Die Albiger Winzergenossenschaft empfängt die deutsche...

Lächeln fürs Erinnerungsfoto: Die deutsche Weinkönigin Katharina Staab (v. l.), ihre Weinprinzessinnen Charlotte Freiberger und Laura Lahm sowie die rheinhessische Weinkönigin Lea Kopp posieren mit Kellermeister Harald Eller zwischen den Stahltanks. Foto: pa/Axel Schmitz    Foto: pa/Axel Schmitz

Was hat hoher Adel in einer WInzergenossenschaft zu suchen?

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ALBIG/ENSHEIM. Es ist ein besonderer Tag für Albig und speziell für die Winzergenossenschaft. Am späten Mittwochnachmittag findet sich dort die Spitze des Deutschen Weinadels ein, die Deutsche Weinkönigin Katharina Staab mit ihren beiden Weinprinzessinnen Laura Lahm und Charlotte Freiberger. Auf ihren Kennenlerntouren durch die 13 deutschen Weinanbaugebiete sind sie jetzt zwei Tage lang in Rheinhessen unterwegs. Ein Programmpunkt: die Albiger Winzergenossenschaft.

„Ich weiß ja gar nicht, wie wir zu der Ehre kommen“, sagt Kellermeister Harald Eller mehr als einmal, riesig gefreut habe er sich, als er die Nachricht erfuhr, aber auch immer wieder erstaunt gefragt, warum? Schließlich handele es sich nicht um einen Vorzeigebetrieb und die Winzergenossenschaft sei in Rheinhessen schon immer und mittlerweile fast völlig verschwunden. „Vielleicht ist es ja eine Belohnung für das, was wir hier seit Jahren machen“, sinniert er.

Eller präsentiert kurz seinen Weinkeller, in dem es kälter ist als draußen. „Ich konnte für Euren Besuch nicht mal sauber machen die vergangenen Tage, das Wasser wäre gefroren“, entschuldigt er sich. Zwischen den Stahltanks machen die Majestäten ein Selfie, dann geht es wieder nach oben in den Probierraum, wo Eller einen Querschnitt durch das Weinangebot der Winzergenossenschaft präsentiert. Vom „Haus- und Butterwein“, einem Cuvée aus Müller Thurgau und Silvaner, über einen trockenen Weißburgunder und einen Sauvignon Blanc feinherb bis hin zu zwei Besonderheiten: einem Cabernet Sauvignon Rotwein trocken aus dem Premiumsegment und eine 2015-er Siegerrebe Spätlese süß. Die Majestäten sind angetan von den Qualitäten und positiv überrascht von den aus ihrer Sicht ausgesprochen niedrigen Preisen. Sie stellen interessiert-kompetente Fragen, die Kronen bleiben in der Tasche.

Warum Rheinhessenwein die Winzergenossenschaft ins Bresuchsprogramm aufgenommen hat, kann Geschäftsführer Bernd Kern genau erklären: „In diesem Jahr feiern wir 200 Jahre Raiffeisen. Und hier in Albig gibt es eine unwahrscheinlich kleine, aber trotzdem leistungsfähige Winzergenossenschaft. Das ist gelebte Genossenschaftsidee, die wir anlässlich des Jubiläums zeigen.“

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Der Erste Vorsitzende der Winzergenossenschaft, Karl-Heinz Freund, ist stolz: „Es ist für uns eine Ehre und es zeigt auch, dass wir gute Arbeit machen. Schließlich sind wir ja auch bei Prämierungen erfolgreich.“ Sein Stellvertreter, Gerhard Wagner, pflichtet ihm bei: Es sei eine Aufwertung für die Winzergenossenschaft und die Gemeinde. Und Ortsbürgermeister Günther Trautwein sagt: „Das ist schon eine Nummer, den ganzen Weinadel hier zu haben, und erklärt, wie stark die Albiger sich mit dem Weinbau identifizieren. Die drei Frauen, so findet er, hätten ein tolles Auftreten, einen guten Background, sie seien tough und hervorragende Botschafterinnen für den Wein.

Für Laura Lahm, weiß er, sei es zudem quasi ein Heimspiel, auch wenn sie aus Ensheim kommt. „Meine Oma wohnt in Albig und wir haben auch Weinberge hier“, sagt die Weinprinzessin. Sie freut sich, all das ihren Kolleginnen zeigen zu können.

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verbringt das Trio auf dem Mayerhof in Flonheim, ist am Folgetag auch in Bechtheim und Biebelnheim unterwegs. Am letzten Abend feiern die Majestäten in Ensheim im Weingut Lahm quasi „Lady’s Night“. „Vergangene Woche waren wir bei der Tour entlang der Hessischen Bergstraße bei Charlotte, jetzt möchte ich ihr und Katharina auch meinen Betrieb präsentieren“, sagt Laura Lahm. Dass dazu auch ihre Vinothek gehört, die das Label „Rheinhessen ausgezeichnet“ trägt, freut sie besonders.

Von Stefanie Widmann