Gau-Bickelheim: Aus altem Feuerwehrgerätehaus wird Bauhof-Lager

Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus muss saniert werden. Danach dient es als Lager für Geräte und Fahrzeuge des Bauhofs.Foto: photoagenten/Axel Schmitz  Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Man gibt ein voll erschlossenes Grundstück her und bekommt als Gegenleistung ein sanierungsbedürftiges Gebäude – auf den ersten Blick wirkt dieser Tausch nicht gerade...

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GAU-BICKELHEIM. Man gibt ein voll erschlossenes Grundstück her und bekommt als Gegenleistung ein sanierungsbedürftiges Gebäude – auf den ersten Blick wirkt dieser Tausch nicht gerade gerecht. Was das alte Feuerwehrgerätehaus angeht, gibt es in Gau-Bickelheim dennoch keine Beschwerden. Im Gegenteil. Im Gemeinderat des Dorfes am Wißberg wurden nun Pläne besprochen, wie das rund 40 Jahre alte Gebäude künftig genutzt werden kann. Hier soll künftig der Bauhof seine Materialien und Fahrzeuge lagern. Mit Folgen, sogar für die Jugend des Ortes.

Doch von vorne: Im Sommer 2016 ist das neue Feuerwehrgerätehaus in Gau-Bickelheim offiziell eingeweiht worden. Finanziert wurde der knapp eine Million Euro teure Bau durch die Verbandsgemeinde, die Träger der Feuerwehren ist. Die Ortsgemeinde stellte lediglich ein erschlossenes Grundstück zur Verfügung. Im Gegenzug erhielt sie das alte Grundstück mitsamt ehemaligem Gerätehaus von der VG zurück. Das ist keine Besonderheit, sondern das übliche Verfahren.

Gemeinde will Halle in Eigenregie sanieren

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„Nun mussten wir entscheiden, was wir damit machen“, sagt Ortsbürgermeister Friedrich Janz. In Eigenregie wolle die Gemeinde die Fahrzeughalle sanieren und dann dort sämtliche Werkzeuge, Geräte und Fahrzeuge des örtlichen Bauhofs unterbringen. Die sind derzeit noch in der Bruchsteinscheune neben dem Bürgerhaus gelagert. Das bringt Probleme mit sich, vor allem während der Sommermonate, wenn die Katholische Öffentliche Bücherei dort ihre Veranstaltungsreihe „Sommerspätlese“ anbietet. „Da müssen wir immer hin- und herräumen“, sagt Janz. Diese Problematik wäre durch den Umzug natürlich vom Tisch.

Attraktiv ist die Lösung für die Gemeinde allerdings noch aus anderem Grund: In der Scheune könnte künftig in den warmen Monaten auch ein Jugendtreff stattfinden. Schon seit einiger Zeit gibt es in Gau-Bickelheim Pläne, das vor mehreren Jahren eingestellte Angebot zu reaktivieren. Die einst genutzten Räume im Erdgeschoss des Rathauses stellen allerdings keine Option mehr dar, da in dem sanierungsbedürftigen Bau über kurz oder lang die Handwerker anrücken werden. „Und dann müssten wir vorübergehend Ratssaal und Gemeindebüro in diese Räume verlegen“, erklärt der Ortsbürgermeister.

Einen Jugendtreff brauche die Gemeinde aber: „Der Druck von den Kindern und Jugendlichen ist groß“, sagt Janz. Um nicht warten zu müssen, bis es warm ist, will die Gemeinde daher zunächst einmal Platz in der Alten Post schaffen. Ende Februar findet eine Veranstaltung statt, bei der der Nachwuchs seine Vorstellungen und Wünsche für den neuen Treff äußern kann (siehe Infokasten). Danach werde der Jugendausschuss ein Konzept erarbeiten. Bereits fest steht: Das Angebot soll sich an Fünft- bis Dreizehntklässler richten. Doch nicht nur für die jungen Leute im Ort bringen die innerörtlichen Verschiebungen durch das Feuerwehrgerätehaus Veränderungen mit sich. Auch die älteren Semester, genauer gesagt die Ehrenamtsgruppe „Die Grauen“, profitieren von der „neuen, alten“ Immobilie. Ein bis zwei mal im Monat treffen sich die rund 15 Mitglieder, darunter auch Ortschef Janz, zum unentgeltlichen Arbeitseinsatz für das Dorf. Danach gebe es in der Regel „Weck, Worscht und Woi“ in gemütlicher Runde. Und das nicht mehr wie bislang im Römerkeller, sondern künftig im ehemaligen Mannschaftsraum der Feuerwehr. Sobald der mit einer neuen Heizanlage versehen ist.

Auch wenn es bis dahin noch ein Weilchen dauern wird, hat er bereits jetzt so einiges in Bewegung gesetzt – der Tausch, der nur auf den ersten Blick ungerecht erscheint.