Mit Oldies auf Nahost-Trip

Monatelang haben sie ihre Freizeit geopfert, jede freie Minute in der Werkstatt verbracht und so viele Euros wie möglich zur Seite gelegt: Fünf junge Männer aus Rheinhessen...

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UNDENHEIM/FRIESENHEIM/ VENDERSHEIM. Monatelang haben sie ihre Freizeit geopfert, jede freie Minute in der Werkstatt verbracht und so viele Euros wie möglich zur Seite gelegt: Fünf junge Männer aus Rheinhessen erfüllen sich einen großen Traum und gehen am Samstagmorgen in der Nähe von Straßburg an den Start zur Europa-Orient-Rallye. Nach rund 8000 Kilometer Wegstrecke heißt das Ziel dann Jordanien.

Idee entstand bei einer Geburtstagsfeier

Die Fünf sind seit Jahren gute Freunde, irgendwie „ein verrückter Haufen“, wie sie sich selbst beschreiben. Und die „verrückte Idee zur Rallye-Teilnahme“ entstand bei einer Geburtstagsfeier. Aus einem Spaß wurde aber schnell ernst, der Undenheimer Robin Grub hatte sie mit zwei Teams spontan zur Rallye angemeldet. Von nun an gab es kein Zurück mehr, das Projekt nahm Gestalt an. Alles musste genau überlegt, geplant und organisiert werden, denn die Europa-Orient-Rallye hat ihre eigenen Gesetze. Teilnehmen dürfen nämlich nur Fahrzeuge, die mindestens 20 Jahre alt und straßentauglich sind. Jan Ebli, 26 Jahre alt und Bootsmechaniker, Daniel Dietz, 21 Jahre und KFZ-Mechatroniker (beide Friesenheim), Robin Grub, 25-jähriger Mechatroniker aus Undenheim und Jens Schreiber, 25 Jahre alt und Maschinenbaustudent aus Vendersheim sowie Max Messerle, 26, Event- und Marketingmanager, ebenfalls aus Vendersheim, kauften drei Mercedes Benz W 124 Diesel, Baujahre 1991 und 1992. Jetzt begann das große Werkeln, das eine Auto wurde „ausgeschlachtet“, und mit seinen noch gut erhaltenen Teilen wurden die beiden anderen Wagen aufgerüstet und flott für den Nahost-Trip gemacht. Monatelang verbrachten die fünf Freunde nach arbeitsreichen Tagen in ihrem Beruf allabendlich in der Werkstatt und bastelten an den Fahrzeugen herum.

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Jetzt vor dem Start wurden Testfahrten unternommen – ohne Probleme, wie Robin Grub der AZ erzählte. Die beiden Mercedes Diesel haben immerhin zusammen schon mehrere hunderttausend Kilometer auf dem „Buckel“.

Die beiden Rallye-Fahrzeuge wurden auch im Innenbereich ausgebaut: Schubfächer wurden angebracht, um alle notwendigen Utensilien für die Reise unterbringen zu können. Darüber befinden sich in jedem Auto zwei Schlafstellen. Auf dem Dach werden Ersatzreifen für den Notfall verladen, natürlich Ersatzteile und auch Benzinkanister, sollte ja einmal der Sprit ausgehen. Seine Fahrkünste muss man nicht unbedingt auf die Probe stellen, vielmehr geht es um die Kontakte mit Menschen in den verschiedenen Ländern. So ist es durchaus möglich, dass das Rheinhessenteam mal mit Kindern einen Drachen bauen oder mit einer Familie essen gehen soll.

Wenn am Samstagmorgen der Startschuss fällt, dann liegen vor den beiden Teams mit vier Insassen – Max Messerle betreut von zuhause aus die eigene Webseite (rhoihesseruss.de) und informiert immer über den aktuellen Stand – drei strapaziöse Wochen. Von Frankreich aus geht es über Kroatien nach Troja in Griechenland, wo man gerade 20 Jahre Weltkulturerbe feiert. Dann geht es weiter durch die Türkei, wo die Autos für den Seeweg auf das Schiff verladen und nach Israel gebracht werden. Wegen der Kriegslage kann die Strecke über Land durch Syrien nicht genommen werden. Die letzte Etappe: Israel, Palästina und dann Jordanien – das Ziel ist erreicht.