Aschenbrödel tanzt durch den Kirchenraum

Festlich geschmückt ist die Kirche zum besinnlichen Konzert der Katholischen Kirchenmusik Gau-Bickelheim.Foto: photoagenten/Carsten Selak  Foto: photoagenten/Carsten Selak

Die Weihnachtszeit bedeutet für jeden etwas anderes. Für manche ist sie der pure Stress, andere haben schon am ersten Dezember genug davon und wiederum andere kommen nie...

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GAU-BICKELHEIM. Die Weihnachtszeit bedeutet für jeden etwas anderes. Für manche ist sie der pure Stress, andere haben schon am ersten Dezember genug davon und wiederum andere kommen nie wirklich in besinnliche Stimmung. Trotz festlicher Beleuchtung, Kerzenschein und Zimtgeruch will sich das Weihnachtsgefühl einfach nicht einstellen. Doch mit der richtigen Musik und den traditionellen Weisen schleicht sich dann auch bei schmuddeligem Wetter der Weihnachtszauber in die Häuser. Und genau dabei hilft der Katholische Kirchenmusikverein (KKM) Gau-Bickelheim mit seinem Kirchenkonzert.

Festlich geschmückt, flankiert von zwei dekorierten Tannenbäumen, erstrahlt der Altarraum in der voll besetzten Pfarrkirche St. Martin. Flackernder Kerzenschein und funkelnde Lichter schaffen eine weihnachtliche Atmosphäre. Als die Musiker des Jugendorchesters ihre Mundstücke ansetzten, erhebt sich der volltönende Klang von „Mary’s Boy Child“ über das Publikum und füllt den gesamten Kirchenraum aus. Mit Instrumenten wie Tuba, Querflöte oder Klarinette, decken die Musiker schon als Jugendorchester eine große instrumentale Bandbreite ab. Und auch an Soloeinsätze wagen sich die jungen Musiker heran.

Seit 1996 findet in ununterbrochener Folge das Weihnachtskonzert der katholischen Kirchenmusik statt. „Die Jugend ist dabei zukunftsweisend, nicht nur für den KKM selbst, sondern auch für die Kirchen- und Dorfgemeinschaft“, sagt Diakon Thomas Metzler, der an diesem Abend die Moderation übernimmt. Als das große Orchester den Altarraum betritt, will der Strom an Musikern scheinbar kein Ende nehmen, füllen sie doch den gesamten Platz an der Stirnseite der Kirche aus.

Astrid Hübner hebt die Arme, und es wird still im Kirchenraum. Majestätisch beginnt die wohlbekannte Melodie von „Highland Cathedral“, sorgt durch die Stimmgewalt für Gänsehaut bei den Zuhörern. Nicht länger sitzt das Publikum in der Kirche, sondern streift gedanklich über die weiten Hügel Schottlands.

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Silberne Glocken läuten sanft den bald kommenden Heiligen Abend herbei. Und in der Luft liegt das Weihnachtsgefühl. Und genau dieses Gefühl zaubern auch die Musiker mit „Silver Bells“ für ihre Zuhörer herbei, lassen sie von vergangen Weihnachtsabenden träumen. Bei „It’s beginning to look a lot like Christmas“ rückt der Weihnachtsstress in den Hintergrund, drehen sich die Gedanken nicht mehr um das perfekte Weihnachtsmenü oder um die noch zu besorgenden Geschenke. So langsam hält der von den Musikern herbeigespielte Weihnachtszauber Einzug.

Es ist der Film zur Weihnachtszeit und wer nicht genug von ihm bekommen kann, hat die Möglichkeit. ihn dieses Jahr gleich 16 mal im Fernsehen zu sehen. Die Rede ist von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. So bekannt wie der Film selbst ist auch das Stück „Cinderellas Dance“. Kaum erfüllt die bekannte Melodie die Kirche, tanzt vor den geschlossenen Augen der Zuhörer Aschenbrödel mit ihrem Prinzen durch den Ballsaal, dreht Pirouette um Pirouette auf den Notenzeilen über den Köpfen der Zuschauer. Ein durch die Musik hervorgerufenes Kopfkino, welches das Schauen des Films beinahe überflüssig macht.

Von modernen Stücken bis hin zu traditionellen Klassikern reicht das Programm, das der KKM an diesem Abend auf die Beine stellt. Als die Türen geöffnet werden, verlassen sichtlich besinnlich gestimmte Zuhörer die Kirche. Jetzt kann Weihnachten kommen.