Jugendraum in Ensheim erstrahlt in neuem Glanz

Tischfußball machte vorher schon Spaß, doch im neu gestalteten Jugendraum kickert sich’s noch besser: Ortschef Stefan Haßler und seine Söhne Niklas (l.) und Jonas probieren schonmal.Foto: pa/Axel Schmitz  Foto: pa/Axel Schmitz

Viele Jahre lang ist er ziemlich trostlos dahinvegetiert, ein Vorzeigeobjekt war er beileibe nicht. Seit Frühsommer 2017 jedoch gibt es neues Leben im Jugendraum im...

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ENSHEIM. Viele Jahre lang ist er ziemlich trostlos dahinvegetiert, ein Vorzeigeobjekt war er beileibe nicht. Seit Frühsommer 2017 jedoch gibt es neues Leben im Jugendraum im Unterschoss der Ensheimer Gemeindehalle. Unter Federführung der evangelischen Kirche können Kinder und Jugendliche hier basteln, spielen oder einfach nur chillen. Und weil das Angebot so gut angenommen wird, hat der Raum nun einen frischen Anstrich, neue Möbel und eine Grundrenovierung erhalten.

Insgesamt, sagt Ortsbürgermeister Stefan Haßler, sei das Angebot eine Win-Win-Situation, sowohl für die Jugendgruppe der Kirche, die auf der Suche nach einem neuen Raum gewesen ist, und für die Gemeinde, die nun endlich auch ihrem Nachwuchs etwas bieten kann.

Von dem gibt es laut Haßler übrigens erstaunlich viel. Rund 40 bis 50 Kinder und Jugendliche könne sein 400-Einwohner-Dorf vorweisen. „Doch was das Thema Jugendarbeit angeht, haben wir nicht allzu viel zu bieten“, gesteht der Ortschef. Im Haushalt sei zwar immer eine halbe Jugendpflegerstelle gemeinsam mit Vendersheim vorgesehen gewesen, „doch das hat nie so richtig geklappt“, sagt Haßler.

Auch der Bolzplatz im Ort sei derzeit kaum noch nutzbar. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde den Plan, das heruntergekommene Gelände mit Fördermitteln aus dem europäischen Leader-Programm zu einem Mehrgenerationenplatz umzufunktionieren. Die Verantwortlichen hatten eine parkähnliche Anlage im Sinn, mit Grillmöglichkeit, Jugendweinberg und Leseschrank. „Wir waren guter Hoffnung, sind dann aber aus der Förderung rausgerutscht“, berichtet Haßler. Damit war auch die 60-Prozent-Förderung für das Großprojekt im sechsstelligen Euro-Bereich futsch. „Ich habe mich ganz schön geärgert“, gibt der Ortschef offen zu. „Für eine kleine Kommune wie wir es sind, ist eine solche Förderung oft die einzige Möglichkeit zur Weiterentwicklung.“

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Weit und breit also nichts in Sicht in punkto Jugendangebote. Umso glücklicher war in Haßlers Augen daher der Umstand im Sommer, dass sich die Jugendgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Ensheim, Spiesheim, Biebelnheim und Bechtolsheim gerade auf der Suche nach geeigneten Räumen befand.

Nach Zwangspause bald wieder offen

Die Gemeinde sagte sofort zu, auch wenn er anfangs fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen gehabt habe, den etwas heruntergekommenen Jugendraum zur Verfügung zu stellen, erinnert sich Haßler schmunzelnd. Das offene Angebot unter Federführung von Gemeindepädagogin Kerstin Schuh vom Dekanat Alzey erfreut sich seitdem bei den Jugendlichen großer Beliebtheit.

Die renovierungsbedingte Zwangspause dürfte im Übrigen bald schon vorbei sein. Einige letzte Handgriffe müssen die Handwerker noch tun, dann können die Jugendlichen – voraussichtlich noch diesen Monat – zurück in ihren Raum.