„Ich möchte über mich hinauswachsen“

Laura Lahm wird ein Jahr lang die deutschen Weine als Prinzessin in aller Welt vertreten – gemeinsam mit Königin Katharina Staab von der Nahe und Charlotte Freiberger von der Hessischen Bergstraße (von links nach rechts). Foto: DWI  Foto: DWI

Auch wenn sie natürlich nervös war: „Ich habe es einfach fließen lassen“, erzählt Laura Lahm. Die frisch gekürte deutsche Weinprinzessin zeigte sich entspannt und...

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ENSHEIM/NEUSTADT. Auch wenn sie natürlich nervös war: „Ich habe es einfach fließen lassen“, erzählt Laura Lahm. Die frisch gekürte deutsche Weinprinzessin zeigte sich entspannt und erleichtert nach dem Ende der SWR-Livesendung zur Wahl der 69. Deutschen Weinkönigin in Neustadt an der Weinstraße. „Ich hätte es wirklich nicht gedacht, die anderen waren so stark“, so die Ensheimerin, die bereits von zahlreichen Gratulanten umringt wurde.

Sie habe vor allem „Bammel“ vor der Aufgabe gehabt, dem Publikum ein imaginäres Produkt namens „Performance“ in freier Rede vorzustellen. Dabei war ihre Idee genial: „Performance bietet Ihnen Wein aus 13 deutschen Anbaugebieten, und ein Lautsprecher informiert Sie über die Besonderheiten und Finessen der einzelnen Weine“, skizzierte die 25-Jährige den 800 Zuschauern im Saalbau ihre Geschäftsidee. Die am weitesten angereisten Fans der Rheinhessin kamen aus München und sorgten für lautstarke Unterstützung.

Zuvor hatte Lahm im Geschmackstest den Grauburgunder aus Baden richtig eingeordnet und souverän beschrieben – eine der ganz wenigen, die diese Aufgabe erfolgreich meisterten. Auch einen Film zu ihrem Leben in Ensheim und zu ihrer Arbeit im Familienweingut hatte sie lebendig moderiert. So machte die ausgebildete Winzerin und Weinbautechnikerin im goldenen Kleid eine gute Figur und setzte sich am Ende als Weinprinzessin durch.

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„So schwierig war die Entscheidung noch nie“, betonte der Moderator des Abends, Holger Wienpahl. Alle Kandidatinnen hätten es ihm sehr leicht gemacht, und er war froh, nicht in der Haut eines der 70-köpfigen Jurymitglieder zu stecken.

Der rheinhessische Weinbaupräsident Ingo Steitz freute sich über das Ergebnis: „Auch wenn die Deutsche Weinkönigin jetzt von der Nahe kommt, freue ich mich, wie Laura Lahm sich präsentiert hat. Sie wird zusammen mit Charlotte Freiberger von der Hessischen Bergstraße eine wunderbare Botschafterin für den Deutschen Wein sein.“ Auch die ehemalige deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder von der Mosel gratulierte den neuen Majestäten: „Ich freue mich sehr. Das sind drei sehr fachkompetente Mädels, die haben noch einen vollen Akku und verjüngen die deutsche Weinwirtschaft“, so die 24-Jährige. Sie freue sich jetzt am meisten „auf Routine und auf meine Freunde.“

Gespannt auf die kommenden Termine

Winzerin Laura Lahm, deren Betrieb gerade am Vortag mit der Weinlese fertig geworden war, ist gespannt auf die spannenden Termine im kommenden Jahr und die Antrittsbesuche im Ausland: „Ich möchte über mich hinauswachsen.“ Benfizveranstaltungen liegen ihr dabei besonders am Herzen. Und dann verrät sie noch ihren Lieblingswein: „Der Sauvignon Blanc. Weil er anders ist, wie ich auch.“

Von Laura Jung