In Vendersheim soll der Jugendraum wiederbelebt werden

Dort, wo die Knirpse krabbeln, sollen sich künftig auch wieder die Teenies treffen: Im Keller der Kindertagesstätte wird ein leer stehender Raum für Jugendliche hergerichtet werden.Foto: photoagenten/Axel Schmitz  Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Elfriede „Elfi“ Schmitt-Sieben guckt gerne mal über den Tellerrand, um sich inspirieren zu lassen. In einem großen Aktenordner sammelt die Vendersheimer...

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VENDERSHEIM. Elfriede „Elfi“ Schmitt-Sieben guckt gerne mal über den Tellerrand, um sich inspirieren zu lassen. In einem großen Aktenordner sammelt die Vendersheimer Ortsbürgermeisterin bereits seit Längerem Zeitungsberichte. Wenn in der AZ Projekte aus umliegenden Ortschaften vorgestellt werden, wenn Bürgermeister in der Presse Vorschläge und Ideen äußern, zückt sie die Schere und schnippelt. Und sie stellt sich die Frage: Was davon geht möglicherweise auch bei uns?

Nun hat Schmitt-Sieben etwas gefunden. Der schon seit einigen Jahren leer stehende Jugendraum im Keller der Kindertagesstätte soll wiederbelebt werden. Einstmals hatten sich hier Teenager getroffen, um gemeinsam abzuhängen, zu spielen, Spaß zu haben. Doch das Interesse habe im Laufe der Zeit nachgelassen, sagt Schmitt-Sieben, auch ein paar Probleme habe es gegeben. Mit der Folge, dass der Raum irgendwann überhaupt nicht mehr genutzt wurde.

Das soll sich nun ändern. „Ich hatte vor dem Start der Dorfmoderation Jugendliche im Ort angesprochen und gebeten, sich einzubringen“, erklärt die Ortschefin. Das haben sie auch getan – und explizit den Wunsch geäußert, mit dem Jugendraum in der Kita einen neuen Anlauf zu unternehmen.

Deshalb möchte Elfi Schmitt-Sieben den verwaisten Raum nun gemeinsam mit den jungen Leuten herrichten, saubermachen, aufräumen, streichen und zu einem attraktiven Anlaufpunkt für den Nachwuchs machen. „Außer der Bushaltestelle gibt es als Treffpunkt für die Jugend sonst nichts im Ort“, sagt sie. Dabei sei ein Angebot in Vendersheim immens wichtig, schließlich sei mal eben ins Nachbardorf oder nach Wörrstadt zu fahren angesichts der fehlenden ÖPNV-Verbindungen nicht drin. „Wer kein Auto hat oder noch nicht fahren darf, hat es schwer.“ Umso entscheidender sei, den jungen Leuten das Dorfleben so attraktiv wie möglich zu machen, Bindungen zu schaffen. „Sonst ziehen die hier weg, sobald sie können.“

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Bei ihren Plänen setzt Schmitt-Sieben auf die Eigenverantwortung der Jugendlichen. Feste Öffnungszeiten soll es nicht geben. „Die Jugendlichen können sich den Schlüssel bei mir abholen.“ Unter den jungen Leuten sei bereits jemand gefunden, der sich als Verantwortlicher bereiterklärt habe. Und sollte es mal Stress geben, schwebt der Ortsbürgermeisterin ein Drei-Stufen-Plan vor: Bei der ersten Verwarnung werde der Treff für zwei Wochen geschlossen, bei der zweiten für vier Wochen. Sollte es ein drittes Mal Probleme geben, werde dann ganz zugemacht. „Was unter ,Stress‘ zu verstehen ist, wollen wir mit den Jugendlichen gemeinsam erarbeiten.“

Auch mit dem Jugendpfleger im nahen Wörrstadt möchte Schmitt-Sieben Kontakt aufnehmen, um sich Ideen und Rat zu holen. Apropos Rat: Der habe den Plänen bereits zugestimmt. „Es war mir wichtig, dass er dahintersteht“, sagt die Ortsbürgermeisterin.

Zustimmung hat der Gemeinderat auch für ein weiteres Vorhaben signalisiert. Für die alte Gaststätte im Gemeindehaus, die seit einiger Zeit leer steht, will Schmitt-Sieben einen neuen Pächter finden. „Wir sind überproportional gut mit Winzerbetrieben aufgestellt, aber eine Dorfkneipe, gerade auch für die Vereine und für die Gäste im Ort, fehlt einfach.“

Jemanden zu finden, der sich zutraut, in Vendersheim eine gut laufende Gastronomie zu eröffnen, sei allerdings sehr schwer. „Da mache ich mir nix vor.“ Dennoch möchte Elfi Schmitt-Sieben es nicht unversucht lassen. Und natürlich würde im Erfolgsfall auch der zugehörige Zeitungsartikel in ihrem Ordner landen.