Schönste Nahe-Bank in „Öde und Graus“

In unserer Serie über schöne Bänke darf natürlich die Burg Montfort nicht fehlen. Hier finden sich viele Sitzmöglichkeiten, aber „unsere“ Bank ist die links auf dem Bild. Sie steht in den Mauern, die einst wohl zur Burgkapelle gehörten. Foto: Robert Neuber

Seit 566 Jahren ist die Burg Montfort eine Ruine. Sie inspirierte in der Romantik diverse Poeten zu düsteren Beschreibungen, aber heute ist sie ein wunderbares Ausflugsziel.

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HALLGARTEN. Es war ziemlich genau vor 566 Jahren. Die Burg Montfort bei Hallgarten wurde am 19. Oktober 1456 eingenommen, und zwar von den bischöflichen Streitern aus Mainz sowie dem „bösen Fritz“, Pfälzer Kurfürst. Schlapp machten an diesem Tag die Burgverteidiger, die „Herren von Montfort“ sowie die „Herren von der Porten“. Sie hatten geschlafen, und zwar sprichwörtlich: Denn die aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burgmauern waren nicht auf dem neuesten Stand der Artillerietechnik, und so barsten sie durch den Beschuss mit Sandsteinkugeln schnell. 60 Mann ergaben sich nach kurzer Zeit. Zunächst blieb die Kernburg erhalten. Doch als die Bewohner die Kriegsreparationen nicht zahlten, war das Ende der großen Burg gekommen. Sie wurde am 6. Januar 1457 in Brand gesetzt, der Wiederaufbau auf ewig verboten.

Auf der Google-Maps-Karte unten auf dieser Seite finden Sie einige der „schönsten Bänke an der Nahe“ gesammelt. Jede Bank lässt sich anklicken, dazu gibt es Bilder, einen erläuternden Text sowie die GPS-Daten. Damit lassen sich die Bänke über die Google-Maps-App auf Ihrem Smartphone direkt finden und ansteuern.

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Seitdem ist die Burgruine Montfort mehr oder weniger so geblieben, wie sie damals endete. Es gab natürlich Schäden durch Wind und Wetter, und die Natur holte sich mit viel Grün die Burg zurück. Das machte sie von außen zu einem gerade für Romantiker interessanten Blickfang – in einer Beschreibung des „Nahe-Thals“ von 1838 ist von „düsterer Öde überall, Graus der Zerstörung ringsum“ die Rede, und der Schreiber dreht sogar noch weiter auf – hier einige Zitate: „von nichts gestörte Einsamkeit, „schauerliche Abgeschiedenheit“, „Verlassensein von befreundeter Menschennähe“, „tote, stille Einsamkeit“.

Das hat sich natürlich alles sehr geändert. Mitte der 1970er-Jahre wurde mit ersten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen begonnen, die alte Burg zu sichern und als kulturelles Gut wieder zum Leben zu erwecken. Das setzte sich bis in die 1980er-Jahre fort, und der 1984 gegründete Verein der Burgfreunde Montfort kümmert sich dankenswerterweise bis heute um dieses historische Schmuckstück.

Den lokalen Helfern ist es zu verdanken, dass die Burg mittlerweile hervorragend als Ausflugsziel ausgestattet ist – alleine das Hinaufklettern zum Burgturm über eine Wendeltreppe ist phänomenal. Rund um die Burg gibt es natürlich viele Sitzmöglichkeiten. Unsere Wahl für die schönste Bank fiel aber mal wieder auf eine, die nicht sofort ins Auge fällt. Es ist die Bank im Rest des alten Gebäudes links vom Eingang. In der Historie ist davon die Rede, dass hier einst wohl die Burgkapelle untergebracht war. Im Boden gefundene Reste von aufwendigen Fenstereinfassungen haben darauf schließen lassen. Früher also Gebet, heute ganz sicher wunderbare Kontemplation!

Die in Google Maps einzugebenden GPS-Daten dieser Bank: 49°45’55.146814“N 7°46’3.568628“E