Lonsheimerin Sabrina Kyrell wagt mit Fantasy-Roman einen...

Sabrina Kyrells Leidenschaft gilt dem Schreiben von Büchern. Foto: photoagenten/Carsten Selak    Foto: photoagenten/Carsten Selak

Stolz hält Sabrina Kyrell eine Landkarte in der Hand. Es ist keine gewöhnliche Karte. Sie wurde von Hand gezeichnet und mit Buntstiften ausgemalt. Jeder Fluss, jeder Berg und...

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LONSHEIM. Stolz hält Sabrina Kyrell eine Landkarte in der Hand. Es ist keine gewöhnliche Karte. Sie wurde von Hand gezeichnet und mit Buntstiften ausgemalt. Jeder Fluss, jeder Berg und jeder Wald der unbekannten Landschaft ist frei erfunden – von ihr. In dem namenlosen Land spielt ihr neuer Fantasyroman „Die Legende von Bartak“.

Fest steht der Titel noch nicht so ganz, der Name „Bartak“ gefällt Kyrell nicht richtig. Der Roman spielt in der Zeit der Kelten und Germanen und handelt von einem jungen Helden, der sich selbst und sein Dorf vor Angreifern verteidigen muss.

Es ist nicht das erste Buch, das die Lonsheimerin veröffentlicht. Und wie immer verwendet sie dafür nicht ihren richtigen Namen, sondern ihr Pseudonym Sabrina Kyrell. Warum, das möchte sie nicht verraten.

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Schon als Kind liest die heute 57-Jährige viel. Vor allem Abenteuerromane. „Alles, was spannend war“, erinnert sie sich. In der Schule fängt Kyrell an, kleine Geschichten zu schreiben. Meistens sind die an ihre Lieblingsbücher angelehnt. „Heute würde man das Fanfiction nennen“, sagt sie und schmunzelt.

Mit 17 Jahren fährt sie auf Klassenfahrt nach Rom. „Die Eindrücke dort waren eine große Inspiration“, schildert die Reisebürokauffrau. Kyrell fängt an, kleine Kurzgeschichten zu schreiben. Natürlich spielen sie in der Hauptstadt Italiens, handeln meist von Liebe.

Gute 40 Jahre später findet die Lonsheimerin die Rom-Geschichte wieder. Sie fängt an, Kleinigkeiten zu verändern und die Handlung auszubauen. 800 Seiten umfasst das einstmals kurze Werk heute. Und erscheint 2013 unter dem Titel „Mauern um dein Herz“ – es ist Kyrells erster Roman.

Autorin veröffentlicht ihre Werke im Eigenverlag

Die Autorin veröffentlicht ihre Werke im Eigenverlag auf Amazon. Es sei sehr schwer, einen Verlag zu finden, erklärt sie. Andererseits habe sie so keinen Schreib- und Termindruck. „Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche“, sagt die 57-Jährige. Und das sei ihr sehr wichtig, denn nur so könne sie ihren Alltag und das Schreiben unter einen Hut bringen. Hauptberuflich arbeitet Kyrell in einem Reisebüro, in ihrer Freizeit geht sie gern wandern oder radfahren.

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Eine große Leidenschaft ist das Reisen. „Ich war schon so gut wie überall“, erzählt sie stolz. Das liegt in der Familie: Ihre Tante lebt in Südafrika und ihr Cousin reist zurzeit durch die Sahara. „Fernweh ist bei uns vermutlich angeboren“, sagt die Autorin und schmunzelt. Reisen nach Indien prägen Sabrina Kyrell ganz besonders. Viele Begegnungen, Persönlichkeiten und Abenteuer sind in ihren Büchern verarbeitet. Sie hat viele indische Paläste besucht und sich oftmals dabei vorgestellt, wie die Menschen dort in früheren Zeiten lebten. Stoff für neue Bücher.

Doch nicht nur Reisen regen die 57-Jährige zu neuen Geschichten an. „Ich nehme viel Inspiration aus dem Leben“, erzählt sie. Oft übernimmt sie kleine Handlungen aus alltäglichen Situationen. Dazu hat sie Bilder im Kopf, wie etwa die eines händchenhaltenden Pärchens. Meistens fallen ihr zu Beginn einer Geschichte Personen oder Szenen ein. Um die baut sie dann die Handlung der Geschichte.

Auch im Internet ist Sabrina Kyrell sehr aktiv – sie betreibt dort einen Blog, veröffentlicht unter anderem kleine Hintergrundgeschichten und Episoden zu den Büchern. Außerdem erscheinen dort regelmäßig Artikel zu Themen, die ihr persönlich am Herzen liegen.

Ideen für neue Romane hat Sabrina Kyrell schon viele. Mehrere Bände über verschiedene Völker in der Zeit des Mittelalters sind bereits in Planung. „Es wird definitiv weitergehen“, kündigt sie an.

Zuvor wird sie jedoch „Die Legende von Bartak“ fertigstellen. Erscheinen wird der Roman voraussichtlich Mitte des Jahres. Die Geschichte selbst sei bereits fertig, jetzt müsse nur noch die Sprache und Logik überarbeitet werden. Und vielleicht ja auch der Name, der Sabrina Kyrell noch nicht so richtig gut gefällt.

Von Alicia Zimmermann