Marc Ullrich kandidiert für das Amt des Bürgermeisters der...

Gratulation für Kandidat Marc Ullrich (links), der mit 100 Prozent von den SPD-Mitgliedern nominiert wurde, von (v.l.) Michael Simon, Dr. Dennis Alt und Claudia Maschemer.Foto: Beate Vogt-Gladigau  Foto: Beate Vogt-Gladigau

Vor gut drei Wochen nominierte der SPD-Gemeindeverband um Vorsitzende Claudia Maschemer den parteilosen Marc Ullrich (48) als Bewerber für das Amt des Bürgermeisters der...

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NEU-BAMBERG. Vor gut drei Wochen nominierte der SPD-Gemeindeverband um Vorsitzende Claudia Maschemer den parteilosen Marc Ullrich (48) als Bewerber für das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach. Es war eine 100-Prozent-Landung! Diese positive Reaktion auf die Kandidatur des kommunalpolitischen Quereinsteigers setzte sich auch im Umfeld von Ullrich fort, wie er jetzt der AZ auf Nachfrage sagte.

Die Resonanz spürte Ullrich in Neu-Bamberg aber etwas zwiegespalten, denn neben den vielen guten Wünschen machte sich auch Bedauern breit, dass der seit 2014 amtierende Ortschef bei einem Wahlsieg in der nächst höheren Liga spielt. „Ich bleibe aber bis 2019 im Amt als Neu-Bamberger Bürgermeister“, versprach Ullrich. Er habe etliche Projekte angestoßen, die er noch gestalten möchte.

„Zurzeit bin ich viel unterwegs“, erzählt der freiberufliche Personalberater Ullrich, der einen Abschluss als Diplom-Ökonom in der Tasche hat. Wenn er sich in Mitgliederversammlungen der SPD-Ortsvereine vorstellt, zeigen auch etliche Bürgerinnen und Bürger Interesse, die kein Parteibuch besitzen oder aus anderen Dörfern kommen.

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Überhaupt hatte Ullrich festgestellt, dass seine Parteiunabhängigkeit zustimmend begrüßt wurde. „Das sei bei einem potenziellen Verbandsbürgermeister nicht das Schlechteste“, erfuhr er in Gesprächen. Aber auch bei skeptischen Stimmen heißt die Devise von Ullrich: Kooperation, an einem Strang ziehen, Grabenkämpfe vermeiden. Diese Einstellung hat ihn bei seiner Bürgermeistertätigkeit vor Ort stets erfolgreich begleitet.

Einbringen wird sich Ullrich auch auf Veranstaltungen oder Märkten, wie sie in dieser Jahreszeit im Terminkalender stehen, um sich mit den Besuchern auszutauschen und um sich gegenseitig kennenzulernen. Kurz: Er möchte vor Ort sein, denn die Problemlage in den Dörfern ist sehr unterschiedlich.

Vor allen Dingen die „neuen“ Dörfer Altenbamberg, Feilbingert, Hallgarten und Hochstätten möchte Ullrich sich näher anschauen, wobei ihm Fusionen nicht fremd sind. Im Zusammenschluss auf kirchlicher Ebene hat er Erfahrungen durch sein ehrenamtliches Engagement in verschiedenen kirchlichen Gremien gesammelt.

Auch die Schulen spielen in Ullrichs Besuchsprogramm eine wichtige Rolle. Im Fokus stehen dann die Ausstattung und das Angebot für Nachmittagsbetreuung. Geplant ist außerdem ein Treffen mit Wehrleitern und interessierten Feuerwehrkameraden, um deren Sorgen und Nöte zu erfahren. Seine Eindrücke, die Ullrich vor Ort aufnahm, werden ins Wahlprogramm integriert, das noch im November formuliert werden soll.

Während mit der Feilbingerter Bürgermeisterin Andrea Silvestri bereits Ende September eine CDU-Kandidatin für das Amt des Verwaltungschefs nominiert wurde, wird sich die FWG noch Zeit lassen, war von Vorstandsmitglied und Beigeordnetem Achim Enders zu erfahren. Spätestens bis Mitte Januar wird sich die FWG outen. Die Chancen, eine eigene Frau oder einen eigenen Mann zu stellen, bewertet Enders mit 50 zu 50. Sollte die FWG keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, wird sie aber keinen der jetzt schon feststehenden Bewerber unterstützen. „Damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht“, so Enders. Wo man dann das Kreuzchen setzt, sei außerdem eine Sympathiefrage.

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„Ich gehe davon aus, dass wir keinen eigenen Bewerber stellen“, sagt die stellvertretende FDP-Fraktionssprecherin Heike Breitenbach. Freimütig gibt sie zu, dass sie persönlich „näher bei der CDU“ sei als bei der SPD, zumal es im Verbandsgemeinderat eine Koalition aus CDU, FWG und FDP gibt. Und wieder ganz persönlich: „Ich finde es gut, wenn in der Verwaltung auch einmal ein anderer Wind weht.“