden konnte.

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Dank Inge Jörg gibt es seit diesem Abend übrigens eine Hymne für Argenschwang: Erstmals präsentierte sie ihr eigens gedichtetes musikalisches Werk auf großer Bühne. Obwohl ihr Partner Ralf Wingenter aus Spabrücken krankheitsbedingt ausfiel, scheute sich die Fastnachterin nicht, alleine aufzutreten. In Matrosenmontur besang die Argenschwangerin in zahlreichen Strophen, was ihr Dörfchen so alles zu bieten hat. Spätestens beim Refrain stiegen alle zur Melodie „An der Nordseeküste“ mit ein: „Mer sin Kesselflicker aus Areschwang, un hot Dalberch ke Sun meh, bei uns scheint se noch lang.“ Die Argenschwanger waren so begeistert, dass sie den Refrain ihrer Dorfhymne auch noch nach der Sitzung munter weitersangen. Ein Hingucker waren in jedem Fall die acht Männer der „Areschwanger Bachpiraten“. Im roten Fransenkleid im 20er Jahre-Stil boten die Herren eine Tanzdarbietung, die besonders die Damen begeisterte. Zum krönenden Abschluss ließen die Bachpiraten Konfetti vom Himmel regnen.

Nach dem stimmungsvollen Finale ging der offizielle Teil zu Ende. Angeführt von Sängerin Eva Ender feierten und tanzten die Aktiven auf der Bühne. Mit ihrer kraftvollen Stimme riss sie auch den letzten Narr im Publikum von seinem Platz. Die musikalische Umrahmung gestaltete „Let’s dance“ aus Argenthal. Das Duo ließ nicht nur den Tusch an den richtigen Stellen ertönen, sondern sorgte auch für gute Tanzstimmung bei der After-Show-Party.