Denkmaltopografie für die Verbandsgemeinden Eich, Monsheim...

Die Heidenturmkirche im Ortsteil Dittelsheim zählt zu den schützenswerten Denkmälern.Archivfoto: Kreis Alzey-Worms  Foto:

Vor wenigen Wochen ist die Denkmaltopografie der Landesdenkmalpflege für die Verbandsgemeinden Eich, Monsheim und Wonnegau als dritter Band der Kulturdenkmäler des...

Anzeige

VG EICH/VG MONSHEIM/VG WONNEGAU. Vor wenigen Wochen ist die Denkmaltopografie der Landesdenkmalpflege für die Verbandsgemeinden Eich, Monsheim und Wonnegau als dritter Band der Kulturdenkmäler des Landkreises Alzey-Worms erschienen. Erfasst und beschrieben wurden die 430 Denkmäler von Dieter Krienke und Ingrid Westerhoff, gestaltet und verlegt von der Wernerschen Verlagsbuchhandlung in Worms. Für die Stadt Worms ist das umfassende Werk insofern von Bedeutung, als die 22 Orts- und Doppelgemeinden sowie die Stadt Osthofen bis vor der Verwaltungsreform 1969 zum alten Landkreis Worms gehörten. Deshalb stellte Verlagsleiter Dr. Ferdinand Werner, selbst Kunsthistoriker, den knapp 400 Seiten umfassenden Band in der Wormser Stadtbibliothek vor.

Die Heidenturmkirche im Ortsteil Dittelsheim zählt zu den schützenswerten Denkmälern.Archivfoto: Kreis Alzey-Worms  Foto:
In der Wormser Stadtbibliothek stellte Herausgeber und Historiker  Ferdinand Werner die Denkmaltopografie vor. Foto: pa/Stumpf  Foto: pa/Stumpf

Abriss des Kreuzgangs nicht zu verhindern

Was ist eigentlich ein schützenswertes Kulturdenkmal? Wie Werner berichtete, habe Baumeister Georg Moller Großherzog Ludewig I. 1818 davon überzeugt, den Schutz historischer Gebäude zu einer öffentlichen Angelegenheit zu machen. Daraufhin habe dieser das erste Denkmalschutzgesetz Deutschlands erlassen. Moller sei es dabei unter anderem darum gegangen, den Abriss des ausgebrannten Kreuzgangs und des Kapitelhauses beim Wormser Dom zu verhindern, was ihm allerdings nicht gelungen sei.

Anzeige

Lange Zeit sei der Denkmalbegriff noch sehr begrenzt und auch abhängig vom Zeitgeschmack gewesen. Noch Ernst Wörner, der 1887 die erste Denkmaltopografie über die Kunstdenkmäler der Provinz Rheinhessen im Großherzogtum Hessen herausgegeben habe, habe nur Bauten und Bauteile, die bis zum 17. Jahrhundert entstanden seien, berücksichtigt. In den letzten Jahren habe sich der Denkmalbegriff dann stark ausgeweitet. In der jüngsten Novellierung des Denkmalschutzgesetzes für Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2008 gelten als Kulturdenkmäler Gegenstände aus vergangener Zeit, die Zeugnisse des geistigen oder künstlerischen Schaffens, des handwerklichen oder technischen Wirkens, historischer Ereignisse oder die kennzeichnende Merkmale der Städte und Gemeinden sind, an deren Erforschung und Erhalt ein öffentliches Interesse besteht.

Darunter fallen, wie Werner erläuterte, unter anderem die Bekrönungen der romanischen Kirchtürme in Dittelsheim und Alsheim (sogenannte Heidenturmkirchen), die romanische Basilika in Bechtheim und die vom Ortseigentümer, dem Grafen von Wartenberg, gestiftete Barockkirche in Mettenheim. Er erwähnte auch die noch erhaltene Dalsheimer Fleckenmauer mit ihren spätmittelalterlichen Wohntürmen, die verschiedenen Rathäuser mit massivem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss, aber auch Zeugnisse des dörflichen Alltags wie Bürgerhäuser, Hofanlagen, Mühlen sowie die regionaltypischen kreuzgewölbten Kuhställe und Weinbergshäuser. Auch Kelleranlagen, Wasserbehälter aus dem frühen 20. Jahrhundert, Kriegerdenkmale, Friedhöfe und Parks seien heute denkmalfähig, erklärte Werner. Eine Rarität sind die Überreste der Merkelschen Möbelfabrik in Dalsheim, eine mit Sandsteinquadern verblendete Betonskelettkonstruktion aus dem Jahr 1920. Sein Lieblingsobjekt, so Werner, sei das Straßendenkmal in Eich.

Nicht alles, was erhaltenswert sei, werde auch als erhaltenswert eingestuft, beklagte der Kunsthistoriker. Oft sei das von der Einschätzung der Denkmalbehörde abhängig. Besonders sei zu bedauern, wenn ein unter Schutz stehendes Gebäude oder Gebäude-Ensemble abgerissen werde, weil dem Erhalt ein sogenanntes höherwertiges öffentliches Interesse gegenüberstehe.