Emotionen im Kegelkeller

Beim Kegelturnier in der Bechtheimer Mehrzweckhalle legen sich (von links) Marvin Schwibinger und Hans-Jürgen Wihler ins Zeug für ihr Team. Foto: pa/Alessandro Balzarin  Foto: pa/Alessandro Balzarin

In die Vollen und voll in die Neune. In Bechtheim ist es wieder rund gegangen beim Kegelturnier der Ortsvereine, ausgetragen in der Mehrzweckhalle. Initiator ist der...

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BECHTHEIM. In die Vollen und voll in die Neune. In Bechtheim ist es wieder rund gegangen beim Kegelturnier der Ortsvereine, ausgetragen in der Mehrzweckhalle. Initiator ist der Bayern-Fanclub „Pilgerpfad Bechtheim“, der dieses Turnier zum fünften Mal ausgerichtet hat. Neun Mannschaften stellten sich der Herausforderung und ihre Namen sind mitunter kurios. Kegelbomber, Lalabus und Dummbabbler nannten sich einige. Wenn man genug dumm babbelt, wird man automatisch ein Dummbabbler, erklärt einer feixend, wie es zu diesem Namen kam. Nun, das klingt logisch. Der Name Lalabus, die das Turnier gewannen, erklärt sich von selbst. „Es ist die Abkürzung für Landrauenlaufburschen“, sagt der Zweite Vorsitzende Bernd Völker. Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Feuerwehr nebst der Jugend nahmen teil, ebenso die Freitagsturner, die Landfrauen und der Bayern-Fanclub selbst.

Die Teams bestehen also aus Gruppierungen der Ortsvereine, erklärt Völker weiter, der bedauert, dass es sehr wenig Resonanz von den übrigen Vereinen gab. Schließlich handele es sich bei dem Turnier um eine Gaudiveranstaltung. Fünf Leute konnten sich als Team anmelden. Der Erste Vorsitzende Sascha Helm saß im Keller und beobachtete die Würfe mit Argusaugen. Die Spielregeln sind einfach und verständlich gehalten. Fünf Mal wird in die Vollen geschmissen und fünf Mal abgeräumt. Wichtig für das Endergebnis ist die Punktezahl. Wer letztendlich die meisten hat, ist Sieger.

Die Emotionen aus dem Kegelkeller wurden im wahrsten Sinne des Wortes nach oben übertragen. Eine Kamera übertrug das Geschehen ins Erdgeschoss. „Oben sitzt es sich ja auch besser, denn da findet ja auch die Bewirtung statt“, meinte ein Teilnehmer schmunzelnd und freute sich über den kurzen Weg zur Verpflegungsstelle, wo sich die Frauen des Fanclubs um das leibliche Wohl der Gäste und Kegler kümmerten. Der Name des Gewinner-Teams der Lalabus wurde auf einer kleinen Metallplatte verewigt. „Wir hoffen, dass die sich schnell füllen wird“, sagt Völker.

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Wanderpokal und „Pechvogel“

Wer keine Aussicht auf den ersehnten Wanderpokal hatte, konnte einen der anderen, kleineren Pokale ergattern und für das letzte Team stand sogar noch der obligatorische Pechvogel parat, der mit nach Hause genommen werden durfte. Eigentlich sind die meisten Mitglieder im Bayern-Fanclub Fußballspieler, aber mit dem Alter kommen da die kleinen Wehwehchen zum Vorschein. „Weil wir kein Fußball mehr spielen können, sind wir halt aufs Kegeln gekommen“, erklärt Bernd Völker und lacht. Den zurzeit 50 mitgliederstarken Verein gibt es seit 21 Jahren.

Von Karl M. Wirthwein