Auch für Menschen gefährlich: Ahorn-Bäume auf Friedhof in...

Die abgestorbene Borke löst sich von den schwarz gefärbten Ahornbäumen. Die Gewächse auf dem Ensheimer Friedhof sind mittlerweile gefällt worden.Foto: VG Wörrstadt  Foto: VG Wörrstadt

Abgestorben und schwarz sehen sie aus, wie mit einer dicken Rußschicht bedeckt, die tote Borke blättert großflächig von den drei Ahorn-Bäumen ab, an einigen Stellen ist...

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ENSHEIM. Abgestorben und schwarz sehen sie aus, wie mit einer dicken Rußschicht bedeckt, die tote Borke blättert großflächig von den drei Ahorn-Bäumen ab, an einigen Stellen ist bereits der nackte Stamm zu erkennen. Es ist ein trauriger Anblick, der sich den Fachleuten bei ihrer Baumkontrolle auf dem Ensheimer Friedhof Mitte Dezember bietet. Mit ihrem geschulten Blick erkennen die Experten des Sachverständigenbüros sofort: Nicht kokelnde Jugendliche haben an den Spitzahornen ihre Spuren hinterlassen, sondern ein Pilz. Und ein gefährlicher obendrein, auch für den Menschen.

Die Rußrindenkrankheit hat die Bäume befallen, ein Parasit, dessen Sporen in hoher Konzentration bei Kontakt zu Reizhusten, Atemnot, Fieber und Schüttelfrost führen können. Als die Nachricht in der VG-Verwaltung in Wörrstadt eintrifft, schrillen hier sprichwörtlich die Alarmglocken. Nach fachmännischer Beratung durch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum ordnet Sabine Rosenberg vom Fachbereich Bauen und Umwelt zunächst die Absperrung eines Bereichs rund um die drei Ahorne, dann deren Fällung an. Mit einem Hinweisschild werden die Besucher am Eingang zum Friedhof auf die potenzielle Gefahr aufmerksam gemacht. In der zweiten Januarwoche rücken schließlich die Arbeiter in Schutzkleidung und mit Motorsägen an und beenden das bedauernswerte Dasein der kranken Bäume. „Einen solchen Fall hatten wir in der VG Wörrstadt bislang noch nicht“, sagt Rosenberg im AZ-Gespräch. Im Internet hat sie sich umfassend über den Pilz informiert, der ursprünglich aus Amerika stammt, ausschließlich Ahorn-Bäume befällt und in der Region bislang nur in Landau oder Koblenz festgestellt worden ist. „Der Parasit ist hier aber latent vorhanden“, sagt die VG-Mitarbeiterin. Will heißen: Wenn er in Ensheim festgestellt worden ist, könnte er auch andernorts auftreten. Auf ihrem Rundgang über den Friedhof hat sie zwar keinen weiteren Fall von Rußrindenkrankheit festgestellt, dennoch will Rosenberg die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.

Wer auf seinem Grundstück einen möglicherweise befallenen Baum entdecke, solle sich umgehend durch eine Fachfirma beraten lassen oder sich an die Verbandsgemeinde wenden. Auf keinen Fall hingegen solle man sich des befallenen Holzes selbst annehmen, schon gar nicht ohne Schutzausrüstung. Beim Häckseln, aber auch beim Verbrennen werden Sporen des Pilzes freigesetzt, mit besagten gesundheitlichen Folgen.

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Laut Sabine Rosenberg hielt sich die Gefahr durch die kranken Bäume in Ensheim derweil in Grenzen, dank des schlechten Wetters. „Die feuchte Witterung hat dafür gesorgt, dass es nicht zu übermäßigem Sporenflug kommen konnte.“