Zuhören wird zum Genuss

Musikalisches Highlight: In der Gau-Bickelheimer Schulturnhalle zeigen die KKM-Orchester ihr Können. Foto: photoagenten/Axel Schmitz  Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Werke aus moderner und traditioneller Blasmusik kündigt der Programmzettel an für „Schöne und unterhaltsame Stunden“ mit den beiden Orchestern der Katholischen...

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GAU-BICKELHEIM. Werke aus moderner und traditioneller Blasmusik kündigt der Programmzettel an für „Schöne und unterhaltsame Stunden“ mit den beiden Orchestern der Katholischen Kirchenmusik Gau-Bickelheim (KKM). Die Schulturnhalle ist gut besetzt, die jungen Frauen, die an diesem Abend bedienen, haben alle Hände voll zu tun. Fürs leibliche Wohl ist durch den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr bestens gesorgt. Das Jahreskonzert der KKM ist ein Highlight im Kalender des Ortes, denn unter der Leitung ihrer sympathisch-dynamischen Dirigentin Astrid Hübner schwingen sich die beiden Bläserformationen zu gekonnt dargebotener Unterhaltung auf.

Orchester präsentiert auch monumentale Bläserstücke

Den Anfang soll das Jugendorchester machen, aber: „Die Grippewelle hat auch unser Orchester getroffen“, sagt Anna Wolter an, „das Jugendorchester kann heute leider nicht auftreten“, fährt sie fort. „Aber Sonja Funke hat etwas für Sie vorbereitet.“ Funke holt ihre Blockflöte hervor, spielt eine Strophe von „Alle meine Entchen“ und erntet etwas irritierten Applaus. Wolter löst das Rätsel: „April, April!“

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Dann entert doch das Jugendorchester die Bühne. „Siyahamba“ ist ein traditioneller, afrikanischer Zulu-Song, es folgen „Hero“ von Enrique Iglesias und danach „Less more fun“ von Fabian Metz.

Mit „Twist and shout“ spendieren die jungen Bläser eine Zugabe, um dann dem Großen Orchester Platz zu machen. Den weiteren Abend moderiert Jürgen Beck in gewohnt souveräner und munterer Manier. Vom Marsch „Unter dem Doppeladler“ über den Paso doble „La Corona“ bis zur Polka „Blasmusik zu jeder Stund’“ gehen den Musikern die Töne leicht von den Lippen. Dabei ist Vielseitigkeit Programm und es erklingen auch monumentale Bläserstücke, wie sie Jacob de Haan komponierte. Als Meister der tiefen Töne glänzt bei der „Poltergeist-Polka“ Christoph Faßbinder mit seiner Tuba als Solist und Nele Bornheimer-Schwalbach beweist ihr Können als Solo-Posaunistin bei „Caucho – Gymnastics for Trombone“.

Musik für die Ohren, Kostüme für die Augen

Doch wer hätte damit gerechnet, dass zur zweiten Konzerthälfte eine Crew waschechter Piraten die Bühne stürmt?! Jack Sparrow persönlich dirigiert die Bande – mit dem Krummdolch anstelle des Taktstocks, und assistiert von seinem Papagei. „Ein Genuss für Auge und Ohr“, kommentiert Beck. Das ist es, was die Darbietungen dieses Orchesters zu etwas Besonderem macht: Die Freude, die die Spieler an ihrer Musik haben, überträgt sich unmittelbar auf das Publikum. Zum Dank übergibt Ortsbürgermeister Friedel Janz ein Kuvert „zur Unterstützung der musikalischen Arbeit“, auch wenn beim „Konfetti-Marsch“ am Ende des Abends die Meinungen von Dirigentin und Orchester auseinanderzugehen scheinen und Hübner ihren Bläsern sogar die Rote Karte zeigt – Spaß muss sein.

Von Ulla Grall