Blutrote Schmetterlinge und seltene Blumen in Eppelsheim

Verschiedene Pflanzen, darunter einige gefährdete Arten, gedeihen enlang des Weges. Auch das Blutströpfchen (rechts) fühlt sich im Eppelsheimer Naherholungsgebiet wohl. Zahlreiche Exemplare  flattern dort umher. Fotos:BilderKartell/ Carsten Selak; Axel Schönhofer

Im Eppelsheimer Naturschutzgebiet „Am Huckenhof“ kehren Tiere und Pflanzen zurück, die auf der Roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht sind.

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EPPELSHEIM. Bunte Schmetterlingen flattern über saftig grüne Wiesen. Am Wegesrand erstrahlt die gefährdete Sand-Esparsette zartrosa, der seltene Zottige Klappertopf zitronengelb. Wenn Dr. Axel Schönhofer durch das Naherholungsgebiet „Am Huckenhof“ spaziert, gerät er ins Schwärmen. „Wir haben hier ein echtes Refugium für seltene Arten. Das ist beeindruckend.“

Verschiedene Pflanzen, darunter einige gefährdete Arten, gedeihen enlang des Weges. Auch das Blutströpfchen (rechts) fühlt sich im Eppelsheimer Naherholungsgebiet wohl. Zahlreiche Exemplare  flattern dort umher. Fotos:BilderKartell/ Carsten Selak; Axel Schönhofer

Axel Schönhofer fördert die biologische Vielfalt

Der Biologe muss es wissen. Er kümmert sich seit fünf Jahren um das Naturschutzgebiet. Schönhofer versucht, die Artenvielfalt auszubauen und vor allem bedrohte Pflanzen zu fördern. Dabei entnimmt er gezielt Saatgut aus anderen Gebieten, pflanzt es „Am Huckenhof“ wieder ein und hofft, dass es gedeiht. Kein leichtes Unterfangen in einer Region, in der viel Weinbau und Landwirtschaft betrieben wird. Doch die Mühe lohnt sich, freut sich Schönhofer. „Eppelsheim ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man die Natur fördern kann.“

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Davon hat er sich erst kürzlich bei zwei Exkursionen überzeugt. Neben ein paar naturinteressierten Bürgern führte Schönhofer Mitglieder der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft (RNG) durch das Gebiet. Der Verein aus Mainz engagiert sich in der Naturpflege und besitzt besonders schützenswerte Flächen. Ein wichtiges Stichwort: Biodiversität. Also die biologische Vielfalt in einem bestimmten Gebiet. „In Eppelsheim brauche ich eigentlich niemandem erklären, was Biodiversität ist“, sagt Schönhofer. „Man kann sie direkt sehen.“ Verschiedene Pflanzen wuchern entlang des Weges, unzählige Insekten schwirren über ein buntes Blumenmeer auf den Wiesen.

Insbesondere Schmetterlinge fühlen sich in dem Naturschutzgebiet wohl. Allen voran das Sechsfleck-Widderchen, das wegen sechs blutroter Flecken auf seinen schwarzen Flügeln auch Blutströpfchen genannt wird. „Wir haben sehr viele Exemplare gefunden, das ist ungewöhnlich und sehr beeindruckend“, sagt der Biologe. Auch das Esparsetten-Widderchen, das sich auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten befindet, fliegt mittlerweile durch Eppelsheim.

Schönhofers Arbeit spiegelt sich auch in der Pflanzenvielfalt wider. 18 neue Arten hat er bei den Exkursionen entdeckt. Darunter zwei Pflanzen, die ebenfalls auf der Roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht sind: das Täuschende Habichtskraut und die Sand-Esparsette, die laut Schönhofer in Rheinland-Pfalz sonst nur im Raum Grünstadt wächst. „Das ist ein großer Erfolg.“ Dennoch sieht der Biologe noch mehr Potenzial im Eppelsheimer Naherholungsgebiet. „Ein paar Pflanzen müssten in diesem Lebensraum eigentlich vorkommen, sie fehlen aber.“ Das will Schönhofer nun ändern. Und er ist optimistisch. „Das Gebiet ist toll. Es gibt keinen Verkehr, keine Störung.“