Kreismusikschule veranstaltet Barockkonzert in Nieder-Wiesen

Barock-Musik, Barock-Kostüme – die Zuhörer, die zum Konzert der Kreismusikschule in das Schloss Hunolstein gekommen waren, fühlten sich in eine andere Zeit versetzt.Foto: photoagenten/Axel Schmitz  Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Versailles, Ludwig XIV., adrette Gärten, weiße Perücken – grobe visuelle Eindrücke, die einigen Menschen in den Kopf kommen dürften, wenn sie an die Zeit des Barock...

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NIEDER-WIESEN. Versailles, Ludwig XIV., adrette Gärten, weiße Perücken – grobe visuelle Eindrücke, die einigen Menschen in den Kopf kommen dürften, wenn sie an die Zeit des Barock denken. Doch wie sieht es mit der Musik dieser Zeit aus? Um einen Einblick in diese Welt zu geben, veranstaltete die Kreismusikschule ein Barockkonzert im einzigen Wasserschloss des Landkreises, Schloss Hunolstein in Nieder-Wiesen.

In verschiedenen Ensembles und mit aufwendigen Kostümierungen begannen die Musiker eine Zeitreise in das Jahr 1759, in dem Christian Philipp Freiherr Vogt von Hunolstein und Henriette Susanne Freiin von La-Roche Starkenfels heirateten.

„Die Hochzeit ist tatsächlich historisch belegt für dieses Jahr“, erzählt Kurt Steffens, Leiter der Musikschule. Die Idee dahinter sei es gewesen, eine Situation zu schaffen, in der sich eine Gesellschaft in einem solchen Ambiente treffen könnte und solche Musik gemacht werden würde. „Das Schloss hat damals auch dem Grafen gehört, nur der genaue Tag und, ob sie wirklich in dem Schloss oder nicht doch wo anders geheiratet haben, das wissen wir nicht“, berichtet er. Die Musikschule überlege sich immer wieder Konzerte unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr habe der Barock Einzug gehalten, so Steffens.

„Die Musik ist toll, wie sie ist, relativ einfach zu rezipieren, und die Schüler spielen sie gerne, also da gab es keinen großen Zwang“, berichtet der Schulleiter. Der besondere Rahmen mit den Verkleidungen und der Location solle Tore in eine andere Erlebnisdimension eröffnen, sodass man mit allen Sinnen erfassen könne, wie es damals war. „Wir machen das gerade für die Schüler. So bekommen sie einen leichteren Zugang zu der Musik. Aus diesem Grund haben wir auch Lehrer- und Schülerensembles abgewechselt, damit sie unsere Leidenschaft erkennen können, aber selbst aktiv mit einbezogen sind“, erläutert Steffens.

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Insgesamt waren 90 Musiker im Alter zwischen zehn und 70 Jahren beteiligt. „Nachdem das Motto feststand, haben wir nach einem Schloss im Landkreis gesucht und sind so auf Schloss Hunolstein in Nieder-Wiesen gekommen“, erinnert sich Gerd Greis, der stellvertretende Schulleiter. Verkleidet haben sich die Protagonisten zum ersten Mal, die Perücken seien gemeinsam organisiert worden, der Rest sei über Kostümverleihe oder in Eigenregie angeschafft worden.

„Es ist viel Organisationsarbeit, 90 Musiker an einen Ort zu bekommen. Das größte Ensemble umfasste zirka 80 Musiker, das kleinste vier“, betont er. Die Proben seien problemlos, freundlich und gut verlaufen. „Die Schüler haben sich circa zwei bis drei Monate vorher zum Proben getroffen, die Lehrer zwei bis dreimal. Insgesamt, seit der ersten Idee bis heute, hatten wir etwa ein dreiviertel Jahr Vorlauf“, sagt Greis. Bei der Auswahl der Stücke wurde darauf geachtet, dass sie aus der Epoche stammen.

Der Leiter der Musikschule Kurt Steffens ist zufrieden: „Das Wetter war top, wir hatten eine super Gastgeberin, die Schüler haben toll mitgespielt, die Lehrer haben im Vorfeld super mitgemacht – besser geht es nicht“, resümiert er.

Und was sagen die Gäste? Ursula Pitsch ist wegen ihrer Kinder, die mitmachten, zum Konzert gekommen und sagt: „Das Ambiente ist super, und die Idee, ein solches Konzert zu veranstalten, ist toll. Dass so viele beteiligt sind und so gut zusammenarbeiten, ist bemerkenswert. Die Kleiderordnung und die kostümierten Lehrkräfte, das ist schon klasse. So haben die Kinder auch Ziele, auf die sie hinarbeiten können.“ Ina Horn ist ähnlich angetan und erzählt: „Man bekommt Barockmusik nicht oft zu hören, aber sie ist schön, da bin ich positiv überrascht. Das Konzert ist im Allgemeinen sehr vielseitig und so gut, dass es mehr Werbung verdient hätte. Für mich hat es sich definitiv gelohnt, herzukommen.“